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BMW 6er Gran Coupé : Vier plus eins gleich sechs

5 Meter lang, 2 Meter breit: So soll das 6er Gran Coupé in die nächste Nische passen Bild: BMW

Nach Mercedes-Benz, Audi und Porsche fährt im Frühsommer 2012 auch BMW ein viertüriges Coupé heran - das erste in der Geschichte der Marke. Dank des gewachsenen Radstands traut der Hersteller sich die Bezeichnung „4+1-Sitzer“.

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          Es ist ja nicht so, als sei das Sechser Coupé kein schicker, schneller, komfortabler und in Maßen gar alltagstauglicher Sportwagen. Gut, man klemmt sich die Finger an der höllisch schweren Rückenlehne, wenn man den Vordersitz zur Befreiung der hinten eingepferchten Nachwuchskräfte aus dem Weg räumen möchte. Auch beschränkt die Prozedur die Freude am Abhängen etwaiger Brioni-Sakkos oder den handgelenk-lockeren Wurf der Louis-Vuitton-Tasche in die zweite Reihe.

          Holger  Appel

          Redakteur in der Wirtschaft, zuständig für „Technik und Motor“.

          Und Parklücken sollten nicht viel kleiner als der Flugzeughangar der privaten Cessna ausfallen, sonst drückt die nimmer endende Fronttür den furchtbar teuren Sonderlack in die Hauswand oder ins Blech des automobilen Nachbargefährts.

          Schnittiges, festes Dach - und trotzdem vier Türen

          Das ist den Münchnern natürlich bekannt, und es wird ihre Fans feiner Coupés kaum stören. Gegen das betörende Sechser Cabriolet ist ohnehin weder anderes bayerisches noch sonst irgendwelches Kraut gewachsen. Doch womöglich gibt es Menschen, die gerne ein schnittiges, festes Dach über dem Kopf haben und trotzdem auf vier Türen nicht verzichten möchten.

          Die durften sich bislang von einem Mercedes-Benz CLS, einem Audi A7 oder Porsche Panamera verführen lassen. Das konnten die in diesem Fall etwas zögerlichen Mannen von BMW nicht länger auf sich sitzen lassen, schließlich fährt die Konkurrenz aus Stuttgart nun schon in zweiter Generation ihren Erfolg in dieser Klasse ein.

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          Deshalb rollt zum Frühsommer 2012 das 6er Gran Coupé heran. BMW gewährt schon jetzt einen Blick auf das erste viertürige Coupé in der Geschichte der Marke. Damit es auch von vorne vom Zweitürer zu unterscheiden ist, hat ihm das Design eine leicht andere Front mitgegeben, die „Galvanikspangen zwischen Lufteinlass und Nebelscheinwerfern“ trägt.

          Sei’s drum, es sieht irgendwie kräftiger, aber nicht unbedingt eleganter aus. Stolz sind die Bayern darauf, dass ihr Viertürer ungewöhnlich flach und sportlich ums Eck kommt und von seiner konturierten Motorhaube, dem gestreckten Radstand und der zurückversetzten Fahrgastzelle geprägt wird.

          Standesgemäßes Format

          Noch wichtiger dürfte der anvisierten Klientel womöglich sein, dass im hinteren Bereich des Abteils nun nutzbare Sitze versprochen werden, die gewissen Raum vor den Knien aufweisen sollen. Der gegenüber dem Coupé um 113 auf 2968 Millimeter gewachsene Radstand führt gar dazu, dass sich BMW die Bezeichnung „4+1-Sitzer“ traut. Wir sind gespannt, wer auf dem „+1“ wird sitzen können, und laden schon jetzt den Vorstandsvorsitzenden zu unserer ersten Ausfahrt mit vier Kumpels ein.

          Immerhin sind 5 Meter Außenlänge und 2 Meter Breite diesseits der linken Baustellenspur ein standesgemäßes Format, und dank geteilt umlegbarer Rücksitzlehnen wächst der Gepäckraum bei Bedarf von 460 Liter auf 1265 Liter. Das sollte für den Ausflug nach Lech genügen, zumal zur Erkraxelung der Berge im 650i auch Allradantrieb zur Verfügung stehen wird.

          Alles, was gut, schön und teuer ist

          Motorisch und preislich etwas genügsamer geht es weiter unten los, im 640i schlägt ein nach Benzin dürstender Reihensechszylinder mit 235 kW (320 PS). Den 650i setzen acht Zylinder in V-Form unter Dampf, 330 kW (450 PS) werden genügen, um den knapp 1,9 Tonnen schweren Viertürer angemessen zu bewegen. Für Freunde des Selbstzünders ist ebenfalls gesorgt, der 640d hat den famos laufenden Reihensechszylinder-Diesel mit 230 kW (313 PS) unter der langen Haube.

          Die bekannt sanft schaltende Achtgangautomatik und dynamische Dämpfer gehören ebenso zur Serienausstattung wie elektrisch einstellbare Lederbestuhlung samt Sitzheizung, Zwei-Zonen-Klimaautomatik, Xenon-Scheinwerfer, 18-Zoll-Leichtmetallfelgen sowie die Radioversion Professional mit 9 Lautsprechern. Natürlich darf auch der neuerdings bei BMW unvermeidliche Fahrerlebnisschalter zur Anwahl verschiedener Fortbewegungsprogramme nicht fehlen. Darüber hinaus gibt es alles, was gut, schön und teuer ist.

          Der Einstieg in den viertürigen 640i gelingt zu 79.500 Euro. Doch wer schon einmal Preis- und Ausstattungslisten von BMW studiert hat, wird sich wenig über das schier grenzenlose Zusatzangebot wundern und ein Wochenende zu dessen Sortierung und der Durchsicht jüngster Kontoauszüge bereithalten. Wem das noch nicht genug ist, der darf vom Start weg das M-Sportpaket draufpacken oder sich von BMW Individual einkleiden lassen.

          Hergestellt wird das 6er Gran Coupé im Werk Dingolfing, in dem auch seine zweitürigen Geschwister mit und ohne festes Dach vom Band laufen. Eine schrecklich nette Familie, die womöglich noch nicht vollzählig ist.

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