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Hyundai Ioniq Hybrid : Zwischenschritt mit Zwillingen

  • -Aktualisiert am

Das vor etwa drei Jahren erstmals konzipierte Design wurde erfolgreich zugespitzt. Bild: Hersteller

Den Hyundai Ioniq gibt es als Hybrid mit und ohne Kabel. Der Plug-in schafft 57 Kilometer rein elektrisch. Er hält Vor- und Nachteile bereit.

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          Sie sind wie Zwillinge. Auf den ersten Blick kaum zu unterscheiden, technisch eng verwandt, aber doch verschieden. Außer dem Hyundai Ioniq Elektro gibt es noch den Hybrid und den Plug-in Hybrid. Beide sind alltagstauglich und mehr als nur Zwischenschritte auf dem Weg zur Elektromobilität, aber keine Billiglösungen. Für die fünfsitzige, knapp 4,50 Meter lange Schräghecklimousine im Hybrid-Trimm sind mindestens 25.800 Euro einzuplanen, die Basisversion des Plug-in kostet 32.000 Euro. Dieser wird allerdings beim Kauf durch den Staat und den Hersteller mit 4500 Euro gefördert.

          Gemeinsam sind den Ioniq-Versionen die Grundtugenden eines Alltagsautos, mit dem man sich selbst in Grünwald sehen lassen kann. Das vor etwa drei Jahren erstmals konzipierte Design wurde erfolgreich zugespitzt, es wirkt rassig und elegant. Fünf Passagiere kommen ausreichend bequem unter, die Bedien-Landschaft mit einer schönen Schar von Assistenten und neuem 10,25-Zoll-Touchscreen fördert die Ablenkung des Fahrers und fordert längere Eingewöhnung.

          Um den Antrieb der Vorderräder kümmert sich mit meist wenig Lärm in beiden Hybriden ein identischer Otto-Vierzylinder mit 1,6 Liter Hubraum, direkter Benzineinspritzung und 105 PS (77 kW) sowie einem nicht eben bulligen Drehmoment von 147 Nm. Für die Schaltung ist das höflich und fix tätige Sechsgang-Doppelkupplungsgetriebe zuständig.

          Knapp 4,50 Meter lange Schräghecklimousine im Hybrid-Trimm Bilderstrecke

          Beide Hybride erwecken für alle längeren Strecken ihren Benziner, halten aber in der Hinterhand ihre elektrischen Fähigkeiten bereit. Der einfache Hybrid erzeugt jegliche Elektroenergie selbst und wirft sie zur Unterstützung des schmalbrüstigen Benziners auf die Kraftschale. Dann steuert der E-Motor weitere 44 PS (32 kW) bei plus stämmige 170 Nm fürs Drehmoment, die Systemleistung ergibt 141 PS und 265 Nm. Damit sind stabile 185 km/h möglich, die man aber gerne zugunsten von 130 km/h vermeidet. Denn da läuft der Hybrid im Flüstermodus, rollt zudem meist leise ab und verbrauchte während unserer Fahrten nur 5,2 Liter für 100 Kilometer.

          In der Systemleistung liegen beide Ioniq-Varianten gleichauf: Zwar kommt der E-Motor im Plug-in auf 61 PS (45 kW), aber bei gleichem Drehmoment von 170 Nm, unter dem Strich ist der extern aufladbare Ioniq mit dem stärkeren E-Motor vor allem für die Beschleunigung fitter: Er kommt aus dem Stand in knapp acht Sekunden auf 100 km/h, der Ioniq ohne Steckdosen-Versorgung braucht etwa eine halbe Sekunde mehr.

          Wenn man genauer hinsieht, dann hält der Plug-in Nach- und Vorteile bereit: Seine größere und schwerere Batterie mit einem Energiegehalt von 8,9 kWh ist in etwa zweieinviertel Stunden an der 3,3-kW-Ladestation mit 230 Volt wieder voll geladen. Damit ist vorteilhaftes elektrisches Fahren möglich, aber wir legten mit höchster Konzentration maximal 57 Kilometer zurück, Hyundai nennt bis zu 63. Und verweist auf einen Verbrauch von 1,1 Liter Superbenzin für 100 Kilometer, was freilich Unsinn ist und nur im WLTP-Verfahren entsteht, dessen Ergebnis auf die NEFZ-Werte umgerechnet werden.

          Exakt 5,0 Liter Benzin für 100 Kilometer war unser Verbrauchswert, plus etwa 15 kWh auf 100 Kilometer. Lobenswert, aber zu welchem Preis? Womöglich waren wir mit dem Plug-in auch ambitionierter unterwegs, der aktiver und spontaner auf Tempowünsche eingeht.

          Allerdings ist er im Vergleich zu seinem einfacheren Zwilling einen Hauch weniger leichtfüßig: Nicht beim Beschleunigen, jedoch in den Reaktionen auf Lenkbewegungen. Immerhin weist der Plug-in für seine Basisversion ein Leergewicht von 1495 Kilogramm aus. Dagegen begnügt sich der Ioniq Hybrid mit 1361 Kilo, er hält mit 456 Liter gegenüber 419 Liter im Plug-in den größeren Gepäckraum bereit. Serienmäßig ist unsichtbar die Fahrzeuggarantie für fünf Jahre ohne Begrenzung dabei. Egal für welchen Zwilling sich der Käufer entscheidet.

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