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Mercedes-Benz V-Klasse : Platz ist in der größten Hütte

Längenzuschlag: Die V-Klasse wird in drei Formaten angeboten. Bild: Daimler AG

Mit einer V-Klasse von Mercedes-Benz ist man für so ziemlich alle Fälle des Lebens gerüstet. Die schiere Größe des Fahrzeuges kann aber auch ein Nachteil sein.

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          Wer endlich ein Auto fahren möchte, mit dem er nun wirklich für alle Fälle des Lebens gerüstet ist, bemühe sich um die V-Klasse von Mercedes-Benz. Der VW-Bus-Konkurrent wird in gleich drei verschiedenen Längen angeboten, die Redaktion bewegte die goldene Mitte. 5,14 Meter werden hier geboten und üppig Platz. Sechs Einzelsitze sind Serienausstattung, und hinter der dritten Reihe bleibt noch ein Ladevolumen von mehr als 1000 Litern. Möglich sind aber auch zwei Dreier-Bänke hinter der ersten Reihe, dann können bis zu acht Personen im großen V unterwegs sein. 5,14 Meter – Radstand 3,25 Meter – sind schon gewaltig. Wer viel in der Stadt fährt, muss sich mit so einem großen Auto erst mal anfreunden. Möglich sind übrigens auch 5,37 Meter Länge, dann ist die V-Klasse aber endgültig ein Bus. „Kompakt“ misst er nur 4,90 Meter, der Kofferraum schrumpft auf 610 Liter, im extralangen Format sind es mehr als 1400. Der monetäre Längenzuschlag hält sich in Grenzen, 940 Euro sind es für die lange Version, noch mal 880 gilt es für die extralange draufzulegen.

          Boris Schmidt

          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

          Wer so viel Raum durch die Gegend fährt, will ihn nutzen, für ein paar Fahrräder zum Beispiel. Eigentlich kein Problem, wenn nur die Einzelsitze nicht so schwer wären und so kompliziert auszubauen. Auch der eigentlich praktische, horizontale Raumteiler im Laderaum ist dann im Weg, als Ausbaumöbel ist er schwer und unhandlich. Er kostet wie das separat zu öffnende Heckfenster zusätzliches Geld, beides ist im Alltag aber praktisch, weil fürs kurze Ablegen der Einkäufe eben nicht die riesige Heckklappe nach oben muss. Ist alles unter Schweiß und Tränen ausgeräumt, warten 2,65 Meter Laderaumlänge und mehr als 4600 Liter Volumen auf Befüllung. In der extralangen Variante wären es mehr als 5000 Liter.

          Motorisieren lässt sich die V-Klasse ausschließlich mit Diesel-Triebwerken, dazu kommt bald die rein elektrische Variante EQV, jedoch nur in lang oder extralang. Drei Diesel stehen zur Wahl, alle haben 2,0 Liter Hubraum, sie bieten 163, 190 oder 239 PS. Die Redaktion fuhr das stärkste Modell, den V 300 d. Das maximale Drehmoment beläuft sich hier auf 500 Newtonmeter, da kommt man beladen gut vom Fleck. Wer mit der Großfamilie zum Skifahren will, sollte Allradantrieb in Erwägung ziehen, der kostet 4150 Euro Aufpreis. Uns genügte Hinterradantrieb.

          So sieht das Cockpit in den ganz neuen  V-Klassen aus.  Bilderstrecke

          Natürlich fährt sich die mittlere V-Klasse eher wie ein Kleinbus, Fahr- und Federungskomfort sind aber gut, die Lenkung ist schön direkt, die Neun-Gang-Automatik schaltet sanft und weich. Bedient wird sie mit dem Hebelchen am Lenkrad. Wir mögen das. Die Armaturen der V-Klasse wirken trotz der unlängst erfolgten Auffrischung etwas altbacken, es gibt kein Head-up-Display, und es muss auch noch der Zündschlüssel gedreht werden. Seit dem Jahreswechsel kommen neue V-Klassen mit dem MBUX-System (Mercedes-Benz User Experience), allerdings bleibt es bei dem separaten – dann vergrößerten – Monitor auf der Mittelkonsole. Für den Flachbildschirm aus der A- und B-Klasse im Querfomat von 62 mal 12 Zentimeter hätte wohl zu viel baulich verändert werden müssen.

          Ziemlich perfekt ist der Motor, der mit seinem leisen Lauf und seiner Sparsamkeit beeindruckt. Die Redaktion war mehr als 3300 Kilometer mit dem V 300 d unterwegs, im Durchschnitt begnügte er sich mit 8,5 Liter Diesel auf 100 Kilometer. Hält man sich zurück und fährt auf der Autobahn nicht schneller als 120 km/h, kommt man mit 6,9 Liter aus. In der Spitze wären 220 km/h möglich.

          Auch dieser Mercedes ist ein teures und hochwertiges Auto mit einer schier endlosen Aufpreisliste. 55 454 Euro sind der Grundpreis für dieses Modell, für knapp 20.000 Euro hatte der Testwagen Sonderausstattung an Bord. Der Basispreis für den kurzen 220d mit 163 PS beläuft sich auf 50.241 Euro. Für den EQV, der die Batterien im Boden trägt und nahezu das gleiche Ladevolumen bietet, nicht aber die gleiche Zuladung, weil die Akkus 600 Kilo wiegen, gibt es noch keine Preise. Er startet erst in ein paar Wochen. Der Elektromotor leistet 204 PS, die Reichweite soll 400 Kilometer betragen.

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