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Elektro-Autos : In die Zukunft mit Volt und Ampera

Bild: Hersteller

Noch sind Elektro-Autos viel zu teuer und haben etliche Nachteile im Alltagsgebrauch. Opel und Chevrolet bieten bald ein Fahrzeug an, das die Welt des Verbrennungsmotors mit der des leisen, emissionslosen Fahrens verbindet.

          Technisch sind beide Fahrzeuge vollkommen gleich, der Volt kommt als Chevrolet und wird 41 950 Euro kosten, der Ampera ist ein Opel und kostet 42 900 Euro. Ob es sinnvoll ist, zwei identische Fahrzeuge unter zwei verschiedenen Marken von November an in Europa zu vertreiben, soll jetzt nicht diskutiert werden. Wenn man so will, ist der Volt das Original, er wird in Detroit/Michigan gebaut und in den Vereinigten Staaten auch schon seit Ende 2010 verkauft. In diesem Jahr plant Chevrolet einen Absatz von 10 000 bis 12 000 Einheiten.

          Boris Schmidt

          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

          Über die Zahl der in Deutschland anvisierten Kunden schweigen sich beide Organisationen aus. Im Angebot ist ein vollwertiges, viertüriges Auto mit einem sportlichen Anstrich und einem für vier Personen knapp ausreichenden Raum- und Platzangebot. Den Technikern ist es gelungen, auf 4,50 Meter Außenlänge unter anderem zwei Elektromotoren, einen Benzinmotor, ein Planetengetriebe, drei Kupplungen und eine 180 Kilo schwere, T-förmige Batterie (Lithium-Ionen) unterzubringen, mit der eine rein elektrische Reichweite von 40 bis 80 Kilometern möglich ist.

          Wenn der „Strom“ alle ist, springt ein 1,4-Liter-Benzinmotor (63 kW/86 PS) ohne Zutun des Fahrers an, der einem Generator als Stromerzeuger dient. Der Volt/Ampera fährt also immer elektrisch, wobei es eine kleine Ausnahme gibt, die unter Technikern schon zu einem Streit geführt hat, ob der Volt/Ampera überhaupt ein E-Auto ist oder doch eher ein Hybrid-Fahrzeug wie der Toyota Prius. Doch das ist Haarspalterei.

          Volt, welch treffender Name für ein Elektro-Auto

          Tatsache ist, dass das Antriebskonzept des Chevy/Opel überaus kompliziert ist. Es gibt nicht weniger als vier Fahrzustände. Bei voller Batterie fährt das Auto entweder nur mit dem einen Haupt-E-Motor (111 kW/151 PS, 370 Newtonmeter Drehmoment) oder benutzt zusätzlich den zweiten E-Motor (der gleichzeitig der Generator ist und 54 kW/73 PS leistet). Letzteres geschieht, wenn viel Leistung gefordert wird - in der Regel beim vollen Beschleunigen oder bei Geschwindigkeiten von 60 bis 80 km/h an.

          Gelegenheit, sowohl den Volt als auch den Ampera zu fahren

          Mit laufendem Benzinmotor arbeitet bei langsamer Geschwindigkeit nur der stärkere E-Motor, und es gibt außerdem eine Verbindung vom Benziner direkt auf die Räder. Letzteres war im technischen Konzept zunächst nicht vorgesehen. So könne man aber um zirka 15 Prozent effektiver sein, als wenn man den Benziner ausschließlich den Generator antreiben lasse, heißt es. Bei voller Last geht wiederum die Kraft nur über die E-Motoren zu den Rädern.

          Wir hatten diese Woche Gelegenheit, sowohl den Volt als auch den Ampera zu fahren. Äußerlich und innerlich unterscheiden sich beide kaum. Man sitzt sehr gut und fühlt sich sofort zu Hause, klassische Armaturen werden in einem so modernen Auto nicht vermisst, die gefahrene Geschwindigkeit wird digital angezeigt, dazu unter anderem die elektrische Reichweite und die Gesamtreichweite. In einem zweiten Monitor in der Mittelkonsole wird über den Kraftfluss der Systeme informiert. Der Ausstattungsumfang ist weder bei Opel noch bei Chevrolet endgültig definiert, ein Navigationssystem und eine Rückfahrkamera sind neben vielem anderen vielleicht Grundausstattung. Letzteres wird wahrscheinlich auch auf Ledergestühl zutreffen. Was es (vorerst) nicht geben wird, sind weitere moderne Assistenzsysteme wie Spurhaltekontrolle oder ein aktiver Tempomat. Dass der Volt/Ampera alle Crashtest-Normen erfüllt, ist selbstverständlich. Trotz der 360-Volt-Batterie darf man sich auch bei einem Unfall so sicher wie in jedem anderen Auto fühlen.

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