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Elektro-Van Canoo : Den kauft keiner

  • -Aktualisiert am

Canoo hat zwei Jahre nach der Gründung den ersten Prototypen vorgestellt. Bild: Hersteller

Der Canoo wird das etwas andere Elektroauto. Hier bricht nicht nur das Auto mit allen Trends, weil es ein Van ist statt eines Geländewagens. Vor allem das Personal lässt aufhorchen.

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          Kalifornien ist das Land der Start-ups für Elektroautos: Canoo heißt die Company, die nicht einmal zwei Jahre nach der Gründung ihren ersten Prototyp vorgestellt und den Marktstart für das Jahr 2021 angekündigt hat. An sich wäre diese Nachricht nicht viel mehr wert als eine Fußnote, doch bricht hier nicht nur das Auto mit allen Trends, weil es ein Van ist statt eines Geländewagens, vor allem das Personal lässt aufhorchen. Der Vater des Canoo, der entfernt an einen Entwurf für eine mutige Fortschreibung des VW Bus erinnert, ist Ulrich Kranz, der für BMW die beiden Karbon-Kuriositäten i3 und i8 entwickelt hat.

          Dass der Canoo die Wende zum Besseren bringen soll, liegt vor allem an seiner radikalen Raumökonomie. Mit 4,40 Metern kaum länger als ein VW Golf, bietet der Van gleich sieben Plätze und lockt die Passagiere in eine Lounge, die luftiger ist als bei allen anderen Fahrzeugen. Das Interieur besteht aus nicht viel mehr als den beiden Sitzen in der ersten Reihe und einem Sofa, das sich wie ein U in den Fond schmiegt. Auf ein wuchtiges Armaturenbrett hat Kranz genauso verzichtet wie auf eine riesige Bildschirmlandschaft.

          Stattdessen gibt es einen schlanken Querträger, an dem die Airbags befestigt sind, ein zierliches Lenkrad und einen Sockel für das Smartphone des Fahrers. Dass der auch über seine Füße auf die Fahrbahn schielen kann, will Kranz tatsächlich in Serie bringen: „Dieser Prototyp entspricht zu 90 Prozent dem künftigen Serienmodell“, gab er zu Protokoll.

          Den Marktstart ist für das Jahr 2021 angekündigt. Bilderstrecke

          Wie damals beim i3 geht Kranz auch bei der Konstruktion des Canoo wieder ein Stück weiter. Wie alle designierten Elektroautos nutzt auch dieser Van eine Skateboard-Architektur, bei der der knapp 300 PS starke Elektromotor für bis zu 200 km/h und die Akkus für maximal 400 Kilometer im Wagenboden untergebracht sind. Weil der Canoo aber zudem eine komplett elektrische Lenkung hat, gibt es außer ein paar Kabelsteckern keine Verbindung zwischen Plattform und Karosserie, was den Aufbau verschiedener Varianten deutlich beschleunigt und verbilligt. Sogar das Vertriebsmodell ist anders.

          Denn Kranz ist vermutlich der erste Autoboss, der gar keine Autos verkaufen will. Den Canoo kann man nur abonnieren und monatlich kündigen.

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