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Wohnmobil La Strada Avanti L : Der hat was auf dem Kasten

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Gegenüber hat der Küchenblock seinen Platz. Unter seiner gläsernen Abdeckung finden sich eine Edelstahlspüle und drei Gasbrenner mit Zündautomatik. Wer mit großen Töpfen und Pfannen kocht, kann nur zwei der Feuerstellen nutzen, das Raumangebot ist begrenzt. Dafür lässt sich die Anrichtfläche mit einer Klappe nach vorne verlängern, was allerdings den Ein- oder Ausstieg durch die seitliche Schiebetür des Ducato verengt. Wer das Komfortpaket für 2000 Euro Aufpreis wählt, bekommt neben nützlichen Extras wie unter anderem praktischen Rollos zur Verdunkelung des Fahrerhauses, eine elektrisch ausfahrende Einstiegsstufe und eine 100-Ah-Bordbatterie mit Gel- statt Säurefüllung eine große Insektenschutz-Jalousie. Der 80-Liter-Kühlschrank ist auf Augenhöhe und als Raumteiler zwischen Pantry und Schlafbereich eingebaut, wer etwa 300 Euro extra investiert, bekommt statt des Absorbergeräts einen um zehn Liter größeren Frischhalteschrank, der mit einem leistungsfähigen Kompressorsystem kühlt.

Stauraum für die Bordbibliothek

Der Tisch der Halbdinette mit ihren angenehm straffen Polstern wird nach dem Drehen der beiden bequemen Sitze im Fahrerhaus zur Essecke für vier, die doppelte und verschiebbare Tischplatte erlaubt nicht nur opulente Menü-Folgen, sondern leistet auch als Arbeitsfläche gute Dienste. Hilfreich sind in allen Fällen die stimmungsvollen LED-Spots, die alles ins rechte Licht rücken und punktgenau die Lektüre erhellen. Stauraum für die Bordbibliothek gibt es in zwei Dachschränken, ein weiteres großes Fach ist über den Sitzen im Fahrerhaus eingebaut.

Die Versorgungsvorräte im Avanti L sind großzügig bemessen. Bis zu 100 Liter frostsicher untergebrachtes Frischwasser sichern die Unabhängigkeit über mehrere Tage, der Abwassertank fasst 80 Liter. Kocher und Heizung zapfen ihre Energie aus zwei Elf-Kilogramm-Gasflaschen, das Duo ist unter der Liegefläche im Heck verzurrt. Dort gibt es außerdem reichlich Platz für Zubehör wie Auffahrkeile, Campingmöbel, ein Vorzelt oder Sportausrüstung. Beladen lässt sich der große Kofferraum nicht nur durch die Flügeltüren am Heck, sondern auch eine Klappe zum Wohnraum.

Motorisiert mit dem 109 kW (148 PS) starken Vierzylinder-Diesel, kann das La-Strada-Mobil zügig unterwegs sein. 160 km/h als Höchstgeschwindigkeit schafft die 2,3-Liter-Maschine mühelos, die Euro-6b-Norm auch ohne Harnstoffeinspritzung. Ihre Geräuschentwicklung ist dezent, der Verbrauch bei eiligen Reisen auf der Autobahn allerdings üppig. 15,4 Liter Treibstoff auf 100 Kilometer sind dann die Regel. Gemäßigtes Fahren senkt den Konsum auf 8,4 Liter, den Durchschnittswert haben wir mit 10,4 Liter ermittelt. 380 Newtonmeter Drehmoment stellt das Triebwerk bei 1500 Umdrehungen in der Minute bereit, das sorgt für hohe Durchzugskraft und erleichtert niedertouriges Fahren zum Zweck der Verbrauchsminderung, der Griff zum Schalthebel des Sechsganggetriebes ist dann selten.

Bei einer Länge von 5,99 Metern gilt der Avanti L noch als kompaktes Fahrzeug. Was das Fahren in der Stadt eher mühevoll macht, ist der 4,04 Meter lange Radstand, der den Wendekreis vergrößert und das Rangieren erschwert. 2,65 Meter Höhe verbieten überdies den Besuch von Parkgaragen. Dennoch kommt der Fiat sicher durch die City, gute Übersichtlichkeit, eine optionale Rückfahrkamera und Parksensoren helfen dabei. Für unseren Avanti L stand ein Preis von rund 64.000 Euro am Ende der Ausstattungsliste. Fast 14.000 Euro haben die begehrenswerten Extras ausgemacht. Dennoch ist die Produktion bei La Strada mehr als gut ausgelastet, mit mindestens sechs Monaten Lieferzeit muss gerechnet werden. Dann aber steht dem Urlaubsvergnügen nichts mehr im Weg.

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