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125er Aprilia : Lustpumpen aus Italien für die Jugend

  • -Aktualisiert am

Um die Jugend sicher auf dem schmalen Sattel zu halten, regelt das Bosch-ABS den Bremsdruck vorne. Bild: Hersteller

Aprilia erweitert sein 125er-Programm um zwei Modelle: die SX 125 mit Supermoto-Anlagen und die RX 125 mit Enduro-Genen. Natürlich denken jene, die leistungsmäßig von oben kommen, sofort an eine Luftpumpe.

          Man müsste noch mal 16 sein! Damals fuhren die Angehörigen der Babyboomer-Generation vielleicht eine Hercules K 50, eine Zündapp KS-50 oder eine Kreidler Florett 50 Super. Gut 5 PS leisteten die luftgekühlten Motoren, bei Tempo 85 war Schluss – es sei denn, man verstand sich aufs „Frisieren“. Für den Jahrgang 2002 hat Aprilia jetzt zwei neue Modelle herausgebracht, die SX 125 mit Supermoto-Anlagen und die RX 125 mit Enduro-Genen.

          Ein Vergleich mit den 50ern von damals erübrigt sich, es liegen Welten dazwischen. An ABS war nicht zu denken, um nur ein Beispiel zu nennen. Aprilia hat sich hier für eine ungewöhnliche Lösung entschieden, denn man sichert die vordere Bremsscheibe mit einem ABS ab, ergänzt durch eine Hinterrad-Abhebeerkennung zum Schutz vor möglichen Überschlägen. Das deshalb, weil die beiden neuen 125er wegen ihrer langen Federwege von 220 beziehungsweise 240 Millimetern bei kräftigem Bremsen stark eintauchen und das Hinterrad schnell steigt. Um die Jugend sicher auf dem schmalen Sattel zu halten, regelt das Bosch-ABS den Bremsdruck vorne, wenn die Fahrstabilität gefährdet ist. Das Hinterrad, ebenfalls von einer Scheibenbremse verzögert, darf nach Herzenslust blockiert werden.

          Statt einst fünf leistet ein Leichtkraftrad heute 15 PS, statt im Zweitaktmodus tanzen vier Ventile im Viervierteltakt, bis ihnen bei 11.000 Touren schwindelig wird. Gekühlt wird mit Wasser, gesäubert mit G-Kat und gefahren mit durchschnittlich nur 2,7 Liter Sprit. 110 km/h schafft die SX-Supermoto, fünf weniger die mit größeren Rädern und grobem Profil antretende RX-Enduro.

          Die wuchtige 41-Millimeter-USD-Gabel beider Aprilias sorgt einerseits für besten Straßenkontakt. Bilderstrecke

          Sechs Gänge gilt es stets flott durchzuschalten, um die Motordrehzahl möglichst permanent jenseits der Marke 8000 Umdrehungen zu halten, bei der das maximale Drehmoment geliefert wird. Zu bewegen sind nämlich nicht mehr, wie einst im Mai, 80 Kilogramm Motorrad, sondern deren 134. Natürlich denken jene, die leistungsmäßig von oben kommen, sofort an eine Luftpumpe. Doch für die Jungen ist das Gegenteil richtig: Sie empfinden eine SX oder RX 125 als Lustpumpe. Mit denen geht was.

          Die wuchtige 41-Millimeter-USD-Gabel beider Aprilias sorgt einerseits für besten Straßenkontakt, andererseits aber eben für Last am Vorderrad. Beide Versionen fahren sich souverän, egal ob geradeaus, in der Wirbelschleppe eines Lastwagens oder in schnellen Wechselkurven. Wobei die SX mit kleineren Rädern und Straßenprofil auf Asphalt klar im Vorteil ist. Gut, dass die Jungs von heute überwiegend hoch gewachsen sind: 88 (SX) und 90,5 (RX) Zentimeter Sitzhöhe erfordern eine gewisse Größe.

          An solch herausragend ansprechende Federelemente dachten die Burschen von einst noch nicht mal im Traum. Freilich auch nicht daran, dass Papa für eine SX 3700 Euro zahlen könnte oder wenigstens 3840 für eine RX; beide zeichnen sich durch schöne Speichenräder aus, dazu konifizierte Alu-Lenkstangen und „integrierte Soziusgriffe“. Was das ist? Es handelt sich um Aussparungen unterm hinteren Teil des Sitzes. So recht gemacht dafür, dass die junge Dame hinterm Fahrer lieber den jungen Mann vor ihr umschlingt, als sich am schmalen Sitzmöbel festzukrallen. Geschickt eingefädelt hat das Aprilia. Das mit den Mädchen war früher aber nicht viel anders.

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