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VW T6 im Test : Welcome to the Hotel California

Nicht am Strand, aber wenigstens an einem schönen Fluss Bild: Boris Schmidt

Erstes Probewohnen im neuen VW T6 California. Ganz im Geiste des ehemaligen Hippiemobils kann man auf der Rückbank auch zu dritt übernachten.

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          Diese Überschrift musste einfach sein. Denn trotz der frischen Konkurrenz aus dem Hause Mercedes-Benz durch die V-Klasse Marco Polo ist der VW Bus für die meisten immer noch das Maß der Dinge, wenn es um ein kompaktes und wendiges Wohnmobil geht. Seit der Einführung der Modellvariante durch VW im Jahr 1988 - elf Jahre nach dem Welthit der Eagles - wurden bisher insgesamt gut 110.000 Kalifornier verkauft, Tendenz von Generation zu Generation steigend.

          Boris Schmidt

          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

          Nachdem der Bus, der in VW-Sprech einfach T (für Transporter) heißt und mit einer Ziffer gekennzeichnet wird, inzwischen bei der 6 angekommen ist, wird jetzt das Modell zum Schlafen und Wohnen nachgeschoben. Publikumspremiere ist auf dem Caravan-Salon Ende dieses Monats in Düsseldorf, bestellt werden kann schon jetzt, die Preise beginnen bei 41.430 Euro. Alle Neuerungen, die dem T6 zugutekommen, betreffen selbstverständlich auch den California, also die leichten Retuschen am Design, die neuen Motoren (alle Euro 6 und mit Start-Stopp) und als Optionen ein moderneres Infotainment, mehr Assistenzsysteme und ein dynamisches Fahrwerk. Kritiker monieren, der T6 sei allenfalls ein Fünfeinhalb, weil mehr Facelift als tatsächlich eine neue Generation, aber wir wollen mal nicht so kleinlich sein.

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          So oder so, vom Talent zum Camper ging dem California nichts verloren, und er erscheint nach wie vor als die beste Lösung, wenn man kompakt unterwegs sein will (Länge fünf Meter, Höhe knapp zwei Meter) und bis zu vier Personen unterbringen möchte.

          Zwei Benziner mit 150 und 204 PS kommen noch

          Neu sind die Ausstattungslinien Beach, Coast und Ocean, wobei der „Strand“ das Einsteigermodell ist. In ihr haben wir eine Nacht probegewohnt und durchaus Gefallen daran gefunden. Der Wagen war mit einer aufpreispflichtigen Standheizung (1672 Euro) ausgerüstet. Im Beach geht es nur ums Schlafen, eine kleine Küchenzeile nebst Kühlschrank wie im Coast oder Ocean gibt es nicht. Entweder man legt sich auf die Dreier-Rückbank, die sich manuell zur Schlafstatt umbauen lässt, oder man übernachtet im Oberstübchen. Das Ausstelldach ist auch manuell relativ einfach zu bedienen, auf eine Elektrik muss im Beach verzichtet werden, der Ocean hat sie serienmäßig, beim Coast kostet’s 1862 Euro.

          Hat man das Dach nach oben gestemmt, kann man durch Heben des Zwischenbodens (mit Lattenrost) den Kopfraum im Wagen entscheidend vergrößern (zum Kochen an der Küchenzeile mit ihrem Zweiflammen-Gasherd zum Beispiel). Der Boden bleibt Dank einer Gasdruckfeder oben und muss nicht eingehängt werden wie bei der V-Klasse. Dafür hat diese ein zu öffnendes Fenster in der großen Heckklappe, das gibt es beim T6 (noch) nicht. Zwei Campingstühle, die an der Innenseite der Heckklappe untergebracht sind, sowie der Klapptisch in der seitlichen Schiebetür gehören nach wie vor zur Grundausstattung eines California, ebenso Jalousien und Blenden zur Verdunklung der hinteren Fenster.

          Platz ist genug vorhanden

          Die Windschutzscheibe und die Seitenfenster in den vorderen Türen werden schlicht mit passenden Tüchern blickdicht gemacht. Auf der großen Bank schläft es sich sehr gut, vielleicht kann man dort sogar zu dritt nächtigen. Auf Wunsch gibt es auch eine Zweier-Bank und gegen Aufpreis ein oder zwei weitere Sitze, Platz genug ist vorhanden.

          Zurzeit sind vier 2,0-Liter-Dieselmaschinen im Angebot, geboten werden 84, 102, 150 oder 204 PS. Während der Basismotor nur für wirklich genügsame Naturen zu empfehlen ist und wie das 102-PS-Aggregat mit einer Fünfgang-Schaltung auskommen muss, überzeugt der 204-PS-Motor erwartungsgemäß mit seinem kraftvollen Antritt. Hier ist auch Allrad verfügbar. Als Ocean stellt der 4×4 das Topmodell für 68.371 Euro dar, der Beach 4×4 ist gut 14.000 Euro billiger. Zwei Benzinmotoren mit 150 oder 204 PS werden im Herbst noch nachgereicht.

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