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Fahrbericht Hyundai i20 Trend : Spielt hervorragend Polo

Bild: F.A.Z., Hersteller

Deutschlands Kleinwagen Nummer eins ist der VW Polo. Noch zählt der Image-Vorsprung. Doch die Konkurrenz schläft nicht. Sie ist dicht dran, etwa mit dem schicken Hyundai i20.

          4 Min.

          Hyundai sollte von niemandem mehr unterschätzt werden. Der koreanische Automobilhersteller baut inzwischen fast fünf Millionen Autos im Jahr und beschäftigt mehr als 100.000 Menschen. Ein Teil davon verdient sein Geld im türkischen Izmit, dort läuft der in Rüsselsheim für den europäischen Markt entwickelte Kleinwagen i20 vom Band. Und der hat es faustdick hinter den Ohren. Er muss keinen Vergleich mit der Konkurrenz scheuen. Autofahrer, die sich in nächster Zeit einen neuen Kleinwagen zulegen wollen, sollten den i20 oben auf ihrer Einkaufsliste plazieren.

          Boris Schmidt

          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

          Fünf Motoren, zwei Diesel und drei Benziner, stehen zur Wahl, der Basispreis liegt bei 11 950 Euro für den 1,2-Liter-Benziner mit 75 PS. Die Redaktion beschäftigte sich mit dem i20 1.2 in der mittleren Ausstattungslinie Trend und mit 84-PS-Motor, da sind schon 15 150 Euro fällig. Ja, Hyundais sind keine Sonderangebote mehr. Aber man bekommt etwas fürs Geld. Obwohl der i20 mit einer Länge von 4,04 Meter nicht größer ist als andere Fahrzeuge in der Klasse, bietet er mehr Raum. So ist das Kofferraumvolumen mit 326 Liter deutlich besser als im VW Polo (280 Liter), dazu gibt es im Heck einen doppelten Boden, der nach dem Umlegen der Rücksitzbank (asymmetrisch geteilt) für eine plane Ladefläche sorgt, die allerdings nach vorn ansteigt. Maximal 1,36 Meter lang darf das Ladegut sein, rein rechnerisch passen 1042 Liter ins Auto, wenn man dachhoch belädt (Polo 953 Liter). Nicht nur packen lässt es sich gut, auch das Sitzen hinten auf der Bank ist kommod, die Beinfreiheit stimmt, die Köpfe müssen nich eingezogen werden. Allerdings sitzt man tief, und zu dritt wird es eng, Wunder kann niemand vollbringen. Der Einstieg durch die hinteren Türen fällt leicht.

          Vorn muss man sich erst recht nicht über ein mangelndes Platzangebot beschweren. Alles passt gut, auch die Instrumente liegen schön im Blickfeld. Der i20 ist kein Kleinwagen alter Schule, bei dem das Attribut „klein“ stets gleichzeitig mit dem Verzicht auf Ausstattung und Komfort einherging. An Bord sind unter anderem vier elektrische Fensterheber, elektrisch verstellbare Außenspiegel, Sitzheizung vorn, dazu eine Heizung fürs Lederlenkrad, Tempomat, Zentralverriegelung mit Fernbedienung, ein Audiosystem und die Klimaanlage nicht zu vergessen. Sechs Airbags seien auch noch erwähnt. ABS und ESP hat heute jedes Auto, der Hyundai hat dazu noch ein Spurhaltewarnsystem. Die Aufpreisliste ist erfreulich kurz, Leichtmetallfelgen kosten 600 Euro, Metallic-Lack wird mit 520 und ein großes Panoramadach (zusammen mit den Alufelgen) mit 2000 Euro berechnet. Eine Automatik ist nur für den 1.4er-Motor (100 PS) im Angebot, sie kostet 1000 Euro Aufpreis zu den 15 750 Euro, die für den 1.4 Trend in der Preisliste stehen.

          Zu empfehlen ist das Plus-Paket, das für 1200 Euro elektrisch anklappbare Außenspiegel, Klimaautomatik und einiges mehr mitbringt. Zum Marktstart im Dezember 2014 war ein integriertes Navigationssystem noch nicht verfügbar (unser Wagen hatte keines), inzwischen ist für 1250 Euro ein Radio-Navi mit DAB und Rückfahrkamera für 1200 Euro erhältlich. Die Vordersitze sind bequem, die vielen Ablagen gefallen: In die vorderen Türen passen große Wasserflaschen, in der Mittelkonsole ist Platz für Krimskrams, das Sonnenbrillenfach im Dach fehlt nicht. Und noch ein Schmankerl: Das Handschuhfach lässt sich kühlen.

          Dazu ist der Wagen ist nicht nur gut ausgestattet, auch der Eindruck, den das Interieur hinterlässt, ist gut. Ein VW Polo ist innen nicht viel vornehmer. Von außen gibt es sowieso nichts zu meckern. Der i20 sieht schick aus, vor allem die schwarz abgesetzte C-Säule macht sich gut. Die Front mit großem Grill und markanten Leuchten wirkt selbstbewusst.

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