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Fahrbericht VW ID3 : Eine neue Ära Golf?

Bild: Helge Jepsen

VW setzt große Hoffnung auf sein erstes originäres Elektroauto. Der ID3 macht vieles richtig, hat aber einige Schwächen. Und es bleiben die Probleme mit der Reichweite und den Ladezeiten.

          4 Min.

          Noch nie hat Volkswagen so viel Tamtam um ein neues Modell gemacht wie um den ID3. Die Bezeichnung ID tragen in Zukunft alle Elektrowagen aus Wolfsburg, die Ziffer steht für die Größe. Das neue Elektroauto soll am Beginn einer neuen Ära stehen, so wie einst der frontgetriebene Golf den heckgetriebenen Käfer beerbte und bis heute Jahr für Jahr das meistverkaufte Auto Deutschlands ist. Das soll sich langfristig ändern, dafür tritt der ID3 an, in Golf-Größe, aber mit dem alten Käfer-Prinzip: Antrieb und Motor hinten. Das ist charmant, aber einen Kofferraum vorn gibt es dennoch nicht, unter der kurzen Fronthaube stecken einige Nebenaggregate wie Klimakompressor, Lenkgetriebe und 16-Volt-Batterie.

          Boris Schmidt

          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

          Die Fahrbatterie, die im Testwagen eine Größe von 58 kWh hatte, versteckt sich im Unterboden, der Motor sitzt direkt an der Hinterachse. Schöner Nebeneffekt: Weil sich die Vorderachse nicht um den Antrieb kümmern muss, gibt es keinerlei Einflüsse auf die Lenkung, und die Räder können stärker einschlagen, so dass der ID3 einen Wendekreis wie ein Kleinwagen hat. Was man vom Platzangebot wiederum nicht sagen kann, im Gegenteil. Auf 4,26 Meter Länge (Golf: 4,28) bietet der Elektro-VW ein feines Raumangebot, die Beinfreiheit auf der Rückbank ist gut, der Kofferraum fasst rechnerisch 385 Liter (Golf: 381), ein kleines Fach findet sich sogar noch im Keller, direkt am Heck. Leider bleibt nach dem Umlegen der asymmetrisch geteilten Rückbank mit Durchreiche in der Mitte eine unschöne Stufe stehen. Und verschieben lässt sich die Bank auch nicht. Etliche solcher Kleinigkeiten sind es, die das an sich gute Gesamtbild des ID3 trüben. ID steht nach VW-Angaben für „intelligentes Design, Identität und visionäre Technologien“. Doch dem wird der Wagen nicht immer gerecht.

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