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Probefahrt im Renault Zoé : Die Sorgen fahren nicht mehr mit

  • -Aktualisiert am

Der neue Renault Zoé Bild: Renault

Unter rein elektrischen Autos ist der Renault Zoé das meistverkaufte Modell in Deutschland. Der neue Zoé hat nun eine Reichweite von bis zu 400 Kilometer.

          Die Elektrifizierung schreitet voran - wenn auch nicht eben mit Siebenmeilenstiefeln. Bis Ende Oktober dieses Jahres wurden in Deutschland nur 8842 rein elektrische Autos zugelassen. Dabei hat der Renault Zoé mit 2262 Einheiten die Nase vorn. Rang zwei belegt die 1230 Mal verkaufte Luxuslimousine Tesla Model S.

          Außer dem hohen Anschaffungspreis ist die Reichweite ein wunder Punkt vieler Stromer. Hier macht der Zoé jetzt einen großen Sprung nach vorn. Der 4,09 Meter lange viertürige Kleinwagen kann von Januar an mit einer neuen Lithium-Ionen-Batterie mit 41 kWh Kapazität geordert werden, die den Aktionsradius des Fünfsitzers im Vergleich zum Zoé mit der auch weiter verfügbaren 22-kWh-Batterie nahezu verdoppelt. Gemäß Neuem Europäischen Fahrzyklus (NEFZ) ist die Reichweite mit 400 Kilometer angegeben (22 kWh: 240 Kilometer).

          Im Alltag können diese auf dem Prüfstand ermittelten Strecken freilich nur mit extremer Schleichfahrt erreicht werden. Nach ersten längeren Testfahrten erscheint uns aber eine Reichweite von knapp 300 Kilometer mit dem großen Akku realistisch. Weder der Konzernbruder Nissan Leaf noch der BMW i3 oder VW E-Golf können mithalten. Dank erhöhter Energiedichte beansprucht der größere Akku nicht mehr Platz als die Standardbatterie und bringt nur 15 Kilogramm Mehrgewicht auf die Waage.

          Der 4,09 Meter lange viertürige Kleinwagen kann von Januar an mit einer neuen Lithium-Ionen-Batterie mit 41 kWh Kapazität geordert werden. Bilderstrecke

          Den kombinierten Stromverbrauch von 13,3 kWh auf 100 Kilometer überschreitet der rund 1500 Kilogramm wiegende Elektro-Franzose schnell, wenn es auf die Autobahn geht, bei Tempo 135 km/h ist allerdings Schluss. Mit fleißigem Rekuperieren beim Gaswegnehmen und Bremsen oder der Wahl des Eco-Modus, der die Leistung des 65 kW (92 PS) starken Elektromotors auf die Hälfte drosselt, lassen sich mühelos einige zusätzliche Kilometer Reichweite gewinnen. Beruhigend: Im Cockpit sind Batterieanzeige, Restreichweite und Energieverbrauch jederzeit sichtbar. Mit seinem vom Start weg verfügbaren Drehmoment von 220 Newtonmeter lässt der Zoé so manch stärker motorisiertes konventionelles Auto an der Ampel stehen. Vor allem durch die Stadt wuselt der handliche Stromer agil, der Fahrkomfort ist ordentlich. Vier Personen sind gut untergebracht, das rechnerische Gepäckvolumen von 338 bis maximal 1225 Liter dürfte für die meisten Fälle des Lebens ausreichend sein.

          Renault gewährt auf Elektrofahrzeuge eine „Kaufprämie“ von 5000 Euro, 2000 Euro davon übernimmt der Staat. Der Zoé startet zum Basispreis von 22 100 Euro mit dem alten 22-kWh-Akku. Dazu addiert sich die monatliche Batteriemiete - je nach jährlicher Fahrleistung zwischen 59 (bis 7500 Kilometer) und 119 Euro (unbegrenzte Kilometer). Der Aufpreis für den größeren Akku beträgt 2800 Euro, die Batteriemiete erhöht sich um zehn Euro. Erstmals kann das Akkupaket für 8000 Euro auch gekauft werden, dann summiert sich der Einstiegspreis auf 30 100 und 32 900 Euro für die Basisversion Life. Ob sich das lohnt, muss jeder für sich ausrechnen. Navigation mit sieben Zoll großem Touchscreen-Monitor und Klimaautomatik sind immer an Bord. Für die höhere Ausstattungslinie Intens, die auch Parksensoren inklusive Rückfahrkamera umfasst (1800 Euro Aufpreis), steht in Verbindung mit dem großen Akku jetzt das „Bose-Edition-Paket“ mit Bose-Soundsystem, Ledersitzen, Sitzheizung und speziellen 16-Zoll-Leichtmetallrädern für weitere 2700 Euro zur Wahl.

          Die bisherigen Zoé-Kunden lässt Renault nicht im Stich: Vom Frühjahr nächsten Jahres an soll für rund 3500 Euro die Umrüstung der 22-kWh-Batterie auf den größeren Akku möglich sein. Für die Aufladung empfiehlt sich keinesfalls die haushaltsübliche Steckdose, mit der die Stromversorgung bei leerem Akku bis zu 25 Stunden dauert. Sinnvoller ist eine rund 1000 Euro teure Wallbox für die heimische Garage, die mit Ladeleistungen von 11 und 22 kW die Komplettladung je nach Akku auf ein bis viereinhalb Stunden verkürzt.

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