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Audi A6 Avant 3.0 TDI Quattro : Ein starker Held mit hoher Gage

  • -Aktualisiert am

Der neue Audi A6 Avant 3.0 TDI Bild: F.A.Z., Audi

Mit dem kräftigsten Diesel unter der Haube gibt der A6 in Kombiversion einen selbstbewussten Heldentenor. Dafür sorgt aktives Klang-Tuning. Die übrigen Qualitäten des geräumigen Kombis sind von handfester Natur.

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          Erster Akt: Auftritt A6 Avant. Das Kostüm lässt viel erwarten, die Proportionen stimmen, und manch eine wohlplazierte Verkleidung deutet Muskeln an. Der Kombi lebt von der Harmonie zwischen Breite und Höhe, die Überhänge geben ihm optischen Schwung, und weil ein Held niemals ins Wanken geraten sollte, steht er sicher auf dicken Leichtmetallrädern im 19-Zoll-Format.

          Vorne kündigen die geschwungenen LED-Bänder des Tagfahrlichts allen, von welchem Blut der Recke ist. Am Heck - oder besser darunter - blitzen links und rechts die Chromblenden der beiden Auspuffendrohre. Vorbei sind offensichtlich jene Tage, an denen Abgasanlagen verschämt unter dem Blech endeten, selbstbewusst streckt der A6 Avant die Auslassöffnungen ins Freie.

          Zweiter Akt: Heldenarie, der V6-TDI erhebt die Stimme, nachdem er per Startknopf zum Leben erweckt wurde. Der TDI meldet sich mit einem kurzen Hochdrehen zur Stelle, raunt heiser und tourt dann im Leerlauf vibrationsarm weiter. Den Tenor gibt ein Motor vor, der über ein wahrlich wagnerianisches Drehmoment verfügt: 650 Newtonmeter Drehmoment liegen an, eine doppelte Turbo-Anlage ist ein Garant für diese famose Kraft. 230 kW (313 PS) Nennleistung sollten auch noch erwähnt werden. Das sind Werte, die bislang nur in der Oberklasse zu finden waren.

          Ein Hansdampf in allen Gassen

          Dritter Akt: Wahlhebel der achtstufigen S-Tronic auf Fahrtstellung, Lenkrad festhalten, Gas geben. Der Motor brüllt auf, 1970 Kilogramm werden mit nahezu unglaublichem Nachdruck nach vorne geschoben. Die sechs Zylinder klingen wie acht, und an Hubraum würde das Doppelte nicht überraschen. Nach 5,4 Sekunden wird die 100-Kilometer-Marke passiert, flugs eilt die Nadel weiter über die fein gezeichnete Skala. Tempo 200 ist nach nicht viel mehr als vier Atemzügen später erreicht. Bei 250 km/h gebietet der Dirigent dem Tempo Einhalt, der Tacho zeigt dann 262 km/h an.

          Der Audi A6 Avant: Teure Extras
          Der Audi A6 Avant: Teure Extras : Bild: Audi

          Der Spitzendiesel im Avant ist mit seiner Doppelturboaufladung ein Hansdampf in allen Gassen. Die unterschiedlichen Durchmesser der Turbinengeometrie sorgen dafür, dass er aus dem Stand mit Vehemenz antritt und gleichzeitig bei höheren Drehzahlen nicht die Lust an der Leistung verliert. Für das fortgesetzte Klangerlebnis mit großem Orchester aber sorgt ein Trick, der die Athleten-Akustik des A6 fast entzaubert. Ein Lautsprecher im Auspuff erzeugt das Brabbeln und Bellen, das an eine V8-Maschine erinnert. Über die elektronischen Bedienmenüs des Fahrzeugmanagements lässt sich der Klang verändern. Wem der Audi gar zu sportlich oder penetrant klingt, der bekommt in der Stellung "comfort" eine wesentlich zartere Komposition geboten.

          Vierter Akt: Verstellbar ist auch der Schaltcharakter des automatischen Getriebes. Oder der Komfort der Aktiv-Lenkung, die in der sportlichen Wahl "dynamic" eine kräftig führende Hand verlangt und in Spurrillen das Fahren zur anspruchsvollen Aufgabe macht. Das Fahrwerk lässt sich mit den adaptiven Stoßdämpfern, die Audi Magnetic Ride nennt, zusätzlich unterschiedlichen Ansprüchen an Komfort und Agilität anpassen. Wobei der stärkste Diesel-A6 niemals die große Leichtigkeit erfährt. Der V6 liegt satt auf der Vorderachse, der Allradantrieb stabilisiert den TDI-Avant in Kurven und wenn es geradeaus geht. Beides steigert die Sicherheit, nicht die leichtfüßige Fortbewegung.

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