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Stadt Land Stromfluss : Wie sich die Autobranche die Elektromobilität vorstellt

Für 2021: VW ID Roomzz Bild: Friso Gentsch/Volkswagen

In China wird der Umschwung zum Elektroauto am schnellsten erwartet. Die Designer dürfen dort schon mal zeigen, was sie im Köcher haben. Drei Beispiele.

          Die Vorstellung einer Zukunft mit vollelektrischen Autos wird mit jedem Tag etwas greifbarer. Besser: sichtbarer. Die Designer dürfen schon mal zeigen, was sie im Köcher haben. Doch ob die Menschheit die hohen Anschaffungspreise und unvermeidlichen Einschränkungen im Alltag akzeptieren wird, steht in den Sternen. In China wird der Umschwung am schnellsten erwartet, und so ist es kein Wunder, dass die Hersteller zur gerade stattfindenden Shanghai Motor Show weitere Verhüllungstücher von ihren Studien ziehen.

          Holger  Appel

          Redakteur in der Wirtschaft, zuständig für „Technik und Motor“.

          Renault folgt dem auf den ersten Blick logischsten Ansatz und zeigt ein kompaktes, batteriebetriebenes Stadtmobil. Der rund 3,70 Meter kurze Wagen mit dem etwas kryptischen Namen City K-ZE soll mit seinem SUV-Charme Vernunft und Zeitgeist verbinden, und wer auf die Reise Gepäck oder Getränkekisten mitnehmen möchte, darf 300 Liter davon einpacken. Der City K-ZE soll dem Vernehmen nach rund 250 Kilometer Reichweite haben. Zum Preis sagen die Franzosen noch nichts Verwertbares.

          Er ist eines von drei elektrischen Autos, die Renault bis zum Jahr 2022 in China auf die Räder stellen will. Ob er auch nach Europa kommt, wird man sehen. Zunächst wird er lokal gefertigt im Gemeinschaftsunternehmen von Renault und Dongfeng.

          Kurzware: Renault City K-ZE Bilderstrecke

          Eine Kategorie größer denkt Audi, dort feiert die Idee des A2 Auferstehung. Sie heißt AI:ME, krude Bezeichnungen gehören offenbar zum Handwerk in die Kristallkugel blickender Strategen. 4,30 Meter lang ist das Konzeptfahrzeug und 1,52 Meter hoch, was ein neuartiges Raumgefühl generieren soll. Für schickes Aussehen sind, wie an den meisten Elektroautos, große Räder mitverantwortlich, hier in 23 Zoll. Audi verabschiedet sich in diesem Segment von Beschleunigung und Höchstgeschwindigkeit und Kurvenhatz, der Aime sei konsequent auf stundenlange Mobilität im Geschwindigkeitsbereich zwischen 20 und 70 km/h ausgelegt, heißt es. Die Sitzkonfiguration könne dank weiten Radstands vorn wie hinten modular an den Bedarf angepasst werden.

          170 PS leistet der permanent erregte Synchronmotor, die Batterie hat 65 kWh Energiegehalt. Nicht fehlen darf der Hinweis, dass sich ein solches Fahrzeug vollautonom nach Level 4 wird bewegen können, theoretisch jedenfalls, denn wie wir aus der Praxis wissen, sind alle diesbezüglich bislang gehegten Pläne klammheimlich in eine fernere Zukunft verschoben worden. Preis? Markteinführung? Alles offen.

          Etwas konkreter wird die Muttergesellschaft Volkswagen, die auf gleichem Baugrund ein SUV in der Fünf-Meter-Klasse mit drei Sitzreihen erstellt, das im Jahr 2021 zuerst in China eingeführt werden soll. Das Roomzz genannte Modell aus der elektrischen ID-Familie beherbergt eine 82-kWh-Batterie, die es nach WLTP-Zyklus bis zu 450 Kilometer weit bringen soll. Für Vortrieb sorgen zwei Elektromotoren mit 306 PS Systemleistung, Allradantrieb ist damit gesetzt. VW kommt es auch auf Einsatzmöglichkeiten über Land an. Der Roomzz beschleunigt von 0 auf 100 km/h in 6,6 Sekunden und wird dem Energiehaushalt zuliebe um 180 km/h abgeregelt. Der Preis ist auch hier noch ein Staatsgeheimnis.

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