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Elektrischer Opel Zafira : Reiht sich in den Strom ein

Den neuen Opel Zafira gibt es drei Längen. Bild: Hersteller

Bisher gab es den Zafira nur als Diesel, jetzt gesellt sich eine elektrische Variante dazu. Zwei Batteriegrößen bietet Opel an. Die Lieferwagenvariante heißt Vivaro E.

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          Seit 1999 war der Minivan Zafira in schwierigen Zeiten einer der wenigen Erfolgsgaranten für Opel. Fast 2,8 Millionen Einheiten wurden seither verkauft. Inzwischen ist der Zafira zum Minibus mutiert, und Opel gehört nicht mehr General Motors, sondern dem französischen PSA-Konzern (Peugeot-Citroën). Das ist an sich nichts Schlechtes, zumal das Segment der kompakten Minivans inzwischen stark rückläufig ist, weil alle Welt SUV kauft, die Nachfrage nach großen, busartigen Minivans aber stetig steigt.

          Boris Schmidt

          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

          Seit einem Jahr ist der Bus-Zafira auf dem Markt. Es gab ihn bisher nur als Diesel, jetzt gesellt sich eine elektrische Variante dazu. Bestellt werden kann von sofort an, erste Fahrzeuge kommen noch in diesem Jahr in den Handel. Die Preise beginnen mit 52.443 Euro, abzüglich der Förderung von 7500 Euro. Die so angelockten Käufer müssen entscheiden, welche Batteriegröße (50 oder 75 kWh) und ob sie den Wagen in kurz (4,60 Meter), lang (4,95 Meter) oder noch länger (5,30 Meter) haben wollen. Die Motorleistung beträgt in jedem Fall 136 PS, das maximale Drehmoment von 260 Newtonmeter wird an die Vorderräder geschickt. Die Höchstgeschwindigkeit ist auf 130 km/h limitiert. Weil die Akkus im Wagenboden liegen, gibt es keinerlei Nutzraumeinschränkungen. Schon in der kurzen Variante ist das maximale Ladevolumen beeindruckend: 3400 Liter. Die beiden Großen packen sogar 4200 oder gar 4500 Liter weg.

          Die Gretchenfrage bei den Elektroautos ist noch immer die nach der Reichweite. Opel beantwortet sie mit 230 Kilometern für die 50-kWh-Batterie und 330 Kilometern für den 75-kWh-Akku. Sagt aber gleich dazu, im Stadtverkehr ließen sich bis zu 477 Kilometer erreichen, bevor der Zafira an den Stecker muss. Laden kann er an der heimischen Wallbox mit maximal 11 kW, unterwegs schafft er am Gleichstrom-Schnelllader 100 kW. Damit könne die kleine Batterie in 30 Minuten von leer auf 80 Prozent gebracht werden, heißt es, die große brauche dafür eine Viertelstunde länger. Auf die Akkus gibt Opel acht Jahre oder 160 000 Kilometer Garantie und legt Käufern die „Charge My Car“-Funktion der App „Free2Move Services“ nahe. Hiermit habe man Zugang zu 195.000 Ladepunkten europaweit, abgerechnet werde monatlich.

          Die Batterien für den Zafira und Vivaro sitzen platzsparend im Boden. Bilderstrecke
          Probefahrt : Elektrischer Opel Zafira

          Auf ersten Probefahrten bewegte sich der elektrische Zafira souverän, dank seines tiefen Schwerpunkts. Drei Fahrprogramme stehen zur Wahl: Sport, Normal und Eco. Die Unterschiede sind relativ groß, schon weil schlicht das Drehmoment variiert. 260 Nm sind es im Programm Sport, 210 in Normal, 190 Nm in Eco. Ungewohnt: Für Vorwärts (D), Rückwärts (R), Neutral (N) oder stärkeres Rekuperieren (B) muss ein Wippschalter in der Mittelkonsole gedrückt werden. 14 Assistenzsysteme gibt es, darunter Rückfahrkamera, adaptiver Tempomat, Notbremssystem und Head-up-Display. Letzteres allerdings nur mit der unschönen Scheibchen-Lösung.

          Als Lieferwagen heißt der Zafira Vivaro, auch diesen gibt es in drei Längen und dazu mit verschiedenen Aufbauten. In der 5,30-Meter-Version beträgt das Ladevolumen 6600 Liter, als Zuladung sind 1,2 Tonnen erlaubt. Drei Europaletten passen ins Fahrzeug. Zafira und Vivaro sind mit einer Anhängerkupplung zu bekommen. Die maximale Anhängelast von einer Tonne ist besser als nichts. Gebaut werden beide im nordfranzösischen Hordain.

          Auch Opel sieht seine Zukunft elektrisch. Der Corsa E fährt schon, noch im September ist der Verkaufsstart für den Mokka E, für den Sommer 2021 wird der kleine Lieferwagen Combi als Elektrowagen angekündigt, im Dezember folgt der große Movano. Und auch der neue Astra, avisiert für das Jahr 2022, wird rein elektrisch fahren.

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