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Fahrbericht Range Rover Evoque : Alles neu und keiner sieht’s

  • -Aktualisiert am

Der Evoque ist bisher ein enormer Verkaufserfolg für die Briten. Bild: Hersteller

Die zweite Generation des Range Rover Evoque läuft sich warm. Der Evoque wurde nahezu vollständig renoviert, sichtbar ist das jedoch kaum. Ein Cabriolet wird es nicht geben.

          Kaum ein anderes SUV hat mit seiner Formgebung so viel Aufmerksamkeit erregt wie vor sieben Jahren der Range Rover Evoque von Land Rover. Die coupéartigen Linien des Viertürers, eine zweitürige Version und sogar ein Kabrio haben viele Fans gefunden. Der Evoque ist bisher ein enormer Verkaufserfolg für die Briten. Am 6. April kommt die Neuauflage in den Handel.

          Wie aber einen Publikumsliebling überarbeiten, ohne die vom Kunden so geschätzten Proportionen zu verändern? Land Rover ist deshalb sehr behutsam vorgegangen, die Dachlinie senkt sich kaum erkennbar noch weiter zum Heck hinunter, die Frontpartie mit kleineren Scheinwerfern unterscheidet sich kaum wahrnehmbar von der bisherigen, der Radstand wuchs geringfügig um zwei Zentimeter. Der Evoque wurde nahezu vollständig renoviert, sichtbar ist das jedoch kaum.

          Ein Diesel markiert den Beginn des Angebots, 37 350 Euro kostet die Basisversion mit Frontantrieb und Sechsgang-Schaltgetriebe. Alle anderen Versionen (für wenigstens 42 500 Euro) bekommen einen ausgeklügelten Allradantrieb und eine neunstufige Automatik. Drei Selbstzünder in den Leistungsstufen 150, 180 und 240 PS stehen zur Wahl, die Benziner bringen es auf 200, 250 und 300 PS. Alle Triebwerke arbeiten mit vier Zylindern und haben zwei Liter Hubraum, teils doppelte Aufladung haucht ihnen Kräfte ein.

          380 bis 500 Newtonmeter Drehmoment machen die Diesel durchzugsstark, die Benzinmotoren stehen ihnen mit 340 bis 400 Nm nur wenig nach. Neu ist das Mild-Hybrid-System, das mit Hilfe eines kräftigen Starter-Generators und eines Bordnetzes mit 46 Volt Spannung beim Beschleunigen unterstützt und verbrauchsmindernd wirken soll.

          Die Dachlinie senkt sich kaum erkennbar noch weiter zum Heck hinunter. Bilderstrecke

          So gibt Land Rover für die Diesel Verbrauchswerte zwischen 5,4 und 6,3 Liter auf 100 Kilometer an, die Benziner genehmigen sich einen guten Schluck mehr und konsumieren laut Norm 7,8 bis 8,2 Liter Treibstoff. Partikelfilter für alle und SCR-Technik mit Adblue bei den Selbstzündern reinigen die Abgase. Die Fahrleistungen des Evoque sind beeindruckend. Alle Versionen bis auf den 150-PS-Diesel sprinten in weniger als zehn Sekunden von 0 auf 100 km/h, dem kräftigsten Benziner gelingt die Übung in nur 6,6 Sekunden. Die Spitzengeschwindigkeiten liegen, wiederum ist hier der Basis-Diesel ausgenommen, deutlich über 200 km/h.

          Der Innenraum bleibt den geraden Linien treu, die Materialwahl ist weiterhin bestechend, und zwei berührungsempfindliche Monitore sollen die Informationen schärfer vermitteln und die Bedienung erleichtern. Neu ist eine Polstervariante aus Eukalyptus-Textil-Gewebe, die nicht nur kosten-, sondern auch klimaneutral sein soll. Zum Standard gehören schon in der Grundausstattung Lederbezüge. Premiere feiert im Evoque der „Clear Sight Ground View“, der den Blick unter den Wagen ermöglicht, nicht nur im Geländebetrieb eine hilfreiche Assistenz. Er gibt Aufschluss über den Einschlagswinkel der Räder und auch darüber, ob sie in der gewünschten Spur rollen, und wie die Bodenbeschaffenheit ist.

          Der zweite Helfer, der im neuen Range Rover debütiert, heißt „Clear Sight Smart View“, der eine in die Dachfinne der Antenne integrierte, rückwärtig ausgerichtete Kamera nutzt und ihre Bilder auf den Rückspiegel überträgt. Nun kann auch der Beifahrer einen Blick nach hinten werfen, ohne den Kopf drehen zu müssen. Per Knopfdruck am Rahmen des Bildschirms wird der Monitor zum Spiegelglas und liefert den Rückblick wieder auf konventionelle Weise.

          Auf eine offene Version und einen Zweitürer muss beim neuen Evoque verzichtet werden. Die Verkaufszahlen waren im Vergleich zu niedrig. Mit dem SUV-Cabriolet hatte man ein Alleinstellungsmerkmal. Das fällt jetzt Volkswagen mit dem offenen T-Roc zu. Der kommt 2020.

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