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Fahrbericht 3er BMW : Jetzt auch mit Freude am Rückwärtsfahren

Es gibt sie noch, die klassische Limousine. Bild: Hersteller

BMW schickt die siebte Generation des 3er ins Rennen. Auch ein Plug-in-Hybrid wird kommen. Eine unscheinbare, aber durchaus nützliche Neuheit ist der Rückfahr-Assistent.

          Der 3er-BMW ist das Herzstück der Münchener Marke. Kein Modell macht mehr Stückzahlen, seit 1976 wurden schon mehr als 15 Millionen Einheiten verkauft, jeder fünfte BMW ein 3er. Jetzt kommt im März 2019 die siebte Generation auf den Markt, die Orderbücher für den Bestseller sind schon seit Oktober offen. Dass das Mittelklassemodell wieder um acht Zentimeter gewachsen ist und jetzt mit 4,71 Meter Länge daherkommt, liegt weniger am Ziel, das Raumangebot zu verbessern, sondern unter anderem an den vielen Vorschriften hinsichtlich der Unfallsicherheit, die einfach Bauraum kosten. Und wenn man vorne was draufpacke, könne man hinten nicht einfach nichts tun, sagt Designer Michael Markefka. Schließlich müssten die Proportionen stimmen.

          Boris Schmidt

          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

          So bleibt trotz der gestiegenen Länge das Kofferraumvolumen gleich (480 Liter), aber der Innenraum liegt etwas zu, was auch an den vier Zentimetern zusätzlichem Radstand (jetzt 2,85 Meter) liegt. Noch nie hat man so gut auf der Rückbank eines 3er gesessen.

          BMW hat keine einzige Schraube am neuen Modell unverändert gelassen, das Design wurde geschärft, doch der Neue bleibt unverkennbar ein 3er. Das Mehr an Länge steht ihm gut. Zur Marktpremiere hat der Kunde die Wahl aus fünf verschiedenen Motoren, vier Vierzylinder mit je zwei Liter Hubraum und ein Reihen-Sechser (Diesel) mit drei Liter. Auch die Motoren wurden komplett überarbeitet, sie sind alle mit einer Achtgang-Automatik verheiratet, später wird es die schwächeren Triebwerke auch mit einer manuellen Sechsgang-Box geben.

          Jedes Triebwerk erfüllt Euro-6d- Temp, alle sind Turbos und haben Partikelfilter, die Diesel reinigen die Abgase zusätzlich mit Adblue. Der Basis-Benziner bietet als 320 schöne 184 PS und ist mit einem Verbrauch von um die sechs Liter angegeben, Gleiches gilt für die Variante mit 259 PS im 330i. Die Basismotorisierung gehört zur Diesel-Fraktion und ist der 318d mit 150 PS; 40 Pferde mehr bietet der 320d, der zunächst als einziges Modell auch mit Allradantrieb erhältlich ist. Selbstverständlich bleibt es sonst beim klassischen Hinterradantrieb. Die Vierzylinder-Selbstzünder sollen nach der Norm jeweils rund 4,5 Liter Kraftstoff verbrauchen, der Sechser mit seinen 265 PS liegt um die fünf Liter Diesel auf 100 Kilometer. Ungefähr alle 10 000 Kilometer muss bei den Dieseln Adblue nachgefüllt werden, der Tank fasst 19,4 Liter.

          Noch im Sommer nächsten Jahres schiebt BMW zwei weitere Varianten nach, zum einen den M 340i mit seinem 3,0-Liter-Reihensechszylindermotor und üppigen 374 PS, zum anderen den 330e, eine elektrifizierte Version mit einer 12,4 kWh-Batterie, die bis zu 60 Kilometer rein elektrische Reichweite ermöglichen soll. Zusammengespannt wird der Teilzeit-Stromer mit einem Zweiliter-Benziner. Die Akkus kosten gut 100 Liter Kofferraumvolumen, wie in den anderen 3ern sind die Rückbanklehnen im Verhältnis 40/20/40 klappbar. Auf den Kombi, der in Deutschland bislang ungefähr gut die Hälfte der Verkäufe ausmacht, muss noch bis Ende des nächsten Jahres gewartet werden. Auf den M3 wahrscheinlich noch länger.

          Bleibt sich treu: das BMW-Cockpit Bilderstrecke

          Dass bei Mercedes die neuesten Modelle jetzt mit „Hey, Mercedes“ angesprochen werden können und daraufhin eine Art Unterhaltung geführt werden kann, wollte BMW nicht auf sich sitzen lassen. Auch hier heißt es nun erstmals in einem Münchener Auto „Hey, BMW“, und das intelligente System weiß dann, wie zu Hause das Wetter ist oder wie weit man noch fahren kann. Das System spricht 14 Sprachen, schließlich ist der 3er ein Auto für alle Welt.

          Das Cockpit ist digitalisiert, doch es bleibt noch die alte Instrumenten-Anmutung erhalten, der Navi-Schirm ist baulich getrennt. Alle gängigen Assistenzsysteme werden geboten, der adaptive Tempomat könnte in Kombination mit dem Spurhaltesystem bis 60 km/h im Stau autonom fahren, was in Amerika, Kanada und China erlaubt ist. „Leider ist das bei uns noch verboten“, grämt sich Projektleiter Thomas Bäumer. Der 3er darf auch nicht auf die Standspur fahren, wenn der Fahrer offenbar nicht mehr in der Lage ist zu lenken, er darf nur anhalten. Das funktioniert, auf ersten Probefahrten haben wir es ausprobiert. Dabei erwies sich der 3er im Übrigen als das gewohnt fahraktive Auto, nur vielleicht eine Spur zu hart gefedert – vor allem in der M-Sport-Ausstattung.

          Den „Fahrerlebnisschalter“ in seiner alten Form gibt es nicht mehr. Die jeweilige Abstimmung (Sport, Comfort, Eco Pro) muss jetzt per Einzelknopf angewählt werden. Eine unscheinbare, aber sehr nützliche Neuheit ist der Rückfahr-Assistent, der den Wagen 50 Meter auf dem exakt gleichen Weg zurückfährt, wenn man sich in einer engen Gasse verfranzt hat. Das ist eine große Hilfe.

          Die Preise für den neuen 3er-BMW beginnen bei 37.580 Euro für das Basismodell 318d. Mit den Ausstattungslinien Advantage, Sport Line, Luxury Line oder M Sport lässt sich der 3er-BMW weiter aufpeppen, teuerstes Modell ist zurzeit der BMW 330d M Sport für 54.450 Euro.

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