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Fahrbericht Renault Clio : Mit drei spielt Vier

  • -Aktualisiert am

Bild: Helge Jepsen / F.A.Z.

Renault setzt mit seinem neuen Kleinwagen Clio ganz auf jugendliches Design und drei Zylinder im Motorraum. Das klingt nach einem guten Plan.

          4 Min.

          Der Name erwies sich als eine gute Wahl. Vor fast 30 Jahren wurde bei Renault der roboterhaft klingende und mitunter schlampig gebaute R5 vom Clio abgelöst. Und die griechische Muse der Geschichtsschreibung hatte nichts Besseres vor, als in die Renault-Historie einzugehen: Seither sind rund 15 Millionen Einheiten gebaut worden. Schon die vierte Generation kam im Ganzkörper-Muskel-Design, beeinflusst von Laurens van den Acker. Jetzt hat der Design-Chef von Renault den neuen Clio geformt, und dieser gleicht zwar seinem Vorgänger, übertrifft ihn aber in seiner umfassenden Botschaft: Der neue Renault Clio ist der französische VW Golf, gut für alle und alles. Auf europäischer Verkaufsebene ist er ihm ebenbürtig und in der Kunstform einer ewigen Jugendlichkeit überlegen. Bei Renault weiß man, der Clio Nummer 4 wurde hauptsächlich wegen seines Designs gekauft.

          Deshalb wurde die neue Ausgabe auch neu eingekleidet, aber im Stil bleibt sie unverändert bei der Sprache eines schwellenden Muskels, der mit intelligenten Proportionen aufwartet. Techniker in der großen Allianz von Renault, Nissan und Mitsubishi haben eine neue, gemeinsame Plattform entwickelt, die Zukunftslösungen (alternative Antriebe) mit den Forderungen der Gegenwart verbindet. Bei fast unveränderten Abmessungen (Länge 4,05 Meter) und beinahe gleichem Radstand führt der fünfte Clio mehr eleganten Raum und mehr erlebbare Ratio heran. Was es nicht mehr gibt, ist der Kombi, und für Deutschland ist kein Diesel im Angebot.

          Unerwartet ist noch immer die unnötige Originalität des hoch positionierten Außengriffs für die hinteren Türen. Irgendwie passen Position und Öffnungsverlauf nicht zur Handhaltung, aber wir haben es dann mit einem kleinen Ausfallschritt doch hingekriegt. Zwar sind drei Passagiere auf der Rückbank erlaubt, aber trotz einer Innenbreite von gut 135 Zentimetern noch immer einer zu viel, doch zwei entdecken dort auch für eine längere Strecke einen leidlich angenehmen Aufenthaltsort. Das gilt ebenso für das Gepäck, bei dessen Unterbringung eine 80 Zentimeter über der Straße kauernde Ladekante zu überwinden ist. Unter dem herausnehmbaren und höhenverstellbaren Boden wartet auf der gesamten Breite noch ein rund elf Zentimeter hohes Gelass, in dem sich wohl ein Reserverad installieren ließe, das gegen Aufpreis geliefert wird. Nach innen baut die Kante 14 Zentimeter auf. Wohl ist das der durchweg guten Stabilität des gesamten Aufbaus geschuldet, eine lästige Herausforderung für den Rücken ist das allemal. Und das gilt auch für den Zugang zum Gepäckabteil.

          Mit dem Volumen des Ladeabteils kommt man gut zurecht

          Denn die nicht mit einem separaten Griff versehene Klappe im Heck verbirgt eine unerwartet bescheiden geschnittene Öffnung: In der Höhe misst sie niedrige 60 Zentimeter, an der Ladekante bietet sie zwar einen Meter und einen Zentimeter in der Breite, verjüngt sich jedoch stark nach oben zu gerade noch etwa 84 Zentimetern. Größere Kisten vom Möbelmarkt sind nur sehr schwer hineinzuzirkeln, wenn es überhaupt klappt. Mit dem Volumen des Ladeabteils kommt man gut zurecht, es lässt sich mit wenigen Handgriffen durch das Klappen der geteilten Rücksitzlehne von 1,02 auf 1,38 Meter in der Tiefe rasch erweitern. Dabei bleiben die Sitzflächen an ihrem Platz, diese nach vorne zu klappen, wäre eleganter und böte besseren Schutz gegen das Verrutschen des Ladeguts. Ohnehin werden pfiffigere Details zur Variabilität vermisst, wie einzeln verschiebbare Banksegmente. Auch mehr und besser nutzbare Ablagen wären gewiss dienlich.

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