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Fahrbericht Škoda Kodiaq RS : Für sparsame Zügigfahrer

  • -Aktualisiert am

Mächtig: Škoda Kodiaq RS Bild: Hersteller

Viel Kraft und wenig Verbrauch: Der Kodiaq RS ermöglicht niedrigtouriges Fahren. Er bietet trotz der grundsätzlich sportlichen Abstimmung guten Federungskomfort.

          Die Lackierung des Testwagens legt eine falsche Fährte. Auch das wenig kleidsame Feldgrau verwandelt den Škoda Kodiaq in seiner RS-Version nicht in eine graue Maus. Bei schelmischen 49.990 Euro beginnt die Preisliste für die komplett ausstaffierte Fünfsitzer-Variante. Wobei die schärfste Konkurrenz zu dieser RS-Variante im eigenen Hause lauert: Der Kodiaq 2.0 TDI 4×4 mit 190 PS und 400 Newtonmeter maximalem Drehmoment kommt ab 38.740 Euro und ist kaum langsamer.

          Doch der Kodiaq RS bringt vor allem jene Qualitäten ins Spiel, bei der sich seine eigene Zielgruppe die Hände reibt: Nicht ohne Grund wummert im RS der stärkste Hightech-Diesel, den es in der Vierzylinder-Welt des VW-Konzerns überhaupt gibt. Mit Biturbo-Technik für den Adblue-Diesel entstehen aus 1968 Kubikzentimeter Hubraum bei 4000 Umdrehungen in der Minute 240 PS, und das maximale Drehmoment erreicht sehr spürbare 500 Nm von etwa 1800 bis gut 2600/min. Wobei 80 Prozent davon schon bei rund 1300/min bereit sind, und dieser Wert wird bis 4000/min gehalten.

          Das ermöglicht niedrigtouriges Fahren, und dieses Schonprogramm entspricht den Wünschen der RS-Vielfahrer, die in bequemen Sportsitzen mit großem Raum für ihre Musterkollektionen (Anhängelast nur 1750 Kilo) und dauerhaft zügigen 180 km/h auf der Autobahn ihre Kundentermine ohne körperliche Überlastung auf dem flachen Land abhaken können. Dabei sorgen etliche elektronische Helfer für frische sowie entspannende Fahrwerks- und Motorreaktionen, auch die Siebengang-Doppelkupplung agiert entlastend oder sehr schnell schaltend. Meist leise schnurrend und nur beim Ausdrehen der Gänge in Dieselmanier knurrend, bietet der Vierzylinder flotte Fahrleistungen, neigt aber zu milden Vibrationen.

          Aus dem Stand kamen wir mit dem fast zwei Tonnen wiegenden SUV in 7,5 Sekunden auf 100 km/h. Bilderstrecke

          Aus dem Stand kamen wir mit dem fast zwei Tonnen wiegenden SUV in 7,5 Sekunden auf 100 km/h, erreichten nach eigener Messung 225 km/h, und das bei einem Durchschnittsverbrauch von 7,8 Liter Diesel. Der Tank fasst 60 Liter. Mit sensiblerem Gasfuß blieben wir auf Teilstrecken deutlich unter sieben Liter, verfeuerten aber auch gut neun. Intensive Geländefahrten ersparten wir dem Langstreckenläufer und erfreuten uns eher am neutralen Kurvenverhalten. Trotz der grundsätzlich sportlichen Abstimmung bietet das Fahrwerk guten Federungskomfort, und die Abrollgeräusche werden konsequent außen vor gehalten. Dass Škoda zu seiner bewährten Pfiffigkeit im Detail ein weiteres Schmankerl hinzufügte, darf lobend erwähnt werden: Von Ford-Modellen kennen wir den aus- und einfahrenden Schutz für die Türkanten, den der geschmeidige RS übernommen hat. Es wird ja immer enger um uns.

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