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Fahrbericht Hyundai i30 : Golfschläger aus Korea

Bild: Helge Jepsen

Der Hyundai i30 ist jetzt ein Mild-Hybrid und auch sonst komplett überarbeitet. Unter dem schicken Blech steckt moderne Technik. Mit seiner prallen Ausstattung punktet er in der Kompaktwagenklasse.

          4 Min.

          Manche Vorurteile halten sich hartnäckig, andere lösen sich mit der Zeit in nichts auf. So galten Autos aus Korea einst als billig, etwas altbacken und in der Technik hinterher. Heute sammeln sie erste Preise im Design, haben hinsichtlich Verarbeitung und Leistungsvermögen mit der Konkurrenz gleichgezogen und verkaufen sich wie Lokuspapier in der Pandemie, obwohl sie gar nicht mehr billig sind.

          Lukas Weber

          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

          Der Kompaktwagen Hyundai i30 ist obendrein noch nicht einmal ein Koreaner, er läuft im tschechischen Nošovice vom Band und ist damit europäischer als mancher Kollege aus der Golf-Klasse. Dass das gänzlich überarbeitete Brot-und- Butter-Modell des Konzerns so fesch aussieht, ist ein Ergebnis schlauer Strategie. Die Koreaner lassen die Linienführung von Spezialisten aus dem Ausland zeichnen, das Designzentrum steht in Rüsselsheim.

          Herausgekommen ist dabei ein flacher Keil mit sanftem Schwung um die Hüfte und einem markanten Gesicht, dem die schmalen LED-Scheinwerfer, der breite Kühlergrill und die großen Lufteinlässe ein sportliches Aussehen verleihen. Das Design ist mit Blick auf die Zielgruppe jedoch nicht ganz so spitz wie jenes des kürzlich vorgestellten kleineren i20. Das Hinterteil ist ebenfalls ansehnlich, Ähnliches kennen wir aber auch aus Japan.

          Die Heckscheibe könnte größer sein

          Innen setzt sich der ruhige Strich fort, wenngleich mit viel hartem Plastik, zuvor notieren wir aber, dass die Tür mit sattem Plopp ins Schloss fällt, ohne dass irgendetwas scheppert. Der Fahrer sinkt auf einen Komfortsessel mit ausgeprägten Wangen und fühlt sich dort wohl. Das Sitzpaket ist zusammen mit der Metalliclackierung das einzige aufpreispflichtige Extra des Testwagens, neben elektrischer Verstellung samt Lordosenstütze, Memory-Funktion und Einstiegshilfe bietet das Gestühl seinem Fahrer außer der Heizung auch eine dreistufige Kühlung an. Die Rundumsicht ist dank großzügiger Glasflächen besser als in manchem Konkurrenten, nur dürfte die Heckscheibe größer sein. Platz gibt es auch für lange Fahrer, und selbst auf der teilbaren Rücksitzbank stoßen Leute mit Gardemaß nicht den Kopf am Dachhimmel an.

          Dahinter erstreckt sich ein Laderaum von leicht überdurchschnittlicher Größe, allerdings ist die Fläche bei umgeklappten Lehnen nicht eben, und die Ladekante ist etwas hoch. Volle Punktzahl bekommt von uns die Bedienung, alle Funktionen erschließen sich sofort ohne vorheriges Studium der dicken Bedienungsanleitung, die wichtigsten sind durch einfachen Druck auf die großen Tasten abzurufen.

          Da es kaum noch Autos mit analogen Instrumenten gibt, müssen wir uns mit den digitalen anfreunden, mit den freundlich gestalteten asymmetrischen Anzeigen im i30 gelingt das rasch. Der mittige Touchscreen ist riesig, sein Bild scharf. Dass die Entwickler nachgedacht haben, zeigt sich in einer Reihe liebevoller Details. So unterscheidet das Navi zwischen Tankstellen direkt an der Route und abseits davon, und es weist mit einer Glocke auf besondere Gefahrenstellen hin, solange man zu schnell ist, ertönt ein Ping. Für das Handy gibt es induktives Laden und eine App, mit der aus der Ferne Informationen abgerufen und Funktionen gesteuert werden können. Die Rückspiegel schwenken beim Rückwärtsfahren auf die Hinterräder, der Clou ist aber der stimmungsvolle Hintergrund, abrufbar über die Audioanlage – etwa Meeresrauschen oder das Knistern von Kaminfeuer. Damit der Fahrer vor lauter Entspannung nicht einschläft, wacht ein Assistent über ihn, der anzeigt, was er für die restliche Aufmerksamkeit hält.

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