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Elektro-Tretroller Moovie : Dann lieber mit dem Fahrrad!

Der Moovie wiegt zehn Kilo und lässt sich so zusammenklappen. Bild: Hersteller

Der Elektro-Tretroller von Moovie soll kompakt und leicht sein. Im Vergleich zur Konkurrenz ist er das auch. Aber dafür hat er andere Nachteile.

          Das Praktische an Fahrzeugen ist, dass man damit fahren kann. Dieses bewährte Konzept wackelt. Elektrokleinstfahrzeuge sollen auch getragen werden. Sie lassen sich so zusammenklappen, dass die Lenkstange zum Tragegriff wird. Damit sollen die Städter schnell auf U-Bahn, Zug oder Auto umsteigen können und nebenbei noch das Klima retten. Diese Idee ist absurd. Im Alltag läuft kein Mensch mit Elektro-Tretrollern mehr als 50 Meter durch die Gegend, geht mal kurz ins Geschäft, um einhändig einzukaufen oder lädt das Ding in den Kofferraum.

          Wir haben versucht, den X2City von BMW eine Weile zu tragen. Viel zu schwer. Der Moover von Metz ist etwas kleiner und leichter. Aber immer noch zu schwer. Nun haben wir den Elektro-Tretroller von Moovie für 800 Euro in der Hand. „Mit federleichten 10 kg Gewicht kannst Du ihn überall mit hinnehmen, sogar in die U-Bahn und in jeden Kofferraum“, sagt der Hersteller. Nein, sagen wir. Dieses Gefährt ist ebenfalls zu schwer – auch wenn es eines der leichtesten und kompaktesten seiner Art ist.

          Ein unlösbares Dilemma: Um überhaupt auf diese Größe zu kommen, müssen die Hersteller an Stellen sparen, die entscheidend für den Fahrkomfort sind. Der Moovi lässt sich weder komfortabel tragen noch sicher fahren. Als eigentlich unerschrockener Tretroller-Tester haben uns die 5,7 Zoll großen Gummireifen von Anfang an beunruhigt. Weil Bordsteine damit tabu sind, ist nichts passiert, außer dass bei Fahrten auf Kopfsteinpflaster das Hirn rhythmisch an die Schädeldecke hämmerte. Doch ein nicht gesehenes Schlagloch und die Fahrt ist beendet.

          Für komfortables Fahren dann doch zu kompakt. Bilderstrecke

          Einen freiwilligen Stopp einzulegen, ist gar nicht so einfach. Obwohl der Moovie mit drei Bremsen ausgerüstet ist, strahlt keine Vertrauen aus. Die mechanische Hinterradbremse, bei der man letztlich mit dem hinteren Fuß auf das Schutzblech drückt, auf dass ein innen angebrachter Gummiklotz den Reifen durch Reibung zum Stehen bringt, ist nicht nur an diesem Gerät eine technische Fehlbildung. Beim alleinigen Betätigen der Vorderradbremse ist bei allen Zweirädern Vorsicht geboten. Am zuverlässigsten wirkt noch die elektronische Bremse am linken Griff, die aus dem Motor einen Generator macht, dadurch Energie gewinnt und somit zur Verzögerung beiträgt.

          Egal welche Bremse im Einsatz ist, folgt erst einmal ein kleiner Ruck nach vorn, der einen aus der Balance bringen kann. Grund dafür ist das Scharnier am unteren Ende der Lenkstange, mit dem sich der Roller zusammenklappen lässt. Wenn es einrastet, hat es ein paar Millimeter Spiel, aus denen in Lenkerhöhe ein paar Zentimeter werden.

          Um Gewicht und Trittbretthöhe zu verringern, hat Moovi einen kleinen Akku (191 Wh) eingebaut für den 150-Watt-Motor. Das System kommt schnell an seine Grenzen. Zum einen hält der Akku durchschnittlich nur zehn Kilometer weit im Stadtverkehr, zum anderen kriechen Fahrer und Roller mit Schrittgeschwindigkeit, wenn es ein wenig bergauf geht.

          Moovi hat wohl selbst erkannt, dass Fahrkomfort und Sicherheit wichtiger sind als Kompaktheit, deren Sinnhaftigkeit eh in Frage steht. Wir sind mit einem Prototypen eines Nachfolgemodells gefahren. Er hat größere Reifen und einen stärkeren Motor. Das ist schon mal der richtige Weg. Am Ziel angekommen ist Moovi aber noch nicht. Die Lenkstange wackelt immer noch und die Bremsen werden im Ernstfall nicht verhindern, dass das Auto zu nahe kommt. Wir sind froh, nach dem Test wieder das Fahrrad zu benutzen. Läuft ganz ohne Elektro.

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