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Egger-Lohner stand im Depot : Ur-Porsche war gar nicht verschollen

In einem unglaublich guten Zustand: Der 116 Jahre alte Egger-Lohner Bild: Porsche

Der Fund des 70 Jahre alten Ur-Porsches Egger-Lohner C2 hatte ein gewaltiges Medienecho ausgelöst. Nun stellte sich heraus, dass der Wagen in einem Depot stand.

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          Der Fund des Egger-Lohner C2, der seit dem vergangenen Wochenende das Prunkstück des genau fünf Jahre alten Porsche-Museums ist, hat ein gewaltiges Medienecho ausgelöst. Rund um den Erdball wird über den ersten Porsche überhaupt berichtet, doch schon als am vergangenen Freitag Abend Wolfgang Porsche den Egger-Lohner C2 feierlich und hochoffiziell enthüllte, mussten sich die Porsche-Historiker mit relativ starkem Störfeuer aus Österreich herumschlagen. Unter anderem heißt es, die „P1“-Gravuren, die angeblich der junge Ferdinand Porsche 1898 selbst an wichtigen Bauteilen anbrachte, seien gefälscht. „Wir lassen das selbstverständlich prüfen,“ sagt Firmenhistoriker Dieter Landenberger hierzu. „Dennoch gehen wir nach wie vor davon aus, dass sie echt sind.“

          Boris Schmidt

          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

          Aber was sonst aus Österreich verlautete, muss Landenberger bestätigen. Noch bis zur Pressekonferenz am Montag vor einer Woche hatte Porsche kommuniziert, der Wagen sei 1902 von Porsche in einem Arsenal abgestellt worden, dann im Laufe des Kriegs verkauft worden, und er sei jetzt erst wieder aufgetaucht. Gut 70 Jahre sei das Exemplar verschollen gewesen.

          Tatsächlich hatte Ferdinand Porsche 1902 den Wagen wie beschrieben abgestellt, auch mit dem berühmten Zettel am Lenkrad, der 2013 immer noch dort war. Aber schon 1906 überließ das Unternehmen Lohner den Wagen neben einigen anderen dem Technischen Museum Wien. Dort stand er dann in einem Außendepot bis 2009. Das erklärt auch den unglaublich guten Zustand des „Scheunenfunds“: Der Egger-Lohner war 103 Jahre in professioneller Obhut. 2009 tauschte das Museum die „Leiche im Depot“ (Museumsdirektorin Gabriele Zuna-Kratky) gegen zwei andere Oldtimer, einen Steyr V, und einen Kaimann Mk IV, einen Formel-V-Rennwagen mit dem Niki Lauda seine Karriere begann. Und ein zweiter, kompletter Egger-Lohner steht schon in Wien, man war der Meinung man brauche das „Gerippe“ nicht.

          Der neue Besitzer verkaufte den Wagen (ohne Aufbauten, ohne Batteriekasten) im vergangenen Jahr an Wolfgang Porsche weiter. Für das Porsche-Museum habe der Egger-Lohner einen unschätzbaren Wert, betonte Landenberger nochmals. Schließlich sei er das erste Auto, das Porsche selbst konstruiert habe, da sei die Echtheit von „P1“ auch unerheblich. In Österreich ärgere man sich, weil man den Wagen verkauft habe, statt ihn zu behalten.

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