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Fahrbericht Range Rover Evoque : Kopf in der Luft und Füße im Schlamm

  • -Aktualisiert am

Bild: F.A.Z.

Zum Evoque Cabrio hat jeder eine Meinung. Ob man die bullige Optik nun mag oder nicht, der offene Range Rover ist in jedem Fall ein Hingucker und bietet überragenden Fahrkomfort.

          4 Min.

          So viel Aufmerksamkeit haben wir schon lange nicht mehr bekommen - na ja, eigentlich eher unser Testwagen als wir. Das Range Rover Evoque Cabrio ist laut Aussage von Land Rover das weltweit erste Cabrio in der Klasse der kompakten Premium-SUV. Ganz neu ist die Idee der Kombination aus Offenfahren und Geländetauglichkeit zwar nicht, schließlich gab es im eigenen Haus ein Defender-Cabrio, und Mercedes hatte eine offene Version der kurzen G-Klasse im Angebot. Heute allerdings ist weit und breit nichts Vergleichbares auf dem Markt, sieht man einmal vom Jeep Wrangler ab, der aber als waschechter Offroader nicht den Komfort eines modernen SUV bietet.

          Jedenfalls haben sich die Menschen den Kopf nach dem offenen Range Rover verdreht, was sicher nur zum Teil an der auffälligen schönen Karosseriefarbe Phoenix-Orange lag. Vor allem das unkonventionelle, bullige Design des 4,37 Meter langen und inklusive Außenspiegeln immerhin 2,09 Meter breiten Zweitürers mit der hohen Gürtellinie bot zahlreichen Passanten Anlass zu recht unterschiedlichen Kommentaren. Von „tolles Auto“ bis „sieht aus wie eine Badewanne“ haben wir einiges gehört - das Evoque Cabrio polarisiert.

          Aufbau hinter den Türen größtenteils neu entwickelt

          Von außen unterscheidet sich die offene Variante bis auf das wärme- und schallgedämmte fünflagige Stoffverdeck kaum von ihren vier- und zweitürigen Modellgeschwistern Evoque und Evoque Coupé. Allerdings wurde der Aufbau hinter den Türen größtenteils neu entwickelt, um Platz für die sich innerhalb von achtzehn Sekunden und bis zu einer Geschwindigkeit von 48 km/h z-förmig elegant zusammenfaltende und bündig mit dem Heck abschließende Dachkonstruktion zu schaffen.

          Streben aus hochfestem Stahl in den Schwellerleisten, festere und dickere A-Säulen sowie Verstärkungen des Unterbodens dienen der Erhöhung von Verwindungssteifigkeit und Crashsicherheit. Droht ein Überschlag, sollen binnen 90 Millisekunden zwei im Heck verborgene Aluminiumbügel herausschießen.

          Mindestens 51.200 Euro kostet das Frischluftvergnügen im Evoque

          Das Angebot an Zweiliter-Vierzylindermotoren entspricht dem des Evoque und umfasst zwei Diesel mit 150 und 180 PS (110 und 132 kW) und einen Benziner mit 240 PS (177 kW). Allrad ist serienmäßig, ebenso die Automatik von ZF mit neun eng gestuften Gängen. Mindestens 51 200 Euro kostet das Frischluftvergnügen im Evoque, es gibt zwei Ausstattungsvarianten. Unser Testwagen kam mit dem großen Diesel in der hochwertigen HSE Dynamik-Linie zu einem Basispreis von 60 300 Euro, das sind 4100 Euro mehr, als Land Rover für das entsprechende Coupé verlangt. Mit allen Extras kam der Wagen auf mehr als 72 000 Euro, das ist schon heftig.

          Der akustisch unaufdringliche Motor entwickelt 430 Nm bei 1750/min, er beschleunigt das Cabrio zügig und kraftvoll. Leichtfüßig ist der offene Evoque aber nicht, immerhin müssen nahezu zwei Tonnen Leergewicht in Schwung gebracht werden. Die Höchstgeschwindigkeit von 195 km/h erreicht er aber ohne Mühe, und auf der Autobahn gleitet er bei Tempo 120 km/h mit weniger als 1700/min dahin, knapp 2000/min sind es bei Tempo 140 km/h. Noch viel mehr haben wir es allerdings genossen, bei herrlichem Spätsommerwetter mit geöffnetem Verdeck über die Landstraße zu bummeln. Das hohe Gewicht fordert aber im Verbrauch seinen Tribut: Auf weniger als 8,4 Liter kamen wir nie, im Durchschnitt waren es 9,2 Liter je 100 Kilometer - viel zu viel und weit entfernt vom mit 5,7 Liter angegebenen Normverbrauch.

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