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Fahrbericht Audi Q2 : Lass dich noch einmal drücken

Breiter Kühlergrill und ein paar Kanten - der neue Q2 wirkt geduckt und kräftig. Bild: Hersteller

Der neue Audi Q2 kommt leicht überarbeitet daher. Das neue Gesicht steht dem erfolgreichen Crossover gut, der Benzinmotor glänzt mit sportlichen Talenten.

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          Wenn ein Modell ein paar Jahre vom Band gelaufen ist, wird es nach Ansicht der Hersteller Zeit für eine Überarbeitung. Hat es unter den Käufern Gnade gefunden, reichen freilich ein paar dezente Verbesserungen. So ist der seit Ende vergangenen Jahres ausgelieferte Audi Q2 der jüngsten Generation im Grunde der Alte geblieben. Das kann seine Vorteile haben, denn auch die neueste Version hat noch den dicken Knopf zum Drehen und Drücken in der Mittelkonsole und damit eine Art Alleinstellungsmerkmal im Audi-Programm.

          Lukas Weber

          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

          Dass sich der mit 8,2 Zoll nicht allzu große Bildschirm zwar antatschen lässt, aber nicht darauf reagiert, ist also kein Nachteil, allerdings dürfte die grafische Darstellung moderner sein. Wir werden den Dreh-Drück-Knopf in künftigen Neuauflagen vermissen. Optisch wirkt der Neue durch einen flacheren Grill breiter als sein Vorgänger, auch die Heckpartie wurde überarbeitet, und es gibt ein paar gefällige Kanten im Blechkleid. Die Innenausstattung mit dem gepolsterten Armaturenbrett ist gediegen und macht einen hochwertigen Eindruck, die großen Drehknöpfe für Heizung und Ventilator beweisen, dass Fummeleien auf dem Touchscreen kein Vorteil sind.

          Dankbar ist der Fahrer für kleine, aber durchdachte Details wie eine Klemmhalterung im Handschuhfach, damit die Parkscheibe nicht darin herumrutscht. Für einen sportlichen kompakten Wagen mit leichtgängiger Lenkung dürfte indessen das Lenkrad etwas kleiner und der Seitenhalt der ansonsten guten Sitze etwas größer sein.

          Für Fahrten abseits der Straße fehlt dem Q2 der Allradantrieb. Bilderstrecke
          Fahrbericht : Audi Q2

          Neu sind aber die inneren Werte, vor allem gibt es jetzt eine Anbindung über App, mit der sich unter anderem das Auto aus der Ferne abschließen und der Tankinhalt anzeigen lässt, sowie eine Schar von Assistenten, die keine Wünsche offenlässt, bis der Blick auf die Aufpreisliste fällt. Das von uns gefahrene Modell Q2 Advanced 35 TFSI mit dem stärkeren der zwei Benzinmotoren, der 150 PS (110 kW) leistet, kommt in der ebenfalls überarbeiteten Preisliste auf 31 350 Euro in der Grundausstattung, allein die Assistenzpakete Fahren, Parken und Sicherheit schlagen mit rund 5000 Euro zu Buche, und mit ein paar weiteren nicht besonders luxuriösen Extras stehen am Ende mehr als 46 000 Euro auf der Rechnung.

          Das ist für ein Auto dieser Klasse heftig, selbst wenn der Crossover viele Talente auf seiner kleinen Grundfläche versammelt. Der Vierzylinder ermöglicht sportliche Fahrleitungen, und er harmoniert gut mit dem 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe, das freilich etwas bedächtig herunterschaltet, so dass man für eine flotte Fahrweise besser die Schaltpaddel bemüht. Das straffe, aber nicht unkomfortable Fahrwerk und die Lenkung lassen sich individuell einstellen, die Bremsen reagieren bissig. Der Frontantrieb ist indes auf nasser Fahrbahn überfordert, vor allem beim Anfahren bergauf greift oft die Traktionskontrolle ein.

          Der neue Q2 präsentiert sich ohne Überraschungen, es gibt aber modische Zutaten: Wenn sie nicht gebraucht werden, schalten sich zwei Zylinder ab, das soll den Verbrauch drosseln; weniger als 6,7 Liter konnten wir unter winterlichen Bedingungen freilich nicht erreichen, die Verbrauchsanzeige des Bordcomputers ist dabei erstaunlich genau. In der Praxis pendeln sich 7,0 bis 8,0 Liter auf 100 Kilometer ein, so dass wir uns fragen, was eigentlich die zwei schlafenden Zylinder machen. Das kann der Diesel mit gleicher Leistung, aber 360 Nm Drehmoment statt der 250 Nm des Benziners besser. Er ist zudem mit Allradantrieb erhältlich und macht den Q2 so zum echten SUV. Mit einem Aufpreis von rund 5000 Euro schwebt das kleine Auto dann aber in noch höheren Regionen.

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