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F.A.Z.-Sicherheitstraining : Übung macht den Meister

Ins Gelände kommt man in Deutschland legal nur selten. Eine Möglichkeit ist ein Training mit der F.A.Z. und Land Rover in Wülfrath. Bild: Michael Wesolly / LREC

SUV verkaufen sich weiterhin wie warme Semmeln. Da sie aufgrund ihres höheren Schwerpunkts doch ein etwas anderes Fahrverhalten haben, ist ein Sicherheitstraining doppelt sinnvoll.

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          Wenn es so weitergeht, sind SUV bald das wichtigste Segment auf dem deutschen Automobilmarkt. Die großen Kisten, die gern auch angefeindet werden, erleben einen Boom, der einfach kein Ende kennt. Noch in den achtziger Jahren waren SUV - damals noch echte Geländewagen - etwas für Freaks und Spezialisten. Sie fuhren Land Rover oder Jeep, dann immer öfter Nissan Patrol oder Mitsubishi Pajero. Viel Platz, das hohe Sitzen, die guten Zugeigenschaften, die Vorteile auf Eis und Schnee durch den Allradantrieb, bis heute hat sich daran nichts geändert. Doch aus 1,5 Prozent Marktanteil Anfang der 1990er sind inzwischen mehr als 20 Prozent geworden, der Marktanteil hat sich mehr als verzehnfacht. Und seit mehreren Jahren kennen die SUV-Zulassungen nur eine Richtung: nach oben.

          Boris Schmidt

          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

          Aktuell, im ersten Quartal 2016, haben wir in Deutschland einen SUV-Marktanteil von 20,9 Prozent, 2014 hatte er noch bei 17,4 Prozent gelegen. Das Plus bei den SUV im Vergleich mit den ersten drei Monaten 2015 liegt bei 18,1 Prozent! Selbst Fachleute staunen immer wieder, dass der Aufschwung einfach kein Ende nimmt. Und jetzt hat sich für 2016 der Jaguar F-Pace angekündigt, er kommt in diesen Tagen auf den Markt. Jaguar hat schon 10 000 Vorbestellungen, das hat es ebenso wenig gegeben wie die 1000 Blindbestellungen für den ebenfalls neuen Maserati Levante, der Ende Mai debütiert.

          Der SUV-Hype ist also beileibe kein deutsches Phänomen, sondern im Prinzip ein weltweites. Keine Marke, bis auf Ferrari vielleicht, kann und will es sich mehr leisten, das Segment zu ignorieren. Selbst Bentley macht ja inzwischen mit. Und bei Alfa Romeo, Lamborghini und Rolls-Royce scheint es nur noch eine Frage der Zeit zu sein. Nur noch die Kompaktwagen sind auf dem deutschen Markt wichtiger als die SUV, sie kommen aktuell auf 25,9 Prozent, dahinter folgen die Kleinwagen (14,3) und die Mittelklasse mit 13,0 Prozent.

          Allradbremsen gibt es seit der Frühzeit des Automobils

          Mit eine Rolle für das ewige Plus spielt natürlich auch das Ausweiten der SUV-Bandbreite seitens der Hersteller nach unten. Modelle wie der Renault Captur oder der Opel Mokka stehen für eine neue Art der SUV, die oft keinen Allradantrieb mehr haben, sondern eben nur so aussehen, als hätten sie Talent für Ausflüge abseits der Straßen.

          Dass Allradantrieb im Winter Traktionsvorteile bringt, steht außer Frage, und das Gros der Kunden will 4×4 nicht missen, selbst wenn man ihn nur ein-, zweimal im Jahr wirklich braucht. Klar ist, dass Allrad nicht davon befreit, in der kalten Jahreszeit Winterreifen aufzuziehen. Beim Bremsen sind nämlich alle gleich, Allradbremsen gibt es schließlich seit der Frühzeit des Automobils.

          Bei allem technischen Fortschritt, hundertprozentig wie ein Personenwagen fährt sich ein SUV nicht. Je niedriger, desto näher dran am Personenwagen, kann als Faustregel gelten. Der höhere Schwerpunkt hat Einfluss auf das Kurvenverhalten, das höhere Gewicht auf den Bremsweg, der Allradantrieb, wenn vorhanden, wiederum auf das Benehmen in Kurven oder beim Ausweichen. Natürlich haben alle jüngeren SUV die modernen Assistenzsysteme. Eine höhere Verkehrssicherheit ist also kein Argument, sich einen herkömmlichen Personenwagen zu kaufen.

          Bemerkenswert ist, dass fast alle SUV-Fahrer sich nicht mehr vorstellen können, beim nächsten Fahrzeugwechsel wieder auf eine gewöhnliche Automobilklasse abzusteigen. Zu sehr gewöhnt man sich an das hohe Sitzen, die dadurch bessere Übersicht. Das Gefühl, im Zweifelsfall weiter zu kommen als andere, ist einfach unbezahlbar.

