https://www.faz.net/-gya-acpir

Fahrbericht Aiways U 5 Premium : I did it M’Aiways

Aiways U 5 Premium Bild: Helge Jepsen

Der chinesische Hersteller Aiways hat ein elektrisches Familien-SUV zum Preis eines Kompaktwagens im Angebot. Kann das etwas taugen?

          4 Min.

          Der erste Eindruck zählt, dozierte einst der Leiter des Rhetorikkurses, wer den Einstieg verbocke, habe Mühe, die Sympathien zu gewinnen. Wenn das stimmt, werden der Aiways und der Autor keine Freunde mehr: Um das gerade geholte Elektroauto für die Verbrauchsmessung vollzuladen, wurde es an die Wallbox des Nachbarn gehängt. Und ging dann trotz aller Überredungskünste nicht mehr ab. Die offenbar ohne menschliche Hilfe aus dem Chinesischen übersetzte Bedienungsanleitung sagt dazu, dass man nach erfolgreicher Paarung den Ladestapel vom EV-Ladegerät trennen soll, und falls das misslingt, möge man sich sofort an Aiways wenden. Der Nachbar hätte unterdessen gern seinen Mercedes angehängt. Zum Glück kennen die Mitarbeiter in der Münchner Zentrale den Trick: zwei Knöpfe auf der Fernbedienung fünf Sekunden lang gleichzeitig drücken.

          Lukas Weber
          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

          Jene ist glatt wie ein abgenutztes Seifenstück und hat keine Öse, um sie am Schlüsselbund zu befestigen. Das war’s auch fast schon mit der Kritik, was zählt, ist nämlich der zweite Eindruck, und der ist weit überwiegend positiv. Aiways ist eine noch junge Marke, der Name ist ein Kunstwort aus Ai (Liebe) und ways (Wege). Der U 5 ist hierzulande das einzige Modell und bei vielen Kunden Kult, sie tummeln sich in Foren, der Anbieter liest mit und versucht, die Anregungen aufzugreifen. Lange Preislisten gibt es nicht, wer ihn haben will, kann nur zwischen der gut ausgestatteten Variante Standard für knapp 39 000 Euro und der sehr gut ausgestatteten namens Premium wählen. Die ist wegen der Ledersitze – im Testwagen in empfindlichem Cremeweiß – nichts für Veganer, bietet aber für 3000 Euro Aufpreis ein riesiges Glasschiebedach, eine Heizung der vielfach elektrisch verstellbaren Frontsitze und einen Parkassistenten. Sonst hat schon Standard fast alles, was man sich wünschen könnte, weder für Geld noch für gute Worte gibt es aber eine Lenkradheizung, ein Head-up-Display, eine Anhängerkupplung oder gar ein Navi, das Telefon muss über Kabel verbunden werden.

          Testen Sie unser Angebot.
          Jetzt weiterlesen.

          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

            FAZ.NET komplett

          : Aktion

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+

          Spezialisiert: Akasol liefert Batterien an Autozulieferer.

          Batteriespezialist Akasol : In einer Liga mit Tesla

          Aus einer studentischen Forschungsgruppe namens Akasol ist in Darmstadt ein „Hidden Champion“ geworden, der im Begriff ist, den Weltmarkt zu erobern. Für den Standort Hessen ist das Sieg und Niederlage zugleich.
          Edgar Engist mit seinen Hunden und Schafen auf seiner Wiese in Bollschweil. Der Schäfer fragt sich, warum Wölfe so viel mehr wert sein sollen als seine Arbeit.

          Landfrust : Im Würgegriff der Bürokraten

          Von Wolf bis Windkraft: Gut gemeinte Vorschriften, die in fernen Großstädten erdacht werden, treiben die Selbständigen auf dem Land in den Wahnsinn.
          Bundeskanzler Gerhard Schröder und die damalige CDU-Vorsitzende Angela Merkel unterhalten sich am 12. September 2005 in einem Fernsehstudio.

          16 Jahre Kanzlerschaft : Wie die Ära Merkel begann

          Im Sommer 2005 galt Angela Merkel als sichere Siegerin der bevorstehenden Bundestagswahl. Doch Bundeskanzler Gerhard Schröder führte den Wahlkampf seines Lebens. Erinnerungen an eine Zeit, die vieles verändern sollte.