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Fahrbericht Mazda 6 : Feine Linien und fette Polster

  • -Aktualisiert am

Mazda 6 im sechsten Jahr Bild: Göres

Der Mazda 6 geht ins sechste Jahr und wird stetig besser. Nach der jüngsten Überarbeitung fährt die Neuauflage noch eindeutiger in Richtung Premium.

          2 Min.

          Es gibt sie noch, die klassisch-elegante Limousine. Mazda verkauft sein Mittelklassemodell Mazda 6 in Deutschland schon seit 2002, die derzeitige Generation ist seit fünf Jahren auf dem Markt. Nach der jüngsten Überarbeitung fährt die Neuauflage des 4,87 Meter langen, stattlichen Viertürers jetzt noch eindeutiger in Richtung Premium.

          Äußerlich erfuhr der durchaus schnittige Fünfsitzer mit schrägem Heck zwar nur unwesentliche Retuschen, so werfen die neugestalteten, schlanker geformten Voll-LED-Scheinwerfer ihr Licht jetzt um 80 Meter weiter als bisher. Den Innenraum hat der japanische Hersteller sehr stilvoll erneuert und mit qualitativ hochwertigen Materialien ausstaffiert, so dass der Mazda 6 zumindest in der höchsten Ausstattung Sports-Line den Vergleich mit den feinen Kabinen von Audi A4, dem 3er-BMW oder Mercedes-Benz C-Klasse nicht unbedingt zu scheuen braucht.

          Die neue Armaturentafel erhielt im mittleren Bereich eine weiche Polsterung, es gibt feinere Kunststoffe und auf Wunsch edles Nappaleder und Echtholz. Dazu kommt eine deutlich umfangreichere Basisausstattung. Nicht nur die Zweizonen-Klimaautomatik sowie der radar- und kamerabasierte adaptive Tempomat sind stets an Bord, auch ein Navigationssystem mit berührungsempfindlichem 8-Zoll-Monitor und ein vollwertiges, farbiges Head-up-Display sind serienmäßig.

          Mit neuer 360-Grad-Rückfahrkamera

          Eine elektrisch bewegte Heckklappe ist dagegen weder für Geld noch für gute Worte erhältlich. Der Basisbenziner mit 145 PS aus 2,0 Liter Hubraum startet bei 27 950 Euro, darüber rangiert eine 165 PS starke Variante zu Preisen von 32 990 Euro an. Der von der Redaktion bewegte 2,5-Liter-Benziner mit 194 PS und Zylinderabschaltung ist immer an die beste Ausstattung mit neuer 360-Grad-Rückfahrkamera und Bose-Soundsystem gekoppelt, er kostet 39 090 Euro.

          Im Gegensatz zu den Benzin-Direkteinspritzern verfügt der 2,2-Liter-Diesel über eine zweistufige Turboaufladung, er kommt zu Preisen von 33 490 und 39 090 Euro an mit 150 und 184 PS. Alle Motoren sind Vierzylinder, die nach Euro 6d-TEMP klassifiziert sind. Die Benziner schaffen das ohne Ottopartikelfilter allein mit innermotorischen Maßnahmen, der Selbstzünder verfügt über einen SCR-Katalysator mit Adblue.

          Dank seines Radstands von 2,83 Meter ist der Mazda 6 sehr geräumig. Auf den stärker gepolsterten, breiteren Sesseln sitzt es sich auch auf langen Touren bequem, zum ersten Mal in einem Mazda-Modell gibt es auf Wunsch belüftete Vordersitze. Das Ladeabteil in der Limousine fasst 480 Liter, die Ladekante liegt 70 Zentimeter über dem Boden. Die Rücksitzlehnen lassen sich umlegen, es ergibt sich eine ebene Fläche. Da die maximale Durchladehöhe aber nur 35 Zentimeter beträgt, wäre der formschöne Kombi trotz sechs Zentimeter weniger Außenlänge mit 522 bis 1664 Liter Gepäckvolumen die bessere Wahl für alle, die mehr Stauraum wollen. Er kostet keinen Cent Aufpreis, und im Gegensatz zur stets frontgetriebenen Limousine ist er als Diesel auch mit Vierradantrieb erhältlich.

          Der Spitzen-Benziner ist immer mit einer Sechsstufen-Automatik kombiniert, die zwar zumeist schnell und sanft, aber nicht ganz so geschmeidig schaltet wie die moderneren Automaten in den Modellen der deutschen Konkurrenz. Dafür sind die Fahrleistungen souverän: Nach 8,1 Sekunden wird aus dem Stand die Marke von 100 km/h erreicht, die Höchstgeschwindigkeit beträgt 223 km/h. Mit präziser Lenkung und komfortabler Federung ist der Mazda 6 ein idealer Reisewagen, dazu ist er recht leise. Dank dickerer Bodenbleche und zusätzlichen Dämmmaterials im Mitteltunnel konnte das Geräuschniveau im Innenraum noch einmal verbessert werden. Der Normverbrauch ist mit 6,8 Liter je 100 Kilometer nach dem neuen WLTP-Zyklus angegeben. Wir ermittelten Werte zwischen 7,2 und 10,4 Liter und einen Durchschnittsverbrauch von 8,9 Liter.

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