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Fahrbericht Yamaha FJR 1300 : Holt den Horizont heran

Die Yamaha FJR 1300 Bild: Hersteller

Seit 15 Jahren ist die Yamaha FJR 1300 auf der Autobahn zu Hause. Sie hat jetzt sechs Gänge. Als Reisemotorrad ist und bleibt die FJR 1300 einmalig.

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          Reisemotorräder haben einen eher schweren Stand. Ähnlich wie beim Auto sind die SUV mehr im Blickpunkt, hier also die Reiseenduros, die martialischer aussehen und eher für den Treck durch den Himalaja taugen. Gäbe es bis dorthin eine Autobahn, wäre die große Yamaha FJR 1300 unsere erste Wahl. Gut 15 Jahre ist das dicke Schiff nun auf dem Markt, seither wurde es nur behutsam verändert. Neu sind jetzt unter anderem der Motor nach Euro-4-Norm, der 108 kW (146 PS) per Kardan ans Hinterrad schickt, ein Sechsgang-Getriebe, LED-Lichtwerk, das Heck und ein anders designtes Cockpit.

          Boris Schmidt
          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

          Das wichtigste Detail mag der sechste Gang sein, das Fehlen war in der Presse immer wieder bemängelt worden. Er ist zudem sehr lang übersetzt, was die Drehzahl senkt. Bei Tacho 140 km/h muss der 1,3-Liter-Vierzylinder-Motor der Yamaha nur 4000 Mal in der Minute die Kurbelwelle drehen, das sind Werte wie bei einem Auto. Nur beginnt dort der rote Bereich nicht erst bei 11 000 Umdrehungen. Die vielen PS kann der Reiter natürlich auch galoppieren lassen, dabei hilft, dass die unteren Gänge jetzt etwas niedriger übersetzt sind.

          Zwar widerspricht solch eine Bolzerei (0 auf 100 km/h in 3,4 Sekunden) dem Wesen der mehr als 300 Kilogramm schweren Yamaha, aber sie kann, wenn der Fahrer es will. Laut Tacho sind mehr als 260 km/h möglich, die Höchstgeschwindigkeit ist mit 245 km/h angegeben. Nur kurz hielten wir uns in diesem Geschwindigkeitsbereich auf, anders als noch vor 15 Jahren, als eine leere A 31 von Bottrop nach Emden der ideale Ort war, um die damalige Yamaha FJR 1300 minutenlang stoisch weit über 200 km/h laufen zu lassen. Man wird älter und ruhiger. Aber noch immer gilt: Dieses Motorrad holt den Horizont näher heran, wie es ein Kollege vom „Motorrad“ trefflich beschrieb.

          Laut Tacho sind mehr als 260 km/h möglich, die Höchstgeschwindigkeit ist mit 245 km/h angegeben Bilderstrecke
          Laut Tacho sind mehr als 260 km/h möglich, die Höchstgeschwindigkeit ist mit 245 km/h angegeben :

          Größter Kritikpunkt war damals das fehlende ABS, die Motorleistung war fast dieselbe, 144 PS und ein maximales Drehmoment von 134 Newtonmeter. Heute sind es zwei PS mehr und 138 Nm, ebenfalls bei 7000/min. 26 500 Mark waren 2001 zu zahlen, heute sind wir - mit ABS und den anderen Verbesserungen - bei 18 995 Euro. Die Koffer hinten sind 2016 serienmäßig (damals 1000 Mark Aufpreis). Auch die übrige Ausstattung ist wesentlich umfangreicher: Das Fahrwerk lässt sich elektronisch verstellen, zum einen auf die Beladung (eine Person, zwei, mit oder ohne Gepäck), dazu können die Dämpfer auf Soft, Standard und Hart gestellt werden.

          Insgesamt gibt es 12 verschiedene Möglichkeiten. ABS ist dabei, klar, aber auch eine Traktionskontrolle, und man kann die Motorcharakteristik von „Tour“ auf „Sport“ verstellen. Selbst ein Tempomat ist an Bord, über dessen Sinn man bei einem Motorrad aber immer streiten kann. Er taugt dafür, das Tempo zu halten, wenn die rechte Hand ausgeschüttelt werden muss, weil es in bestimmten Tempobereichen zu Vibrationen in den Lenkerenden kommt, hauptsächlich rechts. Heizgriffe sind übrigens auch Grundausstattung.

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