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Sicherheit für Kleinflieger : Notlanden auf Knopfdruck

  • -Aktualisiert am

Garmin hat in Hunderten Praxistests nachgewiesen, dass sein Autoland-System einwandfrei funktioniert. Bild: Hersteller

Garmin hat ein erstes Sicherheitssystem für Kleinflieger auf den Markt gebracht. Der Flugplatz muss für GPS-Anflug geeignet sein.

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          Es ist das Albtraumszenario für Passagiere kleiner Propellerflugzeuge oder Businessjets: Der einzige Pilot fällt aus, etwa durch Herzinfarkt oder Bewusstlosigkeit. Das ist normalerweise das Todesurteil für die anderen an Bord. Nun hat aber der Avionikhersteller Garmin ein System präsentiert, das genau dies verhindern soll. Fällt der Pilot unvermittelt aus, drückt der Passagier einen Knopf. Anschließend fliegt die Maschine an den nächsten geeigneten Flugplatz, macht dort einen Instrumentenanflug und landet.

          Das klingt zwar wie Science-Fiction, aber es klappt schon. Garmin hat in Hunderten Praxistests nachgewiesen, dass sein Autoland-System einwandfrei funktioniert. Die Zulassung soll womöglich noch dieses Jahr durch die amerikanische Luftfahrtbehörde FAA erfolgen. Bei aller Euphorie, die vermutlich lebensrettende Sicherheitsausstattung bleibt zunächst exklusiven Flugzeugen vorbehalten. Das System funktioniert also nicht in den klassischen Viersitzern mit Kolbenmotor, sondern wird zunächst lediglich in zwei sechssitzigen Flugzeugtypen angeboten: der einmotorigen Piper M 600 SLS mit Propellerturbine und dem Businessjet Vision von Cirrus.

          Damit das System funktionieren kann, muss das Flugzeug mit dem neuesten Avioniksystem des Typs 3000 von Garmin ausgestattet sein. Zusätzlich muss es über eine Autothrottle-Regelung des Triebwerks verfügen. Dabei wählt ein Computer die für eine vorgegebene Flugroute und Höhe optimale Leistungseinstellung der Turbine. Zudem muss der Flugplatz über ein GPS-basiertes Instrumentenlandesystem verfügen, wie es in den Vereinigten Staaten häufig der Fall ist.

          Damit das System funktionieren kann, muss das Flugzeug mit dem neuesten Avioniksystem des Typs 3000 von Garmin ausgestattet sein. Bilderstrecke
          Sicherheit für Kleinflieger : Notlanden auf Knopfdruck

          Sobald der Passagier nach Ausfall des Piloten also den Knopf im Cockpit drückt, übernimmt der Bordcomputer unterstützt vom Autopiloten die Steuerung. Der Rechner ermittelt aus Position, Flughöhe und Treibstoffreserve den nächsten geeigneten Flugplatz für eine vollautomatische Landung. Damit die Passagiere unterdessen nicht in Panik geraten, bekommen sie über Text auf dem Instrumenten-Bildschirm oder Sprachnachricht die Anweisung, ruhig zu bleiben, und weitere Informationen.

          Nun berechnet der Computer den Flugweg zum Airport und lässt den Autopiloten diese Route abfliegen. Gleichzeitig benachrichtigt das System selbständig die Flugsicherung. Wie von Zauberhand geht die Maschine in den Anflug, fährt Landeklappen und Fahrwerk aus und verlangsamt auf die vorgeschriebene Geschwindigkeit. Das Flugzeug setzt auf, wird automatisch abgebremst und bleibt auf der Bahn stehen. Schließlich wird die Turbine abgestellt.

          Bevor das neue System auch in Deutschland funktioniert, wird es noch einige Zeit dauern. Es kann nämlich nur an Flugplätzen mit GPS-Anflug benutzt werden, die sind in Deutschland anders als in Nordamerika bisher rar. Außerdem muss das moderne Avioniksystem Garmin 3000 in die Maschine eingebaut sein. Die ersten beiden Flugzeuge, in denen Autoland von kommendem Jahr an angeboten wird, sind die genannten Cirrus und Piper. Beide kosten jeweils mehr als zwei Millionen Dollar. Sollte das neue System aber gut nachgefragt werden, kommt es womöglich bald in weit mehr Flugzeugen mit Propellerturbine oder Businessjets zum Einsatz.

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