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Probefahrt im Enyaq : Škoda steckt ein

Kerlkönig: Škoda Enyaq Bild: Hersteller

Der elektrische Enyaq fährt dicht am Kodiaq, authentisch und unprätentiös. Die Weltpremiere des zunächst als SUV und dann als Coupé erscheinenden Škoda lässt wohl bis Spätsommer auf sich warten.

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          Škoda hat sich für sein erstes Elektroauto der Neuzeit den Namen Enyaq ausgedacht. Das E am Anfang deutet auf die Antriebsart hin, das Q gehört zur Marketingstrategie, und das Wort soll sich aus dem irischen „Quell des Lebens“ herleiten. Leider ist das Leben derzeit eingeschränkt, weshalb der Zeitplan der Tschechen wohl ein wenig gestreckt werden muss. Die Weltpremiere des zunächst als SUV und dann als Coupé erscheinenden Škoda lässt bis Spätsommer auf sich warten. So können wir von unserer ersten Probefahrt nur Fotos getarnter Autos zeigen. Bis der Enyaq bei den Händlern steht, wird es vermutlich 2021. Wer sich für ein pragmatisches Elektroauto interessiert, könnte gleichwohl geneigt sein zu warten.

          Holger  Appel

          Redakteur in der Wirtschaft, zuständig für „Technik und Motor“.

          Der Enyaq fährt dicht am Kodiaq, authentisch und unprätentiös, er federt kommod und bietet angenehme Sitzmöglichkeiten. Auffällig ist freilich die arg ausladende Mittelkonsole, sie engt ein, offeriert aber zusätzliche Staufächer. 585 Liter Kofferabteil sind familientauglich. Hinten feiert die simple Trommelbremse Auferstehung, Škoda verspricht, sie bringe ob der mitbremsenden Elektromaschine keine Nachteile in der Verzögerung.

          Er fügt sich mit seiner Art und dem kleinen Wendekreis fein in den Alltag, sofern man mit 4,65 Meter Länge zurechtkommt. Das ist stattlicher als der Volkswagen ID 3 und viel für ein städtisch orientiertes Mobil, aber irgendwo müssen die Akkus halt hin. Sie bringen das Gesamtgewicht in die Nähe von zwei Tonnen, und sie stehen für 40 Prozent der Kosten, die beachtlich sind. Die Preise werden nach Ausstattung und Akkugröße gestaffelt. Um 35 000 Euro beginnt die Liste, die üppig ausstaffierte Einführungsedition verschlingt 50.000 Euro.

          Da die Basis der VW-Baukasten ist, sind 350 bis 500 Kilometer Reichweite veranschlagt. Das Einstiegsmodell hat eine kleine Batterie und Hinterradantrieb, das Spitzenmodell den großen Akku, Allradantrieb und zwei Motoren. 55, 62 und 82 kWh Kapazität stehen zur Wahl, die Leistung reicht von 148 bis 306 PS. Die Höchstgeschwindigkeit ist auf 160 km/h limitiert, nur der RS wird 180 km/h flott sein. Serienmäßig kann mit 50 kW Gleichstrom schnell geladen werden, gegen Aufpreis sind 100 oder 125 kW möglich.

          Die stärkere Ladeleistung lässt sich auch nach der Anschaffung ferngesteuert freischalten, Škoda wird mit dem Elektroauto eben digitaler. Aber Achtung, wichtig im Alltag ist die Wallbox im trauten Heim, dort fließen in der Basisausstattung maximal 7,2 kW, das ist quälend langsam. Aber Warten ist ja eine neue Tugend dieser Tage.

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