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Fahrbericht Citroën C4 : Für die frankophile Familie

Minivan mit großem Namen: Citroën Grand C4 Picasso Bild: Hersteller

Minivans sind etwas aus der Mode. Vor allem für Familien sollten sie aber immer noch erste Wahl sein. Bei einem Citroën erwartet der Käufer zudem noch einige Besonderheiten. Er wird nicht enttäuscht.

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          Der 2013 vorgestellte und nun leicht überarbeitete Grand C4 Picasso 130 überrascht zunächst mit seinem Benzinmotor. Die 130 steht für die Motorkraft in PS, aber dafür legen sich nur drei Zylinder mit je 400 Kubikzentimeter Hubraum ins Zeug. 230 Newtonmeter maximales Drehmoment gibt es dazu. Gepaart mit einer manuellen Sechsgang-Box mit langen Schaltwegen, ergeben sich vollkommen ausreichende Motorleistungen, die Höchstgeschwindigkeit liegt sogar bei 200 km/h.

          Boris Schmidt

          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

          Der Verbrauch aber handelt sich einigen Tadel ein. Angetreten mit einem Normwert von 5,0 Liter, waren die Erwartungen hoch, doch der von uns ermittelte Durchschnitt von 9,0 Liter Superbenzin auf 100 Kilometer enttäuscht. Und geschönt wird dieser Wert noch von einer 217 Kilometer langen Sparfahrt auf der Autobahn mit maximal 120 km/h, die mit einem 100er-Schnitt von 6,7 Liter endete.

          Ruhiger Motor und großes Raumangebot

          Trotz der ungeraden Zylinderzahl ist der Motor recht laufruhig und leise. Das Start-Stopp-System arbeitet ziemlich perfekt. Weniger zufrieden kann man mit dem Federungskomfort sein, es gelangen zu viele Stöße nach innen. Die Lenkung ist französisch indirekt, aber nicht ungenau. Das Fahrverhalten wird niemanden überfordern.

          Die große Stärke des 4,60 Meter langen Grand Picasso ist sein Raumangebot. Als Fünfsitzer passen rechnerisch 645 Liter Gepäck ins Ladeabteil, und das nur bis zur Sichtkante. Für 700 Euro Aufpreis warten im Laderaumboden die Sitze 6 und 7 auf ihren Einsatz, sie sind jedoch am ehesten für Kinder geeignet. Reichlich Platz auch für Erwachsene ist in der zweiten Reihe mit ihren drei Einzelsitzen, vorn passt es sowieso. Wer will, kann die Stühle der zweiten Reihe flachlegen. Es entsteht eine ebene Ladefläche von gut 1,80 Meter Länge, das Ladevolumen steigt auf mehr als 1800 Liter.

          Clou in der zweite Reihe: beleuchtete Klapptischchen an den Rückseiten der Vordersitze. Sie kosten aber Aufpreis, ohnehin war der Testwagen in der höchsten Ausstattungslinie „Shine“ angetreten. 30 490 Euro stehen dann in der Preisliste. Das Basismodell mit der gleichen Motorisierung kostet 20 990 Euro. Mit einigen Extras und Assistenzsystemen wie automatisches Einparken, Spurhaltehilfe oder adaptivem Tempomat kam der große Picasso schließlich sogar auf recht stolze 35 390 Euro.

          Ungewohntes Armaturenbrett und digitale Tempoanzeige

          Nicht mehr als Durchschnitt ist das Verarbeitungsniveau. Gut gemeint sind die voluminösen Kopfstützen, die aber irgendwie drücken. Auch die optionale Beifahrer-Beinablage, die wir so noch in keinem anderen Serienauto gesehen haben, stört beim normalen Sitzen. Vollkommen ungewohnt ist die Gestaltung des Armaturenbretts. Klassische Instrumente fehlen, stattdessen sitzt mittig ein Informations-Bildschirm. Dort, wo sonst die Instrumente sind, ist schnöder Kunststoff. Mit Bildschirmen wird nicht gegeizt, das Navigationssystem hat einen eigenen.

          Die Grafik der Darstellung von Anzeige Nummer 1 kann der Fahrer verändern, es ist möglich, die Landkarte der Navigation auch oben zu zeigen. Über das gefahrene Tempo wird digital informiert. Zum einen per Ziffern, zum anderen mit einem kleinen, ungenauen Balkentacho links. Rechts wird im gleichen Layout die ungefähre Drehzahl angezeigt. Dazu gibt es noch die Infos des Bordcomputers.

          Mäusekino: C4-Cockpit

          Ein Pluspunkt sind die große Panorama-Frontscheibe und die gelungenen Linien des Grand Picasso. Der Wagen sieht schick aus. 17 Zentimeter kürzer und gedrungener ist der einfache C4. Und er ist 2000 Euro günstiger.

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