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Elektro-Mountainbikes im Test : Eine andere Art von Leichtigkeit

Der Elektroantrieb Shimano Steps E 8000 verbaut in einem online vertriebenen Canyon Neuron:On 7.0 Bild: Appel

Wo funktioniert die Elektromobilität? Mit dem Fahrrad. Und wo geht mit einem starken Motor richtig die Post ab? Beim Mountainbike.

          Vor wenigen Jahren noch wurde ein Mountainbiker, der mit elektrischer Unterstützung den Waldpfad hochklettert, als Schlappschwanz belächelt. Heute greift im gehobenen Preissegment die Mehrheit der Kunden ganz ungeniert zum Elektromotor. Auch wenn elektrifizierte Rennräder noch die absolute Ausnahme bilden, sind schon Gravelbikes mit Motor unterwegs. Jenseits der unterstützten 25 km/h erweisen sich jedoch das Recht und die Technik als Hindernisse: Mit dem bis 45 km/h elektrisch nachhelfenden Leichtkraftrad darf man nicht überall fahren, zum Beispiel nicht im Wald und auf innerstädtischen Radwegen. Und weil viele Motoren nicht vollständig entkoppeln (können), macht jeder Tritt jenseits von 25 km/h keinen rechten Spaß.

          Holger  Appel

          Redakteur in der Wirtschaft, zuständig für „Technik und Motor“.

          Hans-Heinrich Pardey

          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

          Darunter freilich umso mehr. Wer die neue Art der Leichtigkeit am Steilhang oder beim Durchqueren tiefer Lagen Laub mit dem E-Mountainbike erlebt hat, will kaum noch zurück zu bloßer Wadenkraft. Und auch wenn der Neid darüber böse lästert: Der Motor eröffnet weiter entfernte Gefilde, die bislang außer Reichweite müsliriegelgestählter Oberschenkel lagen, und damit völlig neue Horizonte.

          Jenseits von 3000 Euro verdrängt das elektrische Mountainbike schon in einfacherer Ausführung das hochklassig ausstaffierte Rad ohne Elektroantrieb. Gunnar Fehlau vom Branchendienst PD-F: „Hochpreisige Mountainbikes waren stets die Speerspitze der Technologie und die Flaggschiffe der Hersteller. Ihre Leuchtturmfunktion haben sie eingebüßt und an elektrische Bikes abgegeben.“ Ob Haibike, Specialized, Rotwild oder Canyon, die Hersteller erweitern oder verfeinern ständig ihr elektrifiziertes Angebot, während in den Geschäften wie in den Produktionsprogrammen teure Räder ohne Motor seltener werden. Wer mehr als 3000 Euro auszugeben bereit ist (und nicht den reinen Sport ganz fest im Blick hat), stellt sich meistens nicht mehr die Frage, ob es ein Fully sein soll oder ein besonders hochwertiger Satz Laufräder. Mit oder ohne Motor? Darum geht es, und die Tendenz, wie die Entscheidung fällt, ist eindeutig.

          Das RX+ Pro von Rotwild mit Brose Drive S ist sozusagen das Allzweckbike des kleinen, aber feinen Herstellers. Bilderstrecke

          Rund 90 Prozent seiner Käufer greifen zur elektrifizierten Variante, wie Stefan Jäger vom Fachgeschäft „4 Riders“ in Kriftel bei Frankfurt sagt. Er ist spezialisiert auf hochwertige Marken wie Specialized. Die Amerikaner haben mit der Serie ihrer Turbo-Levo-Modelle, die zwischen 4500 und 11 000 Euro kosten, besonders attraktive, gleichwohl auch besonders teure E-Mountainbikes im Angebot. Wer sich für solch ein vergleichsweise leichtes Karbonrad wie das Spitzenmodell S-Works Turbo Levo FSR entscheidet, muss unter Umständen nicht nur früh ordern und dann trotzdem lange warten. Denn Specialized nutzt den S-Mag-Motor (wie Magnesium) von Brose mit einem in den Rahmen eingelassenen Display und einer modifizierten Software, die nur von eigens geschulten Händlern gewartet werden darf und kann. Der Antrieb wirkt ausgewogen und harmonisch im Antritt.

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