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DAT-Report : Nur 99 Prozent kaufen kein Elektroauto

  • -Aktualisiert am

Nur ein Prozent halten regelmäßig an der Elektrotanke. Bild: dpa

Die Deutschen kaufen nach wie vor zirka 10 Millionen Autos im Jahr. Auch nehmen sie dafür viel Geld in die Hand. Nur beim Kauf von Elektroautos zögern sie.

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          Das multimediale Trommelfeuer gegen das Auto scheint bei den Autofahrern auf taube Ohren zu treffen. Mit 10,62 Millionen Neu- und Gebrauchtwagen kauften sie nämlich im Vorjahr fast ebenso viele Fahrzeuge wie 2017. Der Absatzrückgang betrug 1,1 Prozent, noch geringer war er bei Neuwagen, die lediglich um 0,14 Prozent auf 3,43 Millionen Einheiten nachließen.

          Selbstbestimmte Mobilität ist augenscheinlich noch immer ein hohes Gut, denn die Käufer nahmen mehr Geld in die Hand als je zuvor: Mit durchschnittlich 31 130 Euro (+ 2,6 Prozent) für Neuwagen und 11 780 Euro (+ 4,7 ) für Gebrauchtwagen erreichten die Preise ein neues Allzeithoch, wie der DAT-Report 2019 berichtet. Seine Ergebnisse basieren auf einer Repräsentativbefragung von 3943 Privatpersonen durch das Marktforschungsunternehmen GfK.

          Der Anteil von Dieselautos an den Neuzulassungen ging von 38,8 Prozent 2017 auf jetzt 32,3 Prozent zurück, 2016 hatte er noch bei 45,9 Prozent gelegen. Die gravierenden Folgen des Kreuzzugs gegen den Selbstzünder für Millionen von Fahrzeughaltern kritisierte DAT-Geschäftsführer Jens Nietzschmann mit deutlichen Worten: „Offensichtlich zählt die Einschränkung der individuellen Mobilität zum Markenkern bestimmter Oppositionsparteien. Einzelnen Protagonisten, die diese Art Mobilität am liebsten abschaffen möchten, ist wahrscheinlich überhaupt nicht bewusst, wie viele Menschen, darunter vor allem Pendler, tagtäglich auf ihr Auto angewiesen sind.“

          81 Prozent besuchen Gebrauchtwagenbörsen

          Das Internet spielt als Informationsquelle und Kaufort eine immer wichtigere Rolle. Im Berichtsjahr nutzten 81 Prozent der Neuwagenkäufer und 79 Prozent der Gebrauchtwagenkäufer das Netz. Von den Letztgenannten besuchten 81 Prozent Gebrauchtwagenbörsen, wo 42 Prozent ihr Wunschfahrzeug fanden und erwarben. Der durchschnittliche Gebrauchtwagen, davon zwei Drittel mit Ottomotor, ein Drittel mit Diesel, war im vergangenen Jahr 6,3 Jahre alt, hatte 76 350 Kilometer auf dem Wegstreckenzähler und eine Motorleistung von 120 PS aus 1,6 Liter Hubraum. Knapp mehr als die Hälfte der Gebrauchtwagenkäufer erwarb ihr Fahrzeug beim Markenhändler, 16 Prozent kauften im freien Handel und 33 Prozent auf dem Privatmarkt.

          Reine Elektroautos fristen trotz stetig wachsender Modellvielfalt noch immer ein Nischendasein im Neuwagenmarkt. Zwar erhöhte sich ihr Absatz im Vorjahr um 43,9 Prozent auf 36 062 Einheiten, aber das waren lediglich 1,04 Prozent aller neu zugelassenen Personenwagen. Die klassischen Vorbehalte potentieller Käufer haben laut DAT-Studie teilweise sogar noch zugenommen. An der Spitze stand die begrenzte Reichweite, die von 60 Prozent (2017: 51 Prozent) der befragten Neuwagenkäufer moniert wurde. Zu lange Ladezeiten waren für 41 Prozent (zuvor 38 Prozent) ein Ausschlusskriterium.

          Recht optimistisch wurde dagegen überraschenderweise die Ladeinfrastruktur beurteilt. 41 Prozent der befragten Neuwagenkäufer gaben an, über solche Möglichkeiten im näheren Umfeld zu verfügen. Mehr als jeder zweite besaß sogar eine eigene Garage und 48 Prozent von ihnen hielt dort die Installation einer privaten Ladestation für möglich.

          Leicht zugenommen hat im vergangenen Jahr der Reparatur- und Wartungsmarkt. Die 36 750 deutschen Kraftfahrzeugbetriebe führten an 69 Prozent aller Personenwagen Wartungsarbeiten und an 31 Prozent Reparaturen durch. Je Personenwagen wurden statistisch im Durchschnitt 0,90 Wartungsarbeiten, 0,54 Verschleiß- und 0,12 Unfallreparaturen erledigt. Für die Wartung ihres Fahrzeugs gaben die Besitzer durchschnittlich 263 Euro aus, für Verschleißreparaturen 177 Euro. Wie schon in den Vorjahren stand der Ersatz der Bremsbeläge mit 12 Prozent Anteil an der Spitze der Reparaturstatistik, gefolgt von Elektrik/Elektronik mit acht Prozent sowie Lenkung nebst Radaufhängung und Motor mit jeweils sechs Prozent.

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