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Probefahrt Mercedes A-Klasse : Komm Baby-Benz, red’ mit mir

  • -Aktualisiert am

Die neue A-Klasse von Mercedes Bild: Hersteller

Die vierte Generation der A-Klasse verfügt als erstes Modell des Daimler-Konzerns über das völlig neue Multimedia-System Mbux. Und fahren kann sie auch noch.

          2 Min.

          „Kann ich morgen in Frankfurt Shorts tragen?“ Wer bisher eine solche Frage im Auto stellte, bekam vielleicht Kommentare von Mitreisenden, niemals aber eine Antwort vom Fahrzeug selbst. Mit der neuen A-Klasse von Mercedes-Benz ändert sich das. Die von Mai an erhältliche vierte Generation der kompakten Schrägheck-Limousine verfügt als erstes Modell des Daimler-Konzerns über das völlig neue Multimedia-System Mbux (Mercedes-Benz User Experience).

          Mbux ist nicht auf feststehende Befehle angewiesen, sondern versteht auch – ähnlich wie Amazons Alexa – natürliche Umgangssprache. Kombiniert ist Mbux mit einem schicken und für die Kompaktklasse komplett neuen frei stehenden Widescreen-Cockpit. Wie in der S- und der E-Klasse sind dabei zwei Bildschirme unter einem gemeinsamen Deckglas nahtlos miteinander verbunden. Die Basisversion verfügt über zwei volldigitale Siebenzoll-Monitore, in der Topausstattung sind die beiden mit brillanten 3D-Grafiken überzeugenden Flatscreens jeweils 10,25 Zoll groß.

          Die Technologie stelle den Menschen in den Mittelpunkt und sei dank intelligenter Software aus Fahrzeug und Cloud lernfähig, verspricht Entwicklungschef Ola Källenius. Und da deren Fahrer zuletzt die jüngsten und damit wohl smartphone-affinsten Käufer aller Mercedes-Benz-Modelle waren, wird Mbux gleichsam von unten nach oben zuerst in der Kompaktklasse eingeführt.

          Basierend auf einer neuen Plattform, die sich für verschiedene Radstände und Maße, für Front- und Allradantrieb und sowohl für Benzin- und Dieselmotoren als auch für Plug-in-Hybrid- und Elektromodelle eignet, ist der 4,42 Meter lange Baby-Benz um zwölf Zentimeter gewachsen und damit zwei Zentimeter länger als der Baby-Benz von einst, die 190er-Limousine (ab 1982, heute C-Klasse). Das Fahrzeug hat sich dank des um drei Zentimeter auf 2,73 Meter verlängerten Radstands optisch gestreckt.

          Der 4,42 Meter lange Baby-Benz ist um zwölf Zentimeter gewachsen. Bilderstrecke
          Der 4,42 Meter lange Baby-Benz ist um zwölf Zentimeter gewachsen. :

          Trotz stärker abfallender Motorhaube, flacher LED-Scheinwerfer und größerer Radhäuser, die jetzt bis 19 Zoll große Räder aufnehmen, fallen die Änderungen im Design wesentlich geringer aus als von der zweiten zur dritten Generation. Die Revolution der neuen A-Klasse findet im mit hochwertigen Materialien dekorierten Innenraum statt. Dort geht es jetzt spürbar geräumiger zu, nach oben hin gibt es einen Zentimeter mehr Platz, die Ellbogenfreiheit wurde vorn und hinten um je 3,5 Zentimeter vergrößert. Am meisten profitiert das Gepäckabteil vom Längenzuwachs: Der Kofferraumboden ist um knapp zwölf Zentimeter länger, das Gepäckvolumen wächst um 29 auf 370 Liter. Weil die Rückleuchten jetzt zweigeteilt sind, konnte die vormals recht schmale Öffnung dazwischen um 20 Zentimeter verbreitert werden.

          Zum Start stehen drei neue, selbstverständlich effizientere und sparsamere Vierzylinder-Motoren zur Wahl. Der 1,4-Liter-Benziner aus der Allianz mit Renault-Nissan leistet im A 200 163 PS und kommt in Verbindung mit dem 7-Gang-DSG auch mit Zylinderabschaltung. Er hat wie der 224 PS starke Zweiliter-Otto im A 250 einen Benzinpartikelfilter. Neu ist der mit Renault entwickelte 1,5-Liter-Turbodiesel mit 116 PS und SCR-Kat im A 180d. Weitere neue Motoren werden folgen, auch ein Plug-in-Hybrid ist geplant.

          Während die Einstiegsmodelle über eine Verbundlenker-Hinterachse verfügen, ist beim A 250 und den Allradversionen hinten eine aufwendigere Vierlenkerachse verbaut. Optional sind verstellbare Dämpfer erhältlich. Teilautonomes Fahren ist in bestimmten Situationen möglich, an Fahrassistenten gibt es das volle Konzern-Programm. Der Totwinkelwarner beispielsweise kann jetzt noch bis drei Minuten nach dem Parken sich von hinten nähernde Fahrzeuge erkennen. Preise wurden noch nicht genannt, der A 200 startete bisher bei 28 905 Euro.

          MBUX beantwortet die eingangs gestellte Frage übrigens mit: „Morgen gibt es in Frankfurt Schneeschauer, die Temperatur liegt bei null Grad.“ Also nix mit Shorts.

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