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BMW i8 Roadster : Bayern 3 zum Wochenende

Bild: Hersteller

Offen, Elektro, Benzin: BMW bringt den i8 als Roadster. Bei einer ersten Probefahrt war schon der Zustieg eine Zirkusnummer.

          2 Min.

          Wer sich einen BMW nicht nur zum Fahren, sondern auch oder vornehmlich zum Posen wünscht, für den haben die Bayern jetzt genau das richtige Gefährt im Angebot. Dem seit 2014 offerierten i8 wird nach offenbar reiflicher Überlegung ein Roadster zur Seite gestellt. Von himmlischen Gefühlen trennt Pilot und Sozia (gern auch umgekehrt) ein Streifen Stoff, der auf Knopfdruck binnen 15 Sekunden und bis 50 km/h hinter den Köpfen verschwindet.

          Holger  Appel

          Redakteur in der Wirtschaft, zuständig für „Technik und Motor“.

          Weil er dort trotz gehobener Origami-Kunst Platz beansprucht, lösen sich die hinteren Notsitze in Luft auf, es entstehen an ihrer statt drei Fächer für Handtaschen oder Sneaker oder Kreditkarte. Die Gesamtkapazität an Gepäck erschöpft sich in einem unter der vorderen Haube einzufädelnden Kabinenkoffer, Kategorie Economy-Klasse. Alles andere aber ruft nach mehr und Meer.

          Schon der Zustieg ist eine Zirkusnummer. Die Türen schwingen nach oben auf, sie tun dies so rahmenlos wie im Coupé. Für geschmeidiges Hineingleiten ist das Zertifikat vom Yoga Retreat von Vorteil. Unten ragt der massive Schweller hervor, oben die stark geneigte Frontscheibe hinein, irgendwo dazwischen müssen Bauch, Beine, Po durch. Die Carbon-Struktur fordert ihren Tribut. Angekommen in den Schalensitzen passt das Ensemble nach BMW-Manier, man sitzt etwas hoch, fühlt sich aber geborgen. Es knarzt nichts, nicht auf Schotterstraßen und eh nicht auf dem Boulevard. Der Roadster ist mit 1,6 Tonnen Gewicht 60 Kilo schwerer als das Coupé, das infolge jüngster Modellpflege seinerseits 50 Kilo schwerer ist als die erste Auflage. Lederpolster, Strukturmaßnahmen, Akku lauten die Stichworte.

          Wie man ihn dreht und wendet, Spektakel ist im BMW i8 Roadster inbegriffen.
          Wie man ihn dreht und wendet, Spektakel ist im BMW i8 Roadster inbegriffen. : Bild: Hersteller

          Im offenen Auto zählt zuvörderst der Wind um die Nase, dessen Beaufort lassen sich justieren durch Seitenscheiben, die leider nicht vollständig herunterfahren, und ein Scheibchen hinten in der Mitte, das hereinfallende Verwirbelungen beruhigt. Es verbleiben Böen der angenehmeren Art, die sich auch an verlängerten Wochenenden gut genießen lassen.

          Für Vortrieb sorgt wie gehabt ein auf die Hinterräder wirkender Dreizylinder-Benziner, der dank neuer Abgasanlage etwas feuriger klingt als bisher im Coupé. Der Clou ist die zusätzliche Elektromaschine, offen und elektrisch, das kann sonst niemand. Sie greift an der Vorderachse und soll im Roadster bis zu 53 Kilometer emissionsfreie und nahezu lautlose Fahrt servieren. BMW konnte die Speicherkapazität seit der ersten Generation um rund 70 Prozent erhöhen, es sind nun 9,4 kWh nutzbar, 20 Prozent verbleiben als Puffer. Das Duett bringt es auf 374 PS, 4,6 Sekunden von 0 auf 100 und 250 km/h Höchstgeschwindigkeit. Um Kurven saust die hauseigene M-Fraktion freilich fetziger. Aber niemals spektakulärer. Der i8 Roadster kostet von 155.000 Euro an aufwärts. Falls es angesichts dieses Tarifs mit dem Zweitwagen knapp wird: Es gibt Winterreifen.

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