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Fahrbericht Ford S-Max 2.0 : Forsche Väter fahren Ford

Bild: F.A.Z., Hersteller

Der S-Max ist Sinnbild des Sportskameraden unter den Minivans. In seiner jüngsten Version hat er an Agilität etwas eingebüßt. Sechs von sieben Insassen werden das vermutlich begrüßen.

          Bei all den neuen Geländewagen, die niemals ins Gelände fahren und deshalb SUV genannt werden, was natürlich auch Unsinn ist, weil die meisten höchstens Utility sind, aber gar nie Sports, bei all den neuen Geländewagen also ist der Minivan unter die Räder gekommen. Der war einst Eroberer der Familien, sie luden Kind und Kegel in Renault Espace oder Chrysler Voyager und erfreuten sich schier grenzenloser Aufnahmefähigkeit. Dann fiel, seien wir ehrlich, den Vätern auf, dass im Raumkreuzer zwar Kinderwagen und Gartenabfälle vorzüglich untergebracht werden können, das Leben aber noch aus anderen Dingen bestehen sollte. Freude am Lenkrad beispielsweise, und wenn das Gefährt dabei noch lässig aussieht, wäre das kein Nachteil.

          Holger  Appel

          Redakteur in der Wirtschaft, zuständig für „Technik und Motor“.

          Das erklärt den Siegeszug der SUV. Doch es gibt Widerstandsnester. Die unbeugsamen Gallier von Renault haben kürzlich ihren neuen Espace in die Umlaufbahn geschossen und bringen im Sommer den adrett aussehenden Scénic heraus, den sie bewusst als Alternative zum SUV positionieren. In dessen Klasse spielt auch unverdrossen der Ford S-Max. Er tut dies schon seit 2006 und hat sich einen Namen als Sportskamerad gemacht. Keiner fuhr knackiger um Kurven, oder, wie es der geschätzte Kollege vom Fachmagazin fröhlich formuliert, er war immer das Ausnahmetalent unter den Vans, einer, der dich auf Landstraßen vergessen ließ, dass du gerade drei isofixierte Kinder auf den Rücksitzen und den Golden Retriever im Kofferraum schwindlig fuhrst.

          Womöglich hatte an derlei Ausfahrten nur einer vorne links Freude, alle anderen können jetzt aufatmen. In der jüngsten Generation hat Ford die Prioritäten verschoben. Der neue S-Max durcheilt Kurven noch immer recht forsch und lustvoller als die versammelte Konkurrenz, aber die Nähe zum Sportwagen hat er abgelegt. Ein Grund dürfte die technische Patenschaft der Limousine Mondeo sein, die nun auch stärker auf unspektakulär sicheres Fahrverhalten ausgelegt ist. Das musste auf den Minivan abfärben, erst recht in der uns zugeführten Version mit dem erstmals angebotenen Allradantrieb.

          Auf nahezu unveränderter Grundfläche bietet er dafür noch etwas mehr des ohnehin nie knappen Raumes. Geschickt kaschiert die dynamische Karosserieführung die Ausmaße, immerhin werden hier mächtige 4,80 Meter Auto geboten. Parkpiepser vorn sind übrigens dringend empfohlen, der Wendekreis ist eine Herausforderung und die Motorhaube vom Fahrerplatz aus nicht zu erkennen.

          Straff gepolstert und mit kurzer Oberschenkelauflage

          Bis zu sieben Personen passen hinein. Die hintersten beiden dürfen keine Wunder erwarten, ihr gegen 950 Euro Zuschlag in den Boden wegklappbares Gestühl ist von der dünnen Sorte und der Fußraum reichlich beengt, aber wenn in Reihe zwei die drei einzeln in Position und Rückenlehne einstellbaren Sitze nach vorne geschoben werden, sind Kurzausflüge erträglich. Auch in der zweiten Reihe sind die Plätze von beschränkter Bequemlichkeit, straff gepolstert und mit kurzer Oberschenkelauflage, aber das ist in Fahrzeugen dieser Kategorie meist so.

          Die Kinder haben sich nie beschwert, und weil das Haupthaar erst um 1,80 Meter Körpergröße an die Decke stößt, lassen sich auch mal Erwachsene hinten über größere Strecken mitnehmen. König der Landstraße sind eindeutig die beiden vorn, sie werden eingerahmt von einer mächtigen, aber nicht zu beengenden Mittelkonsole. Die Sitzposition ist vergleichsweise hoch, das mochte nicht jeder unserer Probanden, und wir haben die Polsterung der Sportsitze auch nicht als besonders komfortabel empfunden. Dafür bietet das stark konturierte Gestühl guten Halt.

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