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Fahrbericht Škoda Fabia : Der auffällig Unauffällige

Ganz nach dem Geschmack aller Grünen und Umwelthelfer: Škoda Fabia Bild: Hersteller

Der neue Škoda Fabia ist nur leicht retouchiert. Dafür hat er einen neuen Motor - und der ist mit seinen Dreizylindern recht talentiert.

          Der Škoda Fabia und seine Klassenkameraden müssen ganz nach dem Geschmack aller Grünen und Umwelthelfer sein. Mehr Auto brauchen die wenigsten, sogar Platz für die vierköpfige Familie gibt es, wenn die Ansprüche nicht zu hoch sind, immerhin hat jeder Passagier seine eigene Tür. Das sehen wohl viele so, der Fabia gehört zu den beliebtesten Kleinwagen. Und wer sein Auto aus purer Lust am Fahren hält, wird wohl kaum ein solches Modell wählen.

          Lukas Weber

          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

          Dachten wir, bis der Testwagen vor der Tür stand. Der hat uns, auch wenn es politisch nicht mehr korrekt ist, das zu sagen, Spaß gemacht. Das gilt für die äußeren und auch für die inneren Werte. So ist der Fabia nach der jüngsten Nasenkorrektur und ein paar Modernisierungen am Außenkleid auf den zweiten Blick fast hübsch geworden, besonders in der von uns gefahrenen gehobenen Ausstattungsvariante Monte Carlo. Statt der dürren Serienpneus mit 15 Zoll sind in diesem Fall Niederquerschnittsreifen des Formats 215/40 in 17 Zoll montiert, die gut mit dem Sportfahrwerk harmonieren, das straff, aber nicht unkomfortabel ist. Rundum versehen LED-Lampen ihren Dienst, die vorn in allen Varianten dem Lenkeinschlag folgen und im Monte Carlo hinten für ein apartes Aussehen sorgen.

          Innen fühlt sich der Fahrer in den Schalensitzen wohl, wie von Škoda gewohnt liegt alles am rechten Platz. Er sitzt vor einem griffigen Lederlenkrad, das die wichtigsten Funktionen befehligt und trotzdem nicht überladen ist. Der Blick fällt auf neugestaltete Rundinstrumente, die herrlich analog sind, die digitalen Anzeigen des Bordcomputers dazwischen stören das Bild nicht. Ebenfalls in Leder ist der Schalthebel gebettet, er führt durch ein Fünfganggetriebe, dessen Stufen so butterweich hineinflutschen, dass man versucht ist, ohne Kupplung zu schalten.

          Nach ein paar Modernisierungen am Außenkleid auf den zweiten Blick fast hübsch geworden. Bilderstrecke

          Ein Gefühl der Enge kommt nicht auf. Hinten ist reichlich Platz für vier Personen, mit fünf wird es aber knapp. Sie genießen den Durchblick, den das Glasdach gewährt. Es dürfte vorn etwas tiefer hinabreichen, und das Rollo ist pofelig. Der Kofferraum fasst klassenüblich bis zu gut einem Kubikmeter, wenn die Rücksitzbank umgelegt ist. Hübsch praktisch sind die kleinen Ideen: Eiskratzer im Tankdeckel, Abfallbehälter in der Tür, und im Kofferraum ein Haken für die Handtasche.

          Wenn es etwas zu bekritteln gibt, dann die zu eng beieinanderliegenden Pedale, dicke Winterschuhe verhaken sich gern. Die an sich schon gute Ausstattung lässt sich durch allerlei Schnickschnack erweitern, das hat in unserem Fall den Basispreis des Monte Carlo von 19 890 Euro um fast 6000 Euro aufgeblasen.

          Neu ist der Motor. Zu unserem Bedauern gibt es keinen Diesel mehr, dafür aber einen knurrigen Dreizylinder mit einem Liter Hubraum in vier Leistungsstufen. Sie reichen bis zu 110 PS, die dann auch mit Doppelkupplungsgetriebe erhältlich sind. Wieso das besser sein soll als ein anständiger Vierzylinder, wissen wir nicht, geben aber mit zusammengebissenen Zähnen zu, dass die gefahrene zweitstärkste Variante mit 95 PS ein gelungenes Aggregat ist. Der Turbo entlockt den drei Brennräumen schon bei 1800/min das höchste Drehmoment von 160 Nm, so dass praktisch aus Leerlaufdrehzahl bis 6000/min heraus beschleunigt werden kann. Der leichte Fabia zieht kontinuierlich ohne erkennbare Spitzen von dannen, kaum mehr als 10 Sekunden von null auf 100 km/h hätte man früher als sportlich bezeichnet.

          Die versprochenen 185 km/h erreichte unser Exemplar nicht ganz, der frech voreilende Tacho geht bis 240, die nur im freien Fall möglich sind. Bis weit über die Richtgeschwindigkeit bleibt der Fabia schön leise. Und der Verbrauch? Eine Fünf vor dem Komma ist bei größter Zurückhaltung möglich, wer sich Freude am Fahren gönnt, braucht 7 bis 8 Liter. Das hätte ein geschmeidigerer Vierzylinder auch gekonnt.

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