https://www.faz.net/-gy9-9kydm

Reisemobil Mageo 396 : Klappern gehört zum Machwerk

  • -Aktualisiert am

Im Challenger Mageo 396 ist der Ford Transit die Basis Bild: Kirchberger

Das Reisemobil Mageo 396 von Challenger bietet mit drei Hubbetten Platz für fünf Personen. Basis ist der Ford Transit, als Alternative fährt das Reisemobil auch auf Fiat-Basis.

          Challenger? Herausforderer? Der Name des Reisemobils, das da aus Frankreich zu uns kommt, weckt große Erwartungen. Challenger gehört wie die beiden ebenfalls französischen Marken Mobilvetta und Roller Team unter das Dach der Trigano-Gruppe, in Deutschland zählen Eura Mobil, Forster und Karmann dazu. Immerhin bringt es Challenger aktuell auf rund 12.000 Reisemobile und Caravans im Jahr, gebaut werden sie in Tournon-sur-Rhône, genau dort, wo die wilde Ardèche in den vielbefahrenen Wasserweg im Süden Frankreichs mündet.

          51.690 Euro kostet der 7,49 Meter lange, teilintegrierte Mageo 396 auf Basis des Ford Transit, als Alternative bietet Challenger das Reisemobil auch auf Fiat-Basis an, der Ducato kostet dann 1500 Euro mehr. Standard ist der Zwei-Liter-Diesel mit 130 PS im Transit, für ebenfalls 1500 Euro Aufpreis kommt die auf 170 PS gesteigerte Variante an Bord. Die Premium-Version des Challenger kostet 3500 Euro Aufpreis, bietet dann aber eine umfangreiche, fast vollständige Sicherheits- und Komfortausstattung.

          Der starke Selbstzünder ist überaus empfehlenswert, er läuft deutlich ruhiger als der 2,3-Liter-Diesel im Fiat, verbrauchsgünstiger ist er jedoch nicht. Die kleine Hubraumdifferenz verlangt höhere Drehzahl, wenn Leistung abgerufen wird, auch die üppigen Abmessungen des Challenger fordern mit 2,30 Meter Breite und knapp drei Meter Höhe ihren Tribut. Mit weniger als zehn Liter Treibstoff bewältigt der Challenger die 100 Kilometer kaum, trotz ökonomischer Fahrweise lag der Durchschnitt bei 10,6 Liter Diesel. Und da wäre noch das Gewicht. 3,5 Tonnen darf der 396 wiegen, bei einer Eigenmasse von 3220 Kilogramm bleiben die Zulademöglichkeiten knapp bemessen. Schon mit zwei Campern an Bord, Fahrrädern und Campingausrüstung ist die Grenze des Erlaubten nahe, für Vorräte und Reisesouvenirs reicht es kaum noch. Die Auflastung auf 4,1 Tonnen kostet 1000 Euro Aufpreis und ist dringend angeraten.

          Denn der Mageo 396 taugt mit seiner Größe und einem vielversprechenden Grundriss für bis zu fünf Urlauber. Die Schlafplätze für das Quintett werden zunächst vergeblich gesucht. Hinter den nicht sonderlich bequemen, aber drehbaren Sitzen für Fahrer und Beifahrer schließt eine großzügige Lounge an, ihre beiden Sitzbänke, die rechte davon L-förmig, rahmen den elektrisch in der Höhe verstellbaren Tisch ein. Fünf dinieren hier höchst komfortabel und für einen sechsten Essensgast ist immer noch genügend Platz. Wenn es Zeit zum Schlafengehen wird, verschwindet der Tisch nach unten, und auf einen weiteren Tastendruck surrt ein bequemes Doppelbett, 1,50 mal zwei Meter groß, an stabilen Gurten gehalten, von der Decke herab. Die Rückenpolster der Sitzgruppe können ebenso wie die Kopfstützen an ihren angestammten Positionen verharren, die Einstiegshöhe lässt sich von mittelgroßen Campern noch ohne Aufstiegshilfe bewältigen. Die Matratze ist von hoher Qualität, die Führung der Liegefläche gut, so dass sie nicht in Schwingungen gerät, wenn einer unruhig schläft.

          Die Leiter muss jedoch genutzt werden, wenn der Schlafplatz darunter gebraucht wird. Das gilt auch für die Etagenbetten im Heck, die ebenfalls elektrisch in ihre Nachtposition bewegt werden. Dumm nur, dass das Bettzeug tagsüber abgezogen werden muss, denn können sich die Liegen durch Kissen und Laken nicht in ihre Ausgangsposition bewegen, quittiert alsbald die Sicherung ihren Dienst. Tagsüber wird das Heck zum Kinderzimmer, eine solide Schiebetür teilt den Raum, nur für den Klapptisch zwischen den beiden Sitzen an den Seitenwänden wurde eine Arretierung vergessen. Nach jedem Bremsmanöver poltert er vernehmlich gegen die Rückwand zurück.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Vor UN-Klimagipfel : Jetzt muss endlich gehandelt werden

          Angela Merkel und ihre Regierung reisen mit einem Plan nach New York, mit dem sie nicht als Vorkämpfer fürs Klima zurückkehren werden. Nur guten Willen zeigen – das genügt nicht mehr. Die neuen Klimaberichte sind alarmierend.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.