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Elektro-Faltrad : Einfach klappt am schnellsten

  • -Aktualisiert am

Kein Schrott mit K: Das erste Pedelec zum Falten. Bild: Pardey

Ein Pedelec zum Falten oder ein Klapprad mit Elektromotor: Kann das gutgehen? Das geht sogar ganz prima, wie die Erprobung des Tern eLink D7i gezeigt hat.

          Fangen wir mit der schlechten Nachricht an: Es könnte schwierig werden, dieses Rädchen zu ergattern, wenn denn ein Händler unseres Vertrauens es gerade nicht vorrätig hat. Denn der Importeur meldet „ausverkauft bis zum Spätherbst“. Auf den Internetseiten des Herstellers wird das Tern eLink D7i mit rund 2000 Euro angezeigt, ein aufs Faltrad spezialisierter Versender will etwas über 1700 Euro haben. Das ist für ein zusammenklappbares Pedelec günstig.

          Tern gibt es erst seit 2011. Der englische Name der Küstenseeschwalbe wurde bei der Gründung des taiwanischen Herstellers gewählt, weil dieser Vogel ein Langstrecken-Zugvogel vereinzelt mit Jahresleistungen von 90.000 Kilometer ist. Gründer war Joshua Hon, der Sohn des Physikers David Hon, der 1982 in Los Angeles Dahon gegründet hatte.

          Dahon ist Weltmarktführer bei Falträdern. Joshua Hon wollte im Gegensatz zum Vater mehr auf Klasse als auf Masse setzen. Die Palette der Falträder von Tern reicht heute vom 20-Zoll-Ein-Gang-Modell bis zu „Joe“, einem faltbaren Rad fürs Grobe auf 26-Zoll-Rädern. Seit dieser Saison ist nun mit dem eLink D7i auch ein Falt-Pedelec dabei.

          Kein Schrott mit K

          Unabhängig vom Modell lautet bei Tern die Auskunft auf die Frage, wie lange Auf- oder Abbau dauere, „etwa zehn Sekunden“. (Nur „das SUV unter den Falträdern“, eben das 26-Zoll-Rad „Joe“, macht mit 30 Sekunden eine Ausnahme.) Die Behauptung stimmt, und sie stimmt auch für das Pedelec. Aber was noch wichtiger ist: Der Faltvorgang ist bei den Tern-Rädern generell einfach und nicht von einem Dutzend Bedingungen, sprich exakter Position einzelner Teile sowie einer genau zu beachtenden Reihenfolge von Handgriffen, abhängig.

          Das ist ein Punkt, über den auf ihr eigenes Modell eingefuchste Faltradfahrer nur milde lächeln können. Aber wenn man nicht immer Faltrad fährt, oder wenn man das Rad an jemand ausleiht, ist es gut, wenn wie bei den Tern-Rädern der Vorgang einfach ist und auch in anderer Reihenfolge vorgenommen werden kann. Weil das eLink D7i sich so einfach zusammenklappen lässt, möchte man es am liebsten ein Klapprad nennen, aber das böse K-Wort ist nun mal für den Schrott mit Scharnier reserviert.

          Erste Stufe ist nicht zu spüren

          Ein nächster heikler Punkt ist bei einem Pedelec die Reichweite. Da sagt ein ehrlicher Praktiker eigentlich: Kommt ganz darauf an. Das stimmt ja auch. Auf dem Papier steht wortwörtlich: „Reichweite bis rund 50 km“. Und wenn man es mal praktisch angeht, sieht es so aus: Am Tag nach der Übernahme des Rades wurde der volle Akku (Li-Ion, 36 Volt, 374 Wattstunden) mit einer Tour von 53 Kilometer über Land so weit leergefahren, dass am Ziel nur ein Strich der Fünf-Segment-Anzeige noch zu sehen war.

          Deutlich sichtbar sind die Verstärkungen des Rahmens zu erkennen.

          Zur Tour gehörten längere Zwölfprozenter, aber es wurde auch ökonomisch gefahren. Das heißt: Wenn klar war, dass die nächsten sechs oder sieben Kilometer Gefälle waren, wurde die elektrische Unterstützung so weit beschnitten, dass die bisherige Durchschnittsgeschwindigkeit zu halten war. Dazu reicht tatsächlich die Unterstützungsstufe 1 namens „Eco“, die man sonst getrost vergessen kann, weil sie kaum zu spüren ist.

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