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E-Faltrad Brompton ausprobiert : Ein Kofferraum mit Faltrad dran

  • -Aktualisiert am

Unverkennbar Brompton: Durch den Motor ändert sich nichts an der Form des Rades. Bild: Pardey

Seit Jahrzehnten gebaut und verfeinert, wird das Faltrad Brompton nun auch noch elektrisch. Hier die Erfahrungen mit einem Vorserienexemplar der 2-Gang-Variante.

          Für viele Fans ist es das ideale Faltrad, und nur für einen Ignoranten ist es ein Klapprad: das Brompton. Falten, Klappen, je nun, das ist mehr als bloß eine übertriebene semantische Unterscheidung und auch nicht ausschließlich ein deutlicher Preisunterschied. Die Klappräder von anno dazumal ließen sich – und lassen sich heute als immer noch beispielsweise für kultige Juxrennen geschätzte Antiquitäten – gerade so eben auf Kofferraumgröße zusammenklappen. Falträder, die diesen Namen verdienen, können das besser: Immer mal wieder sieht man, wie ein Birdy von Riese und Müller, ein Tikit von Bike Friday oder eben eine der zahlreichen Varianten des Brompton als kompaktes Gepäckstück mit oder ohne Schutzhülle in die Kofferablage eines ICE wandert.

          So schnell, wie sich diese Falter kleinkriegen lassen, obwohl sie sich beim Fahren wie richtige Fahrräder mit größeren Laufrädern anfühlen, so flink entfaltet sich so ein Paket zum Fahrzeug. Der wahre Fan, der in aller Regel ein ausgefuchster Spezialist und keineswegs grundsätzlich männlichen Geschlechts ist, schüttelt sein geparktes Brompton nur einmal kurz und heftig am ausgestreckten Arm, und tschackediklack, schon kann es losgehen. Ein bisschen Übung ist dazu freilich erforderlich, auch dies unterscheidet Klappen und Falten: Kurbeln müssen in bestimmter Position ausgerichtet sein, die Hand muss an der richtigen Stelle zupacken, hier ist eine Verriegelung zu lösen, da hat eine Sicherung einzuschnappen – ob Tern, ob Montague, jedes Faltrad hat seine kleinen Besonderheiten.

          Im großen Kofferraum findet der Akku von oben her sein eigenes Fach. Die kleinere Tasche ist alternativ für den separaten Transport des Akkus gedacht.

          Das Brompton aber hat sich seit dem Ende der siebziger Jahre, als Andrew Ritchie in seinem Schlafzimmer gegenüber vom Brompton Oratory die ersten Prototypen baute, den Ruf erworben, mit seinem prinzipiell seit damals unveränderten dreistufigen Faltvorgang genial handlich zu sein: gemacht zum Fahren und zum Falten, ein Stadtfahrzeug für alle, die rasch zwischen Gehen, Fahrradfahren und dem Benutzen von Bussen und Bahnen wechseln wollen.

          Für ein Elektrorad ist das alles zusammen leicht

          Ein Faltrad elektrifizieren zu wollen beschwört mehr als die Gefahr von höherem Gewicht und verminderter Handlichkeit herauf. Es gibt Hersteller, die von der bisherigen Form ihrer Rahmen und der Art des Faltvorgangs abgewichen sind, nur um Motor und Akkupack überhaupt unterbringen zu können. Nicht so in Brentford bei London: „Ausgewiesene Spitzentechniker haben jahrelang daran gearbeitet, dass trotz aller notwendigen Ausrüstungen das Brompton Electric immer noch leicht tragbar und gut verstaubar bleibt“, tönt die Internetseite. Drei Jahre Entwicklungsarbeit unter anderem in Zusammenarbeit mit McLaren Racing haben zu einer eigenen, aber nicht wirklich überraschenden Lösung geführt: Der 250-Watt-Motor, eine in Taiwan gefertigte Entwicklung der Briten, arbeitet in der Vorderradnabe. Darüber steckt ein 300-Wattstunden-Akku, der gut für 80 Kilometer sein soll, in einer Tasche.

          Was das Brompton Electric von ähnlichen, längst aus dem Angebot gestrichenen elektrischen Faltern unterscheidet, ist der simple Klick: Mit dem lässt man den Akku in Arbeitsposition einrasten. Genauso einfach wird er zum Transport abgenommen. Die kleine Akkutasche ist Standard, der größere Kofferraum mit innenliegendem Akkufach (180 Euro Aufpreis) sieht ein wenig monströs aus, ist aber, weil ein Gepäckträger nur nachgerüstet werden kann, unbedingt empfehlenswert und hindert beim Fahren kein bisschen. Mit Motor wiegt das Rad ausstattungsabhängig bis knapp 14,5 Kilogramm. Die separat umgehängbare Tasche mit dem Akku bringt weitere knapp drei Kilogramm auf die Waage.

          Für ein Elektrorad ist das alles zusammen leicht; außerdem kann man auch das elektrische Brompton gefaltet und an der Sattelnase gepackt auf zwei Rollen ziehen oder schieben und muss es nicht über den Bahnsteig schleppen. Die Erfahrungen mit einem Vorserienexemplar der 2-Gang-Variante (3150 Euro, mit 6-Gang-Schaltung 3350 Euro, wahlweise nur in Schwarz oder Weiß glänzend) waren rundherum positiv, eben typisch Brompton.

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