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Fahrbericht Hyundai Grand Santa Fe : Mit den großen Hunden spielen

  • -Aktualisiert am

Den Beinamen „Grand“ trägt dieser Hyundai Santa Fe nicht umsonst Bild: Hersteller

Der Hyundai Grand Santa Fe misst sich mit den Dickschiffen der SUV-Klasse und wartet mit Vollausstattung und vorzüglichem Raumangebot auf. Der Preis ist konkurrenzfähig, das Fahrverhalten nicht.

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          Zehn Zentimeter mehr Radstand und 22,5 Zentimeter Zugabe zur Karosserie: Den Beinamen „Grand“ trägt dieser Hyundai Santa Fe nicht umsonst. Mit einer Gesamtlänge von 4,92 Meter konkurriert er mit SUV-Dickschiffen wie dem Audi Q7 oder dem BMW X5 und setzt dazu - ganz untypisch für den koreanischen Hersteller - auf eine sehr selbstbewusste Preisgestaltung: 50.130 Euro kostet der mit bis zu sieben Sitzplätzen ausgestattete Zweitonner, die Wettbewerber aus München oder Ingolstadt sind nur unwesentlich teurer.

          Dafür gibt es von Hyundai ein dickes Bündel an Extras, die sich andere teuer bezahlen lassen. Nur drei Posten zählt die Liste der Sonderausstattungen, solange man die Ausstattungslinie Premium wählt: Für 1300 Euro wird ein elektrisches Glasdach feilgeboten, 1340 Euro kostet das Technik-Paket, zu dem unter anderem das adaptive Fahrlicht, der aktive Einparkhelfer, klimatisierte Vordersitze und ein Reserverad in Serienbereifung zählen. Dritte Position ist die Lackierung, und hier versucht Hyundai den Kunden doch ein wenig auszutricksen. Einzig Weiß gibt es serienmäßig, alle anderen Farben - es stehen weitere neun zur Wahl - kosten 810 Euro extra.

          Der Grand Santa Fe bietet mehr Platz für Gepäck und zusätzliche Passagiere im Vergleich zur kurzen Variante. Ganz nach Wunsch gibt es in der mittleren Reihe zwei überaus bequeme Lounge-Sessel oder eine Bank mit drei Sitzen. Im Heck schlummern zusammengefaltet und fast unsichtbar in den Wagenboden eingelassen grundsätzlich zwei weitere Sitze. Damit die Passagiere auf der letzten Bank einen besseren Ausblick haben, wurden die Seitenfenster dort hinten weniger stark als beim fünfsitzigen Modell angeschrägt. Rollos vor den hinteren Scheiben schützen vor starker Sonneneinstrahlung zusätzlich zum dunkel getönten Glas.

          Mit einer Gesamtlänge von 4,92 Meter konkurriert er mit SUV-Dickschiffen wie dem Audi Q7 oder dem BMW X5 Bilderstrecke

          Das große Hyundai-SUV hat aufgrund des gewachsenen Radstands verlängerte Türen im Fond. Das verbessert den Einstieg in Reihe drei jedoch kaum, erschwert sogar den Zugang zu den hinteren Plätzen manchmal. Denn in engen Parkhauslücken öffnen sie nicht besonders weit. Immerhin ist der Innenraum dank vielfach verstell- und umklappbarer Sitze variabel, das Raumangebot mehr als großzügig. Dafür kommen die Passagiere in Reihe zwei in den Genuss einer Sitzheizung, die Mannschaft auf der letzten Bank in den eines kühlenden Luftstroms der Klimaanlage.

          Mit einem Ruck fallen die Lehnen der zweiten Reihe fast in die Waagerechte, das Ladevolumen steigert sich darauf von 634 auf 1842 Liter. Ganz eben ist der Boden des Gepäckraums dann nicht, auch die Schlaufen, die beim Hochklappen der Lehnen-Segmente helfen sollen, stören das Beladen. Die Möglichkeiten, schweres Transportgut zu sichern, sind beschränkt, ein Schienensystem wie bei manchen Konkurrenten gibt es nicht. Im Hyundai muss sich der Fahrer mit ein paar Zurrösen zufriedengeben. Dafür bietet der große Santa Fe ebenso wie sein kleinerer Bruder eine niedrige Ladekante, die obendrein ohne störende Stufe das Hineinschieben von schweren Koffern oder Kartons ermöglicht.

          Fast komplette Wohlfühlpackung

          Vorne spendiert Hyundai dem Grand Santa Fe mit Premiumausstattung die fast komplette Wohlfühlpackung. Die lederbezogenen Sitze lassen sich nicht nur elektrisch einstellen und beheizen, das Lederlenkrad kann ebenfalls auf das angenehmste temperiert werden. Und gekühlte Sitze kosten wie erwähnt Aufpreis. Ein Navigationssystem, dessen Kartenwerk Hyundai fünf Jahre lang gratis aktualisiert, ist serienmäßig an Bord, die kräftige und wohlklingende Audioanlage ebenso. Cockpit und Instrumentierung entsprechen dem gängigen Standard. Das Lenkrad, in Höhe und Tiefe verstellbar und mit weichem Lederbezug gut in der Hand liegend, ist ein Muster für Überladung. Tempomat, Telefon, Audio-Anlage und Bordcomputer lassen sich über fast 20 unterschiedliche und teils kleine Tasten kontrollieren; deren Funktionen können nicht immer einwandfrei zugeordnet werden. Die Skalen von Tacho und Drehzahlmesser dagegen liefern eindeutige Werte. Ablagen und Staufächer finden sich in ausreichender Zahl, sie sind perfekt auf ihren Zweck zugeschnitten.

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