https://www.faz.net/-gy9-9kfya

Ducati Multistrada 950 S : S kommt noch besser

Für eine erste Probefahrt stand vorige Woche die S-Version der 950 zur Verfügung. Bild: Hersteller

Die neue Ducati Multistrada 950 S rüttelt heftig am Zaun zum Oberhaus. Alles außer dem Preis spricht jetzt für diese neue S-Version.

          3 Min.

          Wenn wir hier von der Kleinen sprechen, dann meinen wir das eigentlich gar nicht so. 937 Kubikzentimeter Hubraum, 113 PS, 96 Newtonmeter und 215 km/h sind nicht die Merkmale eines kleinen Motorrads. 20-Liter-Tank, 230 Kilo Gewicht mit vollem Behälter und ein Preis von 14 000 Euro aufwärts genauso wenig. Aber es gibt eben außer der Ducati Multistrada 950 eine noch größere, die Multistrada 1260.

          Walter Wille

          Redaktion „Technik und Motor“

          Die holt 158 PS aus dem Kessel, drückt noch fünf Kilo mehr auf die Waage und erfordert das Lockermachen von mindestens 17 000 Euro, in der S-Ausführung sogar 20 000. Angesichts solcher Summen erscheint die Kleine in attraktivem Licht, zumal sie der Großen wie aus dem Gesicht geschnitten und auf den ersten, den zweiten und jeden weiteren Blick kaum von ihr zu unterscheiden ist.

          Kein Wunder, vieles ist identisch. Im Zuge der Überarbeitung für die Saison 2019 bekam die 950er auch die glatteren, schmaleren Seitenverkleidungen der 1260. Schnabel, Scheinwerferleiste mit Beuteblick, einhändig verstellbarer Windschild – alles Komponenten, die von der 1260 stammen. Deren Variante 1260 Enduro wiederum spendet Teile, die sich weiter hinten am Fahrzeug finden: Sitz, Auspuff, Sozius-Haltegriffe, Zwei- statt Einarmschwinge. An der geländegängigeren 1260 Enduro orientiert sich die 950 auch hinsichtlich der Radgrößen mit 19 Zoll vorn und 17 Zoll hinten. Der Neunzehner vorn ist gut für Ausflüge in den Schotter, erfordert andererseits etwas mehr Arbeitseinsatz bei raschem Kurvenwechsel auf verwinkelten Landstraßen.

          Im Cockpit der S leuchtet es farbig in TFT-Manier. Bilderstrecke

          Die Kleine, die wir nun nicht mehr so nennen wollen, wird jetzt erstmals in einer S-Version angeboten, was die eigentliche Neuigkeit ist. Deren Ausstattung fällt genauso exquisit aus wie die der 1260 S, was den Preis auf rund 16 000 Euro treibt. Zur Wahl stehen die Farben Feuerrotes Spielmobil sowie Gipsgrau glänzend mit rotem Rahmen. Beides steht ihr gut. Sehr schön wirkt eine Multistrada stets auch in frommem Blütenweiß, was hier leider nicht zur Wahl steht, charakterlich aber auch in die Irre führen würde. Diese Ducatis waren noch nie im Dienste der Unschuld unterwegs. Es sind rassige Sportmotorräder im Kostüm von langbeinigen Reisemaschinen.

          Nur den Italienern gelingt es bisher, solchen zweirädrigen SUV eine Note herrlich arroganter Eleganz mitzugeben, ohne das Ziel aus den Augen zu verlieren: Verquickung von hoher Dynamik mit Vielseitigkeit und aufrecht souveräner Sitzhaltung unter Bereitstellung stattlicher Transportkapazitäten einschließlich eines ordentlichen Soziusplatzes. Vier Fahrmodi decken ein weites Spektrum der Einsatzmöglichkeiten ab, Multitasking auch für Männer. Beim Motor handelt es sich wie gehabt um den aus tiefem Herzen grollenden 937-Kubik-Testastretta-Zweizylinder mit desmodromischer Ventilsteuerung, dessen Kolben im 90-Grad-Winkel zueinander ihrer Tätigkeit nachgehen. Ducati nennt das L-Twin. Der identische Testastretta wird in den Modellen Hypermotard und Supersport verbaut.

          Weitere Themen

          Abenteuerlich

          Reiseenduros im Vergleich : Abenteuerlich

          Im Reiseenduro-Markt geht es rund, die Modellvielfalt wächst weiter rasant. Selbst Harley-Davidson will jetzt dabei sein. Eines bleibt, wie es ist: Alles kreist um den Bestseller von BMW.

          Blitzer erkennt Handys am Steuer Video-Seite öffnen

          Sydney : Blitzer erkennt Handys am Steuer

          Wer in Australien am Steuer telefoniert, wird seit Sonntag geblitzt, denn Kameras erkennen Handys beim Fahrer. Damit soll die Zahl der Verkehrstoten über zwei Jahre um ein Drittel gesenkt werden.

          Dr. Völkl und Mr. Hyde

          Ski Kendo 88 von Völkl : Dr. Völkl und Mr. Hyde

          Die Grenzen von Piste und freiem Terrain lässt Völkl mit seiner neuen Allmountain-Freeride-Familie verschwimmen. Der Kendo 88 ist ein Ski, der auch ganz anders kann.

          Topmeldungen

          Zwei große Mächte im Welthandel: US-Präsident Donald Trump (links) fasst sich an die Jacke, während er für ein Foto mit dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping am Rande des G-20-Gipfels in Osaka posiert.

          Trumps Blockade : Schwerer Schlag für den Welthandel

          Donald Trump legt das Instrument zur Streitschlichtung der Welthandelsorganisation lahm. Die EU-Kommission sucht noch nach einer Lösung, um die Blockade zu umgehen.
          Präsidenten Macron und Putin in Paris

          Ukraine-Gipfel in Paris : Die Folgen der Inkonsequenz

          Auf dem Pariser Gipfel ging es nicht nur um den russisch-ukrainischen Konflikt. Sondern auch darum, mit welchen Botschaften der Westen dem russischen Regime entgegentritt. Putin spielt auf Zeit – und der Westen setzt ihm kaum etwas entgegen.

          Trauer um Roxette-Star Fredriksson : „Danke Marie“

          An ihrer Stimme kam in den 90er Jahren niemand vorbei, sie war das Gesicht von Roxette: Marie Fredriksson ist früh gestorben – die Trauer bei den Fans ist groß. Und auch ihr Band-Partner nimmt Abschied von einer ganz besonderen Freundin.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.