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Fahrbericht Porsche Macan : Keine Pause in der Halbzeit

  • -Aktualisiert am

Der Porsche Macan betört all jene, die sich eine größere Bodenfreiheit, mehr Übersichtlichkeit und hohe Anhängelast von ihrem Herzblatt wünschen. Bild: Hersteller

Der Porsche Macan wird zur Lebensmitte noch agiler. Er erfüllt den Anspruch seiner Väter, der sportlichste Vertreter unter den SUV zu sein, mühelos.

          Kann denn Liebe Sünde sein? Wir wissen es nicht. Zumindest gibt es eine nicht eben kleine Schar Verehrer, die beinahe jedes Duell auszufechten bereit wäre, solange es um die Marke Porsche geht. Der 911, jüngst erneuert vorgestellt, gilt als die deutsche Sportwagen-Ikone schlechthin, die SUV-Baureihen Cayenne und Macan aus gleichem Hause betören all jene, die sich eine größere Bodenfreiheit, mehr Übersichtlichkeit und hohe Anhängelast von ihrem Herzblatt wünschen.

          Der kleinere, 4,70 Meter lange Geselle des allradelnden Pärchens ist seit 2014 auf dem Markt, 350.000 Exemplare haben seitdem einen Käufer gefunden. Nun, etwa zur Hälfte seines Lebenszyklus, gibt es eine Auffrischung an Bug und Heck, umfangreichere Konnektivität und einen Schuss mehr Leistung. Im Februar 2019 startet das Porsche-SUV als Macan für 58.763 Euro und als Macan S für 61.738 Euro. Diesel sind Geschichte.

          Die äußerlichen Retuschen sind marginal. Vorne wurden die Lufteinlässe umgestaltet, in den Scheinwerfergehäusen stecken künftig grundsätzlich LED, am Heck findet sich jetzt das ebenfalls mit Leuchtdioden bestückte rote Lichtband zwischen den Rückleuchten. Damit passt sich der Macan an das derzeitige Erscheinungsbild der Porsche-Familie an und betont stärker als bisher die horizontalen Linien. Neue Farben, darunter ein leuchtendes Himmelblau sowie ein recht gewagtes Metallic-Grün, sollen dem Porsche-SUV gemeinsam mit neuen Rädern Esprit einhauchen, bis es in drei bis vier Jahren tatsächlich zum Generationswechsel der Baureihe 416 kommt.

          Die äußerlichen Retuschen sind marginal. Bilderstrecke

          Im Innenraum bleibt es bei der mit übermäßig vielen Funktionstasten übersäten, hohen Mittelkonsole. Hier gehört mehr Bescheidenheit ebenso wie eine variablere Rücksitzanlage zu den unerfüllten Wünschen mancher Produktstrategen, mit denen sie sich bis zum Nachfolger gedulden müssen. Jetzt schon bekommt der Macan jedoch einen auf 10,9 Zoll vergrößerten berührungsempfindlichen Bildschirm. Das Navigationssystem ist serienmäßig an Bord und gehorcht nun auch widerspruchslos und aufmerksam den Sprachbefehlen. Darüber hinaus zählt ein Stau-Assistent, der bis 60 km/h bei stockendem Verkehr abbremst und wieder anfährt, zu den Neuerungen. Einzug hält gegen Aufpreis außerdem das aus dem 911 bekannte GT-Lenkrad, ein Ionisator steigert die Luftqualität und eine beheizbare Frontscheibe den Durchblick.

          Der Macan kommt im Februar 2019 zunächst mit zwei zur Wahl stehenden Motoren in den Handel. Basistriebwerk ist ein aufgeladener Zweiliter-Vierzylinder mit 180 kW (245 PS), der es auf eine Drehmomentspitze von 370 Newtonmetern zwischen 1600 und 4500 Umdrehungen in der Minute bringt. Er verleiht dem immer allradgetriebenen SUV beim Standardsprint ein Beschleunigungsvermögen von 6,7 Sekunden und macht es 225 km/h schnell. Der Verbrauch liegt bei 8,1 Liter Benzin auf 100 Kilometer, was CO2-Emissionen von 185 g/km entspricht.

          Eine zusätzliche Schaufel Kohle wirft der Macan S unter den Kessel. Sein Dreiliter-Turbo-V6, der auch im Cayenne und im Panamera zum Einsatz kommt, liefert 260 kW (354 PS) und eine Drehmomentspitze von 480 Nm von 1360 bis 4800/min. Damit geht es in 5,1 Sekunden von 0 auf 100 km/h, die Höchstgeschwindigkeit beträgt 254 km/h. Nach Norm verlangt der V6 bis zu 8,6 Liter Treibstoff für 100 Kilometer, 204 g/km sind das CO2-Äquivalent, also doch ein bisschen Sünde. Beide Motoren werden mit dem siebengängigen Doppelkupplungsgetriebe kombiniert, haben Otto-Partikelfilter an Bord und entsprechen der Euro-6d-Temp-Abgasnorm.

          Die Fahrdynamik hat nach der Überarbeitung des Fahrwerks nochmals gewonnen. Einlenkverhalten und Federungskomfort finden ein harmonisches Zusammenspiel, der Macan erfüllt den Anspruch seiner Väter, der sportlichste Vertreter unter den SUV zu sein, mühelos. Dabei werden im Lauf des kommenden Jahres noch potentere Versionen nachgelegt. Die GTS-Version steht ebenso wie die Turbo-Variante auf dem Fahrplan. Nur eine elektrifizierte Ausgabe ist nicht zu erwarten, die gibt es erst für die nächste Generation.

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