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Fahrbericht Audi SQ7 : Von Weltpremieren und Windspielen

  • -Aktualisiert am

Audi pumpt mit Hightech den jüngst erneuerten Q7 auf und veredelt ihn zum SQ7. Bild: Hersteller

Im mächtigen Audi SQ7 wird freudvoll Hightech demonstriert. Die Fahrleistungen liegen nicht ganz auf dem Niveau des Sportwagens R8. Für die Familie reicht es.

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          Auf der Suche nach der verlorenen Sportlichkeit gerät der Familienvater rasch in eine unangenehme Zwangslage. Denn Eheweib, zwei Kinder, Omi, Opa und er selbst plus Onkel Erwin und die beiden entzückenden italienischen Windspiele, diese Reisegesellschaft überfordert den Audi R8 schon im Stand. Die Folge: tiefe Traurigkeit in der auf die Vier-Ringe-Marke eingeschworenen Familie. Doch jetzt wird ihr der Trost der Tüchtigen zugeführt. Audi pumpt mit Hightech den jüngst erneuerten Q7 auf und veredelt ihn zum SQ7. Jetzt darf Vati wieder auf gemeinsame Ausflüge hoffen, nämlich mit dem Err Acht für Sieben. Hinter der dreiteiligen Rücksitzbank sind zwei Sessel aus dem Boden zu klappen. Dahinter ist noch Platz für die Windspiele.

          Audi stellt für seine erste S-Version des neuen Q7 in der durchaus noch aufzurüstenden Basisausstattung vergleichsweise bescheidene 89 900 Euro in Rechnung. Das sind im Vergleich zu einem Normalo-Q7 3.0 TDI immerhin 30 000 Euro mehr, allerdings steckt Audi in die S-Version eine respektable 10 000-Euro-Mehrausstattung. Der Testwagen stellte sich in der Summe auf angenehm schwindelige 144 795 Euro. Zwei Seitenblicke auf weitere Konzernprodukte demonstrieren, was da in der VW-Familie mit den athletischen SUV und bei der offenbar solventen Klientel möglich ist: Bentley Bentayga, knapp 210 000 Euro, und Porsche Cayenne Turbo S zu 168 838 Euro. Da mutet der SQ7-Tarif wie ein Schnäppchen an. Allerdings sind die anderen schneller mit 301 oder 284 km/h (Porsche). Aber auf der langen Strecke liegt nach begründeter Vermutung immer der Audi vorn. Sein V8-Diesel verbraucht wohl am wenigsten, bei uns errechnete sich ein Durchschnitt von 10,4 Liter für 100 Kilometer. Zarter gefahren, aber noch deutlich an der Spitze der Bewegung, signalisierte der Bordrechner durchschnittlich 8,3 bis 9,2 Liter, für die kurzen Strecken wurden um 11,5 Liter Diesel verbrannt.

          Audi stellt für seine erste S-Version des neuen Q7 in der durchaus noch aufzurüstenden Basisausstattung vergleichsweise bescheidene 89 900 Euro in Rechnung. Bilderstrecke

          Weil der Tank im SQ7 reichlich 85 Liter bietet, sind gut 600 Kilometer zwischen zwei Stopps kein leeres Versprechen. Sondern eher ein volles Vergnügen. Für die zweite Generation des Q7 hat Audi seinem Spitzen-SUV mehr Kanten gegeben. Allerdings ohne Aufdringlichkeiten. Besonders in den Flanken sorgen plastisch herausgearbeitete Linien für sorgfältig gliedernde Flächen, die einstige Rundlichkeit wird abgelöst von parallel geführten Bügelfalten. Aber auch von frei schwingenden Linien, die aus den Radausschnitten kräftige Muskeln für den Straßenkontakt machen. So tritt der SQ7 mit sparsam verwendeten Zusatz-Details (härtere Kanten in der Frontpartie, kräftigerer Spoiler an der Dachkante hinten, dezente V8-Turbo-Embleme) eher technikorientiert als Prestige heischend auf. Man kann diesen SQ7 mit jenem Präzisionsgefühl fahren, das früher ein guter Rechenschieber auslöste. Es ist die Freude am Begreifen der Zusammenhänge.

          Die Keramikbremsen kosten 8500 Euro

          Dafür gibt es handfeste Gründe. Die Motorleistung des 4,0-Liter-V8 ist überwältigend, das aufwendige und mit fortschrittlichen Details gespickte Fahrwerk bügelt dank Wankstabilisierung alle Vorurteile über das untalentierte Verhalten großer SUV glatt weg.

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