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Fahrbericht Kia X Ceed : Kia san Kia

Bild: KIA

Der koreanische Hersteller ist für die schöneren Seiten des automobilen Lebens zuständig und unterstreicht mit diesem Crossover sein Selbstvertrauen. Der Kia X Ceed fährt allerdings braver, als er aussieht.

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          In der Golf-Klasse tummeln sich unzählige Aspiranten. Die einen versuchen mit niedrigen Preisen an den Primus heranzukommen, die anderen mit guter Ausstattung, die Nächsten mit forschem Design – Kia versucht es mit allen drei Dingen gleichzeitig. Die im eher pragmatisch orientierten Hyundai-Konzern für die schöneren Seiten des automobilen Lebens zuständigen Koreaner haben sich über Jahre nach vorn gezeichnet. Und jetzt ist ihnen mit dem X Ceed ein vorläufiger Höhepunkt gelungen. Mit berechtigtem Stolz verweisen sie auf in Europa für Europa entstehendes Design, entwicklerische Wurzeln treiben im Rhein-Main-Gebiet aus, und die Herstellung ist in der Slowakei verortet.

          Holger Appel
          Redakteur in der Wirtschaft, zuständig für „Technik und Motor“.

          Das ist offenbar keine üble Kombination, seit der Einführung im Herbst vergangenen Jahres sind mehr als 20.000 Stück in Europa verkauft worden, davon 4000 in Deutschland. Und wenn die Autohändler denn demnächst mal wieder auf die Zulassungsstelle könnten, werden sicher noch einige hinzukommen. Wir vermuten, dass der X auch im eigenen Portefeuille wildert, denn dort ist seit drei Generationen das Kompaktmodell Ceed angesiedelt, variantenreich wohl, aber noch nie in dieser frechen und feschen Form.

          Der X Ceed tritt als elegant gekleidetes SUV im Crossover-Stil auf. Er trägt trotz seiner höher aufgezäumten Silhouette Anleihen eines Sportcoupés, bringt einen Schuss Geländewagen mit und entpuppt sich im Alltag als praktischer Begleiter mit Kombi-Talenten. Wer sich mit Ausstattungen an der Basis zufriedengibt, wird zudem von günstigen 21 390 Euro verführt. Ehrlicher wird der Kassenbon indes, wenn man Tarife zwischen 28 000 und 35 000 Euro einkalkuliert, was dann schon von gewissem Mia-san-mia-Selbstbewusstsein zeugt. Dafür schnürt Kia ein umfangreiches Paket, das fast keine Sonderwünsche offenlässt. Unser Testwagen in der Version Spirit hatte genau drei Extraposten, das gab es zuletzt, so wir uns richtig erinnern, in einem Lada.

          Nur dass es im Kia um Dinge wie Metalliclack, Navigation und ein Exklusiv-Paket geht. Die adrette Linie setzt sich im Innenraum fort, wenn auch nicht mit gleicher Entschlossenheit. Zu angenehm angerichteten Oberflächen gesellen sich eher rustikal anmutende Lenkstockhebel, in Chrom gehaltene, für große Daumen arg klein geratene Wippen ruhen neben profaneren Tasten. Die höchsten Ausstattungsstufen senden Informationen zu Geschwindigkeit und Drehzahl erstmals über ein digitales Cockpit aus, wir mussten uns mit analogen Anzeigen zufriedengeben und waren das auch. Die Darstellung ist simpel, aber sauber, die gesamte Darbietung wirkt aufgeräumt. Was uns in Autos von Kia immer wieder ernüchtert, ist das auf den Lenkradpralltopf aufgepflanzte Markenzeichen. Es mangelt ihm an jedweder Eleganz, wer traut sich, das mal dem Konzernchef zu sagen?

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