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Fahrbericht Jaguar F-Type P300 : Wenn vier Zylinder reichen müssen

Seit kurzem unterfüttert ein Vierzylinder-Turbomotor mit 2,0 Liter Hubraum und 300 PS das Motorenangebot. Bild: Hersteller

Für ein sechs Jahre altes Konzept erzeugt der F-Type von Jaguar immer noch viel Aufmerksamkeit. Vor allem das Coupé empfinden viele als traumhaft schön, sein Heck betörend.

          Schon seit 2013 wird der Jaguar F-Type als Coupé und Cabriolet offeriert, und er hat sich schnell in seiner Nische etabliert. Knapp 1200 F-Type wurden 2018 in Deutschland verkauft, nur die deutsche Konkurrenz wie Audi TT oder die Porsches erreichen im Marktsegment höhere Stückzahlen. Mehr sollten es auch nicht sein, Jaguar-Kunden wollen ihr Auto nicht an jeder Ecke sehen, und tatsächlich erzeugt der F-Type für ein sechs Jahre altes Konzept immer noch viel Aufmerksamkeit.

          Boris Schmidt

          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

          Vor allem das Coupé empfinden viele als traumhaft schön, sein Heck betörend. Seit kurzem unterfüttert ein Vierzylinder-Turbomotor mit 2,0 Liter Hubraum und 300 PS das Motorenangebot, das sonst aus V6- und V8-Triebwerken besteht. Wem es nur auf die schönen Linien ankommt, der ist mit dem Einsteiger-F-Type gut bedient. Schließlich gibt es auch hier genügend Leistung, eine Spitzengeschwindigkeit von 250 km/h und ein Spurtvermögen, das sich sehen lassen kann: In 5,7 Sekunden geht es auf Verlangen von 0 auf 100 km/h.

          Nur hört sich der Motor viel müder an als ein V6- oder gar V8-Maschinenraum, da hilft auch die Soundtaste für den Auspuff nichts. Die Achtgang-Automatik nimmt dem F-Type zudem seine Spritzigkeit, alles hört und fühlt sich lasch an. Dagegen gibt es ein Mittel: Einfach die „Race-Taste“ drücken, schon passt alles besser zusammen. Der F-Type schärft seine Sinne, und die Armaturen leuchten in Rot. Die Automatik muss gar nicht zusätzlich in die Sport-Stellung, das verstärkt den Effekt eigentlich nicht.

          Das betörende Heck. Bilderstrecke

          Auch der kleine F-Type hat Talente auf der kurvigen Landstraße, die Kraft reicht allemal bis in den Grenzbereich, das Heck wischt gern weg, aber das lieben Sportfahrer ja am Hinterradantrieb. Den Vierzylinder werden jene goutieren, denen es aufs Gleiten und Reisen ankommt. Das geht prima, bei Tacho 140 km/h liegen nur 2500/min an. Für einen Zweisitzer ist das Kofferraumvolumen von gut 400 Liter unter der Heckklappe auch gewiss ausreichend. Dass der Testverbrauch mit 12,7 Liter arg hoch war, liegt hauptsächlich daran, dass der Wagen hart rangenommen wurde.

          60 400 Euro sind der Basispreis (teurer als ein Porsche Cayman), wobei die Serienausstattung umfangreich ist. Navigationssystem, Rückfahrkamera, Verkehrszeichenerkennung oder Ledersitze gehören schon vom Start weg dazu. Als V6 mit 340 PS und drei Liter Hubraum ist der F-Type empfindliche 9000 Euro teurer. Der wahre Genießer bleibt bescheiden. Als Cabriolet kostet der P300 übrigens 67 400 Euro.

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