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GTS 300 Super : Yes, we Vespa

Die Vespa GTS 300 Super, Jahrgang 2014 Bild: Hersteller

Wenn Piaggio ein Fahrzeug überarbeitet, dann bleibt selbstverständlich die Tradition gewahrt. Der klassische Stil wird nicht angetastet. Piaggio spendiert der GTS 300 Super ein Sicherheitspaket.

          „Do you Vespa?“ Der Piaggio-Konzern hat sich einen neuen Slogan für seine kostbarste Marke zugelegt. Klingt schräg, aber sympathisch. Und wirkt im Zusammenspiel mit poppigen Plakatmotiven und Farben ebenso jugendlich frisch wie herrlich retro. Typisch Vespa, eben. Möchte nicht jeder von uns so alterslos sein? Yes, I Vespa!

          Walter Wille

          Redaktion „Technik und Motor“

          Wenn das italienische Rollerimperium ein Fahrzeug überarbeitet, dann bleibt selbstverständlich die Tradition gewahrt. Der klassische Stil wird nicht angetastet. Überraschende Schritte, harte Schnitte sind tabu, die Modellzyklen lang. Im Fall der Vespa GTS 300 Super des Jahrgangs 2014, in der vergangenen Woche vorgestellt, müssen selbst Kenner mindestens zweimal hinsehen, um Unterschiede zur vor sechs Jahren präsentierten Vorgängerin zu entdecken.

          Die Verkaufszahlen der größten, stärksten aller Motorwespen sind konstant gut

          Warum auch mehr verändern als Winzigkeiten? Die Verkaufszahlen der größten, stärksten aller Motorwespen sind konstant gut. In Deutschland beispielsweise thront die GTS 300 seit Jahren unangefochten auf Platz eins der Zulassungsstatistiken für Kraftroller. „Die Leute mögen sie so, wie sie ist“, argumentieren die Strategen im „Piaggio Group Style Center“ zu Pontedera in der Toskana.

          Die in der Rollerwelt einzigartige Stahlblechkarosse ist ebenso heilig wie die gezogene Kurzschwinge des Vorderrads, die fabelhaft natürliche Küchenstuhl-Ergonomie samt freiem Durchstieg, die Taille und der Po. Alles wie gehabt. Die auffälligste Designänderung findet sich im Cockpit mit dem breiten Fünfziger-Jahre-Tacho in Trapezform, ähnlich dem Instrument der kleineren Vespa Primavera. Die berühmte „Krawatte“, also die Abdeckung der Lenksäule auf dem Frontschild unterhalb des Scheinwerfers, hat eine überarbeitete Form, das Rücklicht nun einen Chromrahmen, in den vorderen Blinkern finden sich LED-Positionslichter. Dazu noch anderer Sitzbankbezug, neue Schutzmatte auf dem Mitteltunnel - das war’s im Wesentlichen.

          Die neue GTS ist - gegen Aufpreis von 300 Euro - mit einem Antiblockiersystem für die beiden Scheibenbremsen zu haben

          Bedeutsamer ist die Aufzählung der technischen Veränderungen im Dienste der Sicherheit. Die neue GTS ist - gegen Aufpreis von 300 Euro - mit einem Antiblockiersystem für die beiden Scheibenbremsen zu haben. Sensoren und Steuerung des Zweikanal-ABS werden zudem für eine (abschaltbare) Antischlupfregelung des Hinterrads genutzt. Federung und Fahrverhalten insgesamt profitieren spürbar von einer verbesserten Verbindung von Federbein und Vorderradschwinge über ein Gelenk nach dem Vorbild der Primavera.

          Unverändert, ließ Piaggio zunächst wissen, sei der wassergekühlte Einzylinder mit 278 Kubikzentimeter Hubraum, 22 PS (16 kW), 22 Nm und 118 km/h Höchstgeschwindigkeit geblieben. Uns erschien er bei einer ersten Probefahrt allerdings leiser und etwas zahmer als bisher. Auf Nachfrage wurde bestätigt, dass im Sinne eines noch ruhigeren Klangs an dem sparsamen, kultivierten Triebwerk etwas herumgedoktert wurde (Luftzufuhr, Abgastrakt). Ob dabei tatsächlich ein bisschen Temperament abhandenkam oder wegen der geringeren Geräusche nur dieser Eindruck entstand, war zunächst nicht herauszufinden.

          Die auffälligste Designänderung findet sich im Cockpit mit dem breiten Fünfziger-Jahre-Tacho in Trapezform

          Die GTS 300 Super kommt im Mai für 5790 Euro (ohne ABS 5490) in den Handel. Zur Serienausstattung zählt jetzt eine USB-Buchse zum Anschluss des Smartphones. Mit Hilfe einer Gratis-App (zunächst nur Apple, später auch Android) und eines etwa 160 Euro teuren Bluetooth-Moduls wird das Handy zum Navigationssystem und Zweit-Cockpit der Vespa, das alle möglichen Fahrdaten anzeigt und speichert - bis hin zu Beschleunigungswerten, Drehmoment, Drehzahl, Schräglage, Verbrauchswerten. Vergesslichen zeigt das Handy an, wo sie ihre Vespa geparkt haben.

          Weniger gravierend fiel der Fortschritt beim Staufach unterm Sitz aus. Das wurde zwar einen Tick größer, taugt nach wie vor allerdings nur für sehr flache Jethelme. Unerfüllt bleibt der Wunsch nach einem Edelstahlauspuff (anstelle des schnöden Stahltopfs). Aber das ändert natürlich nichts daran, dass man jedes mal ganz vespa ist, wenn man eine Runde mit einer GTS gedreht hat.

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