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Erste Probefahrt im BMW 5er : Im Maßanzug raus aus der Mittelklasse

  • -Aktualisiert am

Wir sind zu ersten Fahrten mit dem noch ganz frisch duftenden, neuen Fünfer von BMW unterwegs und glauben nicht an Zufälle. Bild: Hersteller

Wenn die Vergangenheit den Business-BMW einholt, geht es nicht nur um die Leidenschaft und Liebe zum Auto. Der neue 5er ist für automatisiertes Fahren bereits bestens gerüstet.

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          Mit dem neuen Fünfer entdeckt BMW alte Tugenden neu. Nämlich die für Dynamik, Fahren und mobiles Erleben wichtigen Eigenschaften rücken wieder stärker in den inneren Kreis der Charaktermerkmale. Das klingt ein wenig, als schwimme der Fünfer-BMW in seiner siebten Generation gegen den Technik-Trend aus Assistenzsystemen und automatischem Fahren, bei dem der Mensch am Volant seine Hände in den Schoß legen kann. Aber dem ist nicht so. BMW kann nicht nur beides, sondern fast alles im neuen Fünfer. Er ist der fast mathematisch-exakte Beweis für die Identität der Marke: „BMW baut in erster Linie Sportwagen“, sagt ein weiß-blauer Verantwortlicher, „und viele davon sehen aus wie Limousinen.“

          Der neue, etwa 2000 Euro teurere Fünfer ist deutlicher als seine Vorgänger auf den Punkt genau in einen straff sitzenden Maßanzug hineinkonstruiert worden. Der „Business Athlete“ (selbstbewusster Werbespruch) tritt im Februar 2017 zur gleichen Zeit auf den wichtigsten Märkten der Welt an, und die Verkaufsstrategen in München haben ein enges Zeit- und ein leicht lockereres Versionenkorsett geschneidert: Der traditionelle Benziner 520i fehlt zunächst, vielleicht wird er für immer gestrichen, da gibt es unterschiedliche Auskünfte von BMW. Die neue Limousine wird in der Benziner-Fraktion ab Februar wahlweise von einem Zweiliter-Vierzylinder (530i), einem Dreiliter-Reihensechszylinder (540i) und einem 4,4-Liter-V8 (M550i xDrive) angetrieben.

          Ähnlich strukturiert gibt sich die Diesel-Abteilung, in der ebenfalls ein Zweiliter-Vierzylinder die Basis (520d) für insgesamt vier Varianten bildet, die mit Hinterrad- oder Allradantrieb (xDrive) vorwärtskommen. Nur im 520d darf noch mit dem Fuß gekuppelt und per Hand geschaltet werden. Sonst ist die Achtgang-Steptronic tätig. Darüber rangiert noch ein Diesel im Dreiliter-Reihensechser-Format (530d). Alle Motorversionen sind auf Wunsch (Aufpreis 2600 Euro) mit xDrive-Allradantrieb zu haben. Die Einstiegsversion 520d mit Sechsgang-Schaltgetriebe kostet 45 200 Euro, der Basisbenziner 530d kommt auf mindestens 49 800 Euro. Vorerst teuerster Fünfer ist der M550i xDrive zu 82 700 Euro. Dieser stärkste Fünfer und die 520d Efficient Dynamics Edition (47 750 Euro) sind erst für den März zu erwarten.

          Der neue, etwa 2000 Euro teurere Fünfer ist deutlicher als seine Vorgänger auf den Punkt genau in einen straff sitzenden Maßanzug hineinkonstruiert worden. Bilderstrecke

          Dann ist es auch schon Zeit für den Fünfer Touring, der rundum mit beinahe identischer Technik vorfährt. Ob der Kombi später auch als Hybrid zu haben ist, bleibt offen. Die Hybrid-Limousine 530e iPerformance ist im März eingeplant, mit einem Normverbrauch von etwa 3,0 Liter, wenn es denn sein muss. Die nur als Vergleichsbasis tauglichen Normverbräuche reichen bei den Dieseln von 3,9 bis 5,4 Liter für 100 Kilometer, die bürgerlichen Benziner kommen auf 5,5 bis 7,4, der V8 im M550i liegt bei 8,9 Liter. Alle neuen Fünfer gehen flink aus den Startlöchern, dafür sorgen die hohen Drehmomente der Twin-Turbomotoren, keiner benötigt mehr als gut sieben Sekunden, um 100 km/h aus dem Stand zu erreichen, alle bieten 250 km/h.

          Wer glaubt, der neue Fünfer sei unverändert gekleidet wie sein Vorgänger, der irrt. Es sieht nur auf den ersten Blick so aus. Karim Habib, Chefdesigner der Marke BMW, hat beim neuen Fünfer eine sehr feine Nadel geführt. BMW schreibt ihm einen Luftwiderstandsbeiwert von 0,22 zu, das ist ein Limousinen-Spitzenwert.

          Natürlich hat BMW den Modellwechsel für die Renovierung des Innenraums und den Ausbau der Assistenten-Kompetenz genutzt. Jetzt gibt es im Fünfer für ein paar Befehle im iDrive-Konzept die Gestensteuerung, auf Fingerbewegung reagiert das ausgezeichnete Radio, man kann aber auch präzise am konventionellen Schalter drehen. Mehr Fahrfunktionen wie Abstand halten oder Temporegelung erledigt das Auto selbst, die Spurführung darf in die Hände der Lenkassistenten gelegt werden, der Fünfer taugt zum teilautonomen Fahren.

          Was aber schade ist. Denn eigentlich verschafft gerade das Fahren und Bedienen, das Erleben der Gehorsamkeit dieses neuen Fünfer die höchste Befriedigung. Und dabei ist er fast so komfortabel wie der saturiertere Siebener. Der neue Fünfer verkörpert die neue Freude am Fahren. Und die alten Tugenden sind lebendiger denn je.

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