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Fahrbericht Jaguar F-Type : Von E nach F in 40 Jahren

Motoren

Einige werden nun voller Mitleid den Kopf schütteln: Luxusprobleme. Wahrscheinlich macht es sogar Spaß, sich seinen Jaguar individuell zusammenzustellen. Die Wahl des Motors ist nicht so schwer, drei sind zurzeit im Angebot, die goldene Mitte ist nie verkehrt.

Wer noch mehr Kraft verlangt, bekommt im R Coupé einen V8-Motor mit 5,0 Liter Hubraum und 550 PS. Als V8 überschreitet der F-Type die 100.000-Euro-Marke, das schaffte aber auch unser Testwagen knapp, dank reichlich Zusatzausstattung. Die V8 erkennt man sofort an den vier Auspuffrohren, zwei an jeder Seite hinten. Die V6-F-Typen haben mittig zwei Mündungen.

Leistung

380 PS genügen natürlich voll und ganz, um bei den Großen und Schnellen auf der Autobahn mitzumischen. In der Spitze sind sogar 275 km/h drin. Dann nähert sich der Drehzahlmesser der 6000, und heiser röhren die Rohre. Die kann man gegen kleines Aufgeld (240 Euro) mit Soundklappen versehen, damit der Bleifuß noch mehr Spaß macht.

Ökologisch und politisch korrekt ist das nicht. Da wären eher 120 km/h bei 2000 Umdrehungen in der Minute angesagt. So zahm gehalten (auf flacher Autobahn), begnügte sich der F-Type mit 7,5 Liter Super auf 100 Kilometer. Doch in der täglichen Praxis abseits von Sparfahrten sind es Werte zwischen 12,6 und 15,6 Liter, die wir für die einzelnen Etappen errechnet haben. 13,1 Liter beträgt der Gesamtschnitt. Sowohl der Porsche 911 S (400 PS) als auch der Turbo S (550 PS) waren im Redaktionsalltag einen halben Liter sparsamer.

Fahrverhalten

Trotz Leichtbaus und der Verwendung von reichlich Aluminium ist der F-Type eher ein schweres Auto, wobei dies auf kurvenreicher Strecke bestens kompensiert wird. Hier kann die Katze endlich zeigen, was in ihr steckt, und ihr Herrchen hat zum Spielen im Bordmenü noch reichlich Gelegenheit. Verschiedene Modi können vorgegeben werden, die sowohl aufs Getriebe als auch auf die Motorsteuerung und das Fahrwerk einwirken.

Wer’s krachen lässt, greift selbst zu den Schaltpaddeln am Lenkrad, nimmt der Acht-Gang-Automatik die Arbeit ab und freut sich über die Bissigkeit, die der F-Type an den Tag legt. Mit diesem Jaguar ist gut quer fahren – aber bitte nur auf abgesperrten Strecken und nur, wenn man es auch kann. Sonst bitte die Finger von den Race-Modi lassen.

Dann wacht das DSC über das wegwischende Heck und fängt es früh wieder ein. Die Bremsen sind der Motorleistung natürlich gewachsen, es irritiert nur, dass Jaguar auch hier gegen Aufpreis verführen will: Schon „Hochleistung“ für die Bremsanlage kostet 370 Euro, „Super-Hochleistung“ gibt’s für 1240 oder gar (Bremssättel in Rot) 1610 Euro. Karbon-Bremsen hat‘s schließlich auch: für 11.490 Euro (nicht am Testwagen). Etliche Kunden, die mit ihren F-Type gern um den Ring rasen, werden das bestellen. Denn wer gut verzögert, kommt schneller ans Ziel.

Fazit

Dem Ziel, Jaguar fest in der Welt der Premium-Autos zu etablieren, sind die Briten dank des F-Type ein gutes Stück näher gekommen. Er wirbt für die Marke und bringt Kunden in die Autohäuser, die früher nicht im Traum daran gedacht hätten, sich einen Briten zu kaufen. Schade, dass es 40 Jahre gedauert hat, bis dem legenden E-Type der F-Type folgte. Aber das Warten hat sich gelohnt.

Stark: Eine Figur zum Niederknien. Schöner ist zurzeit kein Sportwagen. Dazu ein kraftvoller Motor, sanfte Automatik und ein großes Talent für die eilige Kurvenhatz. Bravo, Jaguar!

Schwach: 13,1 Liter Verbrauch sind etwas viel. Die lange Aufpreisliste nervt, es gibt wenig Assistenzsysteme. Die Unübersichtlichkeit ist ärgerlich, nach hinten sieht man fast nichts.

Details, please: Bei 110 km/h fährt ein Spoiler am Heck aus, bei 80 km/h wieder ein. Die Türgriffe sind versenkt, sie erscheinen, wenn man den Wagen öffnet. Start-Stopp funktioniert perfekt.

Daten und Messwerte

Empfohlener Preis 78.500 Euro
Preis des Testwagens 100.010 Euro

V-Sechszylinder-Benzinmotor, vier Ventile je Zylinder, Kompressor, Ladeluftkühlung, Direkteinspritzung, Hubraum 2995 Kubikzentimeter

Leistung 380 PS (280 kW) bei 6500/min

Höchstes Drehmoment 460 Nm bei 3500 bis 5000/min

Automatisiertes Getriebe, acht Stufen

Antrieb auf die Hinterräder

Länge/Breite/Höhe 4,47/1,92/1,31 Meter

Radstand 2,62, Wendekreis 10,90 Meter

Leergewicht 1600, zulässiges Gesamtgewicht 2050 Kilogramm, Anhängerbetrieb nicht vorgesehen, maximales Kofferraumvolumen 407 Liter

Reifengröße 245/40 R 19 vorn, 275/35 R 19 hinten (Standardmaße)

Infotainment Audiosystem mit MP3, 180-Watt-Klangsystem mit sechs Lautsprechern, USB, AUX, iPod, Bordcomputer, Touchscreen-Monitor.
Aufpreis, u.a.: Bluetooth, DAB, TV, Festplattennavi, 770-Watt-Klangsystem mit 14 Lautsprechern

Assistenzsysteme ABS, DSC, Start-Stopp, Reifendruckkontrolle, adaptive Dämpfer.
Aufpreis, u.a: Tempomat, Rückfahrkamera, Regensensor, Totwinkel-Assistent, Kurvenlicht, adaptives Fernlicht

Höchstgeschwindigkeit 275 km/h

Von 0 auf 100 km/h in 5,2 s

Verbrauch 7,5 bis 15,6, im Durchschnitt 13,1 Liter Super auf 100 km, 213 g/km CO2 bei Normverbrauch von 9,1 Liter, 72-Liter-Tank

Versicherungs-Typ-Klassen HP 18, TK 27, VK 30

Garantie drei Jahre ohne Kilometerbegrenzung, sechs Jahre gegen Durchrostung, drei Jahre europaweite Mobilitätsgarantie. Wartung nach Anzeige

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