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Elektro-Faltrad : Einfach klappt am schnellsten

  • -Aktualisiert am

Die 50 Kilometer stimmen nur auf dem Papier

Nach dieser Tour wurde der Akku vollgeladen, und dann kam das Fahrrad an mehreren Tagen in der Stadt zum Einsatz: keine besonderen Steigungen, aber mehrere City-Fahrten mit vielen Ampelstopps und neuerlichem Beschleunigen, keinerlei ökonomische Akkupflege, sondern dauerhaft volle Pulle mit Unterstützungsstufe 4 wie „Power“.

Klingeling: Neben dem einfachen, aber völlig ausreichenden Display, sitzt die pfiffige Glocke am Lenker.
Klingeling: Neben dem einfachen, aber völlig ausreichenden Display, sitzt die pfiffige Glocke am Lenker. : Bild: Pardey

Das zehrt, sollte man meinen. Zunächst sah es auch so aus: Keine sechs Kilometer Strecke, schon war in der Füllstandsanzeige des Akkus ein Segment der fünf weg. Tatsächlich war das nächste Laden aber erst bei Kilometerstand 131 fällig, obwohl wiederum bis zum Verschwinden des vorletzten Strichs gefahren wurde. Das heißt, die zweite Akkuladung hätte für mehr als 78 Kilometer gereicht.

Dann wurde der Akku nicht ganz voll, sondern nur zu vier Fünftel geladen. Klar, das ist nicht sach- und fachgerecht. Aber es ist praxisnah, besonders, weil die Ladezeit mit über fünf Stunden lang ist. Mit vier Strichen in der Akkuanzeige losgefahren, waren 40 Kilometer zurückgelegt, als nur noch das letzte Strichlein zu sehen war. Die nächsten vollen Akkuladungen reichten dann 43, 57 und sogar 83 Kilometer (auf weitgehend ebener Strecke). Es ist also wahr: Es kommt ganz darauf an, je nach dem sind die 50 Kilometer auf dem Papier eher zu niedrig gegriffen.

Rumpeln auf dem Schotterweg

Speziell bei den Touren über Land - was für ein Falt-Pedelec als nicht vorwiegende Nutzungsart erscheinen kann - machte das eLink D7i den Eindruck, das steifste Faltrad zu sein, das je gefahren wurde. Dass es mit rund 21 Kilogramm (maximale Zuladung 110 Kilogramm) nicht gerade das leichteste ist, versteht sich. Aber das Paket von gefaltet rund 80 × 72 × 43 Zentimeter lässt sich doch noch einigermaßen in den Kofferraum heben.

Von der Seite: Der kleine Mittelmotor von Bafang verschwindet fast hinter dem Kettenblatt.
Von der Seite: Der kleine Mittelmotor von Bafang verschwindet fast hinter dem Kettenblatt. : Bild: Pardey

Im Zug jedoch ist einem schon das etwa halb so schwere, unmotorisierte Tern Verge Duo wesentlich lieber. Das Gewicht, die 20-Zoll-Räder und die zusätzlichen Versteifungen des Alu-Rahmens machen das eLink D7i nicht zum Fahrzeug für schlechte Wegstrecken. Schon auf einem geschotterten Waldweg oder gar auf Kopfsteinpflaster rumpelt es mächtig.

Rund und vertretbar

Ein wenig gewundert hat die einfache Sicherung des verriegelten zentralen Rahmengelenks; da gibt es von Tern an anderen Rädern deutlicher Gesichertes. Mancher wird vielleicht die V-Brakes bemängeln und auf Hydraulik oder Scheibenbremsen bestehen. Die Bremsen haben aber keinen Anlass zur Beanstandung geboten. Dass Shimanos Nexus 8-Gang-Nabe gelegentlich zögert und nachdenkt, ob sie vom Drehgriff gerade einen Schaltbefehl bekommen habe, nun, das kennt man ja.

Der kleine 250-Watt-Mittelmotor von Bafang ist weder laut noch leise. Man hört ihn, aber nicht störend. Der Schub setzt in Unterstützungsstufe 1 und 2 zu dezent ein, erst ab Stufe 3 wie „Tour“ fühlt man sich richtig geschoben. Die ganze Handhabung ist einfach; das Rückstellen des Kilometerzählers könnte etwas weniger kompliziert sein. Was man sich im Alltag vor allem einfach praktisch wünscht, Gepäckträger, Beleuchtung, Sitzposition, Sattel und Lenker, ist so, wie es ist, praxisgerecht. Alles in allem ist das Tern eLink D7i eine runde Sache zu einem vertretbaren Preis.

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