          Richtiges Reagieren in Grenzsituationen will gelernt sein

          Unabhängig davon, welches Auto man fährt: Ein Sicherheitstraining sollte sich jeder Autofahrer von Zeit zu Zeit gönnen. Wegen der beschriebenen Unterschiede ist es ratsam, auch mit einem SUV an einem solchen Training teilzunehmen, denn die Geborgenheit, welche die großen Karossen vermitteln, täuscht. Geborgenheit gilt vielleicht für die passive Sicherheit, nicht aber bei der aktiven. Das richtige Reagieren in Grenzsituationen will gelernt sein. Etwas schwerfälliger als herkömmliche Autos sind SUV in der Regel. Die größere Masse will verzögert werden. Wenn es darauf ankommt, darf kein Autofahrer Hemmungen haben, bei einer Notbremsung voll aufs Pedal zu treten. Die Redaktion hat bei zahlreichen Teilnahmen an Fahrtrainings immer wieder erlebt, dass zunächst zu vorsichtig gebremst wird. So werden wichtige, vielleicht lebensrettende Meter vollkommen unnötig und leichtfertig verschenkt.

          Zu den Institutionen und Unternehmen, die spezielle Fahrtrainings für SUV anbieten, gehört unter anderen Land Rover Deutschland. Wie im vergangenen Jahr haben in diesem Sommer F.A.Z.-Leser die Gelegenheit, zu einem Sonderpreis an einer der Land-Rover-Veranstaltungen teilzunehmen. Und Land Rover wäre nicht Land Rover, gäbe es nicht auch Termine mit einem Training eigens fürs Gelände.

          Nur ins Gelände geht es in Wülfrath bei Düsseldorf am 3. Juli, am 4. September und am 6. November 2016. Das sind jeweils Sonntage. Im Matsch gewühlt wird in einem alten Steinbruch, der seit fast 20 Jahren für solche Veranstaltungen genutzt wird und inzwischen in Europa seinesgleichen sucht.

          Ein Sicherheitstraining lohnt sich immer, und das Geländetraining hat dazu noch gehörigen Spaßfaktor. Vor allem junge Fahrer sollten an solchen Trainingseinheiten teilnehmen, älteren schadet es sicher nicht, die Kenntnisse immer wieder aufzufrischen. Übung sammeln kann man schließlich nie genug, die macht bekanntlich den Meister.

          Sicher im SUV mit der F.A.Z. und Land Rover

          Grau ist alle Theorie, auf die Praxis kommt es an. Weil sich SUV und Geländewagen durchaus etwas anders bewegen als herkömmliche Fahrzeuge, sind spezielle Fahrsicherheitstrainings sinnvoll. Land Rover bietet die Experience Drives, die in Abstimmung mit Ex-Formel-1-Pilot Christian Danner konzipiert wurden, in diesem Jahr an folgenden Terminen an:

          Sonntag, 19. Juni

          am Nürburgring, vormittags, 8.30 Uhr bis 13.30 Uhr

          Sonntag, 19. Juni

          am Nürburgring, nachmittags, 12 bis 17 Uhr

          Freitag 23. September

          Sachsenring, ganztags

          Samstag, 24. September

          Sachsenring, ganztags

          Bei den Terminen auf dem Sachsenring gehört eine Schnupperfahrt mit der Schwestermarke Jaguar mit zum Programm. F.A.Z.-Leser bezahlen für das Halbtags-Training 299 Euro pro Person (statt 340 Euro), das Training auf dem Sachsenring kostet 499 Euro (statt 540). Es sind stets zwei Personen im Fahrzeug. Gefahren wird mit aktuellen Fahrzeugen aus der Palette von Land Rover. Die ganztägigen Trainings beginnen um 8.30 Uhr, Catering ist inklusive. Die Anreise erfolgt in Eigenregie.

          Bei Fragen wendet man sich an das Team von Land Rover Experience unter der E-Mail info@landrover-experience.de oder per Telefon unter der 02058/7780967 (montags bis freitags von 9 bis 17.30 Uhr). Informationen und eine Buchungsmöglichkeit finden Sie online unter www.landrover-experience.de, klicken Sie oben auf der Seite „Driving Experience“ und anschließend „Land Rover Dynamic Drive Experience“. Kennwort F.A.Z.

          Reine Geländewagen-Fahrtrainings gibt es in diesem Jahr in Wülfrath bei Düsseldorf noch am 3. Juli, am 4. September und am 6. November. Alle Tage sind Sonntage, F.A.Z.-Leser machen hier für 199 Euro pro Person mit (380 bei zwei Personen im Auto). Es ist immer ein Instruktor an Bord. Das Training beginnt um 9 Uhr und dauert zirka bis 16 Uhr. Catering ist inklusive. Eigene Anreise.

          Gruppen können auch ein individuelles Training buchen. Anmeldung auch hier per Mail (info@landrover-experience.de) oder telefonisch unter 02058/7780967 oder www.landrover-experience.de.

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