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Fahrbericht Ford C-Max : In Würde einsteigen statt Bodenturnen

  • -Aktualisiert am

Ford C-Max Bild: F.A.Z., Hersteller

Schlagzeilen machen andere, der C-Max ist die Zwischengröße in einer blühenden Landschaft des Van-Sinns. Der Einstiegspreis ist leider nur ein Lockvogelangebot.

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          Die fetten Schlagzeilen gehören immer den anderen. Ford GT und Mustang, die RS- und ST-Knallerbsen und das lange, aber lohnende Warten auf den neuen Mondeo, das sind die grellen Ford-Nachrichten für die Seite 1.

          Aber hier geht um eines der Mäxchen-Modelle bei Ford, die sich in ihrer Gesamtheit zu einer blühenden Landschaft des Van-Sinns entwickelt haben. Fünf Modelle haben sich versammelt, vom B-Max mit Basis Fiesta über die beiden C-Mäxchen (Compact und Grand) mit dem Erbgut des Focus bis zum S-Max, der die sportlichere Variante des komfortableren Galaxy sein soll. Für die Kunden dieser Ford-Familie darf eine gewisse Sensibilität beim Blick auf Preise und Unterhalt angenommen werden, BMW zum Beispiel kann da seine Gran Tourer großzügiger kalkulieren. Deshalb glänzt die Preisliste des C-Max mit einem Einstiegstarif von sehr scharfen 17 850 Euro in Verbindung mit Ambiente-Ausstattung.

          Darüber gehen die besser aufgefütterten Versionen dann doch ins Geld, der von uns gefahrene C-Max präsentierte sich zwar im ansprechenden Spitzen-Ornat Titanium, forderte aber mit seiner sehr dichten Ausstattung ohne weitere Extras 26 250 Euro. Um den Vortrieb kümmerte sich nur der drittstärkste Diesel, und die Gangwechsel in der Sechsgangbox mussten von Hand vollzogen werden. Über dem Testwagen-Selbstzünder mit 1,5 Liter Hubraum und 120 PS rangieren zwei stärkere Zweiliter-Diesel mit 150 oder 170 PS. Soll der stärkste Diesel im C-Max ans Werk gehen, dann beginnt die Tarifrechnerei im Titanium-Outfit bei 30 500 Euro und arbeitet sich im Wunschkleid an 35 000 Euro heran.

          Durchschnittswert von 6,0 Liter als Richtschnur für den Alltag

          Der neu entwickelte Vierzylinder-Diesel im Testwagen verzichtet zwar auf die teure Vierventiltechnik, geht aber mit guten Kräften und schöner Höflichkeit ans Werk, und sparsam ist er auch noch. Unter einem 100-Kilometer-Verbrauch von fünf Litern zu bleiben, fordert sanftes Beschleunigen, frühes Hochschalten und ein persönliches Tempolimit von 120 km/h, unser Durchschnittswert von 6,0 Liter kann als Richtschnur für den Alltag gelten. Beinahe aus dem Handgelenk sind die sechs Vorwärtsgänge zu sortieren und präzise einzulegen.

          Der Gangwechsel ist eine Freude im C-Max, weil er nicht zu leicht abläuft, klare Wege vorgibt und schließlich das Einrasten gut zu spüren ist. In den unteren Gängen, die meist nur zum Anfahren ihre Berechtigung finden, fügen sich Übersetzungsverhältnisse gut zum Drehmoment des Motors. Aber die fünfte und die sechste Stufe sind für den Einsatz in der Stadt zu sehr auf niedrige Motordrehzahlen erpicht, man muss dort selbst auf 70-km/h-Strecken beim Hochschalten meist im vierten Gang bleiben.

          Zum Ausgleich dreht die meist gurrende und selten knurrende Maschine dann bei Höchstgeschwindigkeit nicht über 4500/min hinaus. Und die Windgeräusche bleiben zwar im Hintergrund, aber die Intensität des Lärms beim Abrollen der Räder ist sehr stark von der Straßendecke abhängig, rauher Asphalt sorgt besonders auf der Rücksitzbank für akustische Turbulenzen.

          Er schont nicht nur den Geldbeutel und das Gehör

          Ford hatte schon sehr früh begonnen, sich mit jenen Kunden zu beschäftigen, die seit Jahren alle Wettbewerbe im Bodenturnen und auf dem Schwebebalken meiden. Dafür haben die Konstrukteure einen sogenannten Alterungs-Anzug entwickelt, der die Last der Jahre spürbar macht. Das blieb nicht ohne Folgen, und den Sechzig-Plus-Kandidaten sei dieser C-Max deutlich empfohlen. Er schont nicht nur den Geldbeutel und das Gehör, sondern erleichtert den Umgang mit der Mobilität. Dafür nur zwei Beispiele: Alle Türformate sind so geschnitten, dass der obere Rahmenverlauf trotz der sehr schräg liegenden Frontscheibe dort seine beste Gerade erreicht, wo sich meist der Kopf des Einsteigers ins Innere bewegt.

